Glücksspielsucht: Pharmakotherapie und Wirksamkeit

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die medikamentöse Behandlung von pathologischem Glücksspiel wird in der klinischen Praxis zunehmend angewendet. Bisher mangelte es jedoch an systematischen Auswertungen zur vergleichenden Wirksamkeit verschiedener Substanzklassen.

Ein aktueller Cochrane Review (2022) untersucht die Evidenz zu pharmakologischen Monotherapien bei Glücksspielsucht. Die Meta-Analyse schließt 17 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1193 Teilnehmern ein.

Bewertet wurden primär die Reduktion der Glücksspielsymptomatik sowie sekundäre Endpunkte wie Ausgaben, Häufigkeit und begleitende psychische Symptome. Die Behandlungsdauer in den eingeschlossenen Studien lag zwischen 7 und 96 Wochen.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Opioidantagonisten wie Naltrexon die beste Evidenz für eine kurzfristige Symptomreduktion bei Glücksspielsucht zeigen, weisen sie gleichzeitig die höchsten Therapieabbruchraten auf. Es wird empfohlen, Behandelte engmaschig auf gastrointestinale Nebenwirkungen zu monitoren und die medikamentöse Therapie aufgrund der schwachen Gesamtevidenz stets kritisch zu hinterfragen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review zeigen Opioidantagonisten (wie Naltrexon oder Nalmefen) und das atypische Antipsychotikum Olanzapin einen mittleren positiven Effekt auf die Symptomschwere. Die Evidenzqualität hierfür wird jedoch als gering eingestuft.

Die Meta-Analyse zeigt, dass Antidepressiva bei der Reduktion der Glücksspielsymptomatik nicht wirksamer sind als ein Placebo. Auch bei depressiven Begleitsymptomen konnte keine Überlegenheit nachgewiesen werden.

Die Abbruchraten aufgrund von Nebenwirkungen variieren je nach Substanzklasse. Bei Opioidantagonisten brechen bis zu 32 % der Behandelten die Therapie ab, bei Antidepressiva sind es bis zu 31 %.

Die Evidenz wird als sehr niedrig bis niedrig eingestuft. Die Studien weisen oft kleine Fallzahlen, ein hohes Verzerrungsrisiko und kurze Beobachtungszeiträume auf, weshalb definitive Schlussfolgerungen zur Langzeitwirkung fehlen.

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Quelle: Cochrane Review: Pharmacological interventions for the treatment of disordered and problem gambling (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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