Alkoholabhängigkeit (AUD): Kombinationstherapie
Hintergrund
Die Alkoholerkrankung (Alcohol Use Disorder, AUD) ist durch ein starkes Verlangen nach Alkohol und einen Kontrollverlust über den Konsum gekennzeichnet. Häufig sprechen Betroffene nicht ausreichend auf rein psychosoziale oder rein pharmakologische Monotherapien an.
Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2025 untersucht daher, ob eine Kombination aus medikamentösen und psychosozialen Interventionen die Behandlungsergebnisse bei Erwachsenen mit AUD verbessern kann. Die analysierten Studien nutzten am häufigsten Naltrexon als medikamentöse Therapie und die kognitive Verhaltenstherapie als psychosoziale Intervention.
💡Praxis-Tipp
Der Review zeigt, dass die Ergänzung einer psychosozialen Therapie durch eine medikamentöse Behandlung (wie Naltrexon) sicher ist und die Genesung unterstützen kann. Umgekehrt ist der Zusatznutzen einer psychosozialen Therapie zu einer bereits bestehenden medikamentösen Behandlung aufgrund der schwachen Datenlage derzeit weniger klar belegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Review ist Naltrexon das am häufigsten untersuchte Medikament in den eingeschlossenen Studien zur Kombinationstherapie. Es wurde in über 80 Prozent der analysierten Studien verwendet.
Der Review zeigt, dass die Zugabe von Medikamenten zu einer psychosozialen Therapie die Anzahl der starken Trinker wahrscheinlich reduziert. Zudem kann diese Kombination die Rate der dauerhaft abstinenten Personen erhöhen.
Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) stellt laut den Daten die am häufigsten untersuchte psychosoziale Intervention dar. Sie kam in rund zwei Dritteln der Studien zum Einsatz.
Die Auswertung zeigt, dass die Kombinationstherapie im Vergleich zur rein psychosozialen Behandlung wahrscheinlich kaum bis keinen Einfluss auf schwere unerwünschte Ereignisse hat. Die Autoren stufen die Ergänzung um eine medikamentöse Therapie als sicher ein.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Combined pharmacological and psychosocial interventions for alcohol use disorder (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Cochrane Review: Psychosocial and pharmacologic interventions to reduce harmful alcohol use in low- and middle-income countries
S3-Leitlinie Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen - Tabellenband
Cochrane Review: Psychological interventions for co-occurring depression and substance use disorders
Cochrane Review: Psychosocial interventions for stimulant use disorder
Management of Amphetamine and Methamphetamine Use Disorders: Systematic Review
Cochrane Review: Alcoholics Anonymous and other 12-step programs for alcohol use disorder
Cochrane Review: Effectiveness of psychosocial interventions for reducing parental substance misuse
Cochrane Review: Psychosocial interventions for people with both severe mental illness and substance misuse
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen