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Amphetamin-Abhängigkeit: Therapie-Review (ASAM)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American Society of Addiction Medicine Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Evidenz für medikamentöse und psychosoziale Therapien bei Amphetamin-Konsumstörungen ist insgesamt von niedriger bis sehr niedriger Qualität.
  • Quetiapin kann möglicherweise die Abstinenzdauer verlängern und den Anteil negativer Urinproben erhöhen.
  • Contingency Management (CM), allein oder mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), ist mit einer längeren Abstinenzdauer assoziiert.
  • Venlafaxin und Citicolin weisen im Vergleich zu Placebo die beste Verträglichkeit (geringste Abbruchraten) auf.
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Hintergrund

Der Konsum von Amphetamin und Methamphetamin (MA/A) ist ein wachsendes globales Gesundheitsproblem. Die Behandlung umfasst psychosoziale, pharmakologische und Harm-Reduction-Ansätze. Die aktuelle Evidenz für spezifische Therapien ist jedoch stark begrenzt.

Bestehende Leitlinien empfehlen unterschiedliche Ansätze:

  • Deutsche Leitlinie: Empfiehlt Tranquilizer zur kurzfristigen Behandlung von Agitation und atypische Antipsychotika bei Bedarf. Von Sertralin wird abgeraten.
  • ASAM-Leitlinie (USA): Schlägt Bupropion, Mirtazapin und Methylphenidat vor. Contingency Management (CM) sollte ein Hauptbestandteil der Therapie sein.

Medikamentöse Therapieansätze

Die aktuelle Meta-Analyse zeigt, dass keine medikamentöse Therapie eine moderate oder hohe Evidenz aufweist. Einige Wirkstoffe zeigten jedoch in Studien mit niedriger bis sehr niedriger Evidenzqualität positive Effekte:

WirkstoffIndikation / EffektEvidenzqualität
QuetiapinVerlängerung der Abstinenz, mehr negative UrinprobenNiedrig
RiluzolErhöhung der wöchentlichen negativen UrinprobenNiedrig
MethylphenidatMehr negative Urinproben (allein oder mit Matrix-Modell)Sehr niedrig
VareniclinLängere AbstinenzdauerNiedrig
PerphenazinReduktion des Cravings (Suchtdruck)Sehr niedrig
N-Acetylcystein (NAC)Reduktion des Cravings (Suchtdruck)Sehr niedrig

Psychosoziale Interventionen

Psychosoziale Interventionen zielen auf eine Verhaltensänderung ab, sind jedoch oft mit hohen Abbruch- und Rückfallquoten verbunden.

TherapieformEffektBemerkung
Contingency Management (CM)Längere AbstinenzdauerSehr niedrige Evidenz
CM + Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)Längere AbstinenzdauerSehr niedrige Evidenz

Verträglichkeit und Therapieabbruch

Die Verträglichkeit (gemessen an der All-Cause-Drop-out-Rate) variiert zwischen den medikamentösen Ansätzen:

  • Gute Verträglichkeit: Venlafaxin und Citicolin weisen im Vergleich zu Placebo die geringsten Abbruchraten auf (niedrige Evidenz).
  • Schlechte Verträglichkeit: Die Kombination aus Naltrexon und Bupropion ist mit einer höheren Abbruchrate assoziiert.

Klinische Einordnung

Alle Ergebnisse müssen aufgrund der sehr kleinen Stichprobengrößen, hoher Drop-out-Raten und methodischer Mängel der Primärstudien mit äußerster Vorsicht interpretiert werden. Keine Intervention zeigte eine moderate oder hohe Evidenz für patientenrelevante Endpunkte.

💡Praxis-Tipp

Fokussieren Sie sich bei der Behandlung nicht ausschließlich auf Abstinenz. Integrieren Sie Harm-Reduction-Ansätze, da die Evidenz für medikamentöse Therapien aktuell noch sehr schwach ist und Patienten oft konkurrierende sozioökonomische Probleme haben.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die aktuelle Evidenz zeigt für keine medikamentöse Intervention eine moderate oder hohe Wirksamkeit. Alle Ansätze gelten als Off-Label-Use mit niedriger bis sehr niedriger Evidenz.
Quetiapin kann laut Studien von niedriger Qualität die Abstinenzdauer verlängern und den Anteil negativer Urinproben erhöhen. Aufgrund kleiner Fallzahlen sollte es jedoch mit Vorsicht eingesetzt werden.
Contingency Management (CM), gegebenenfalls in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), zeigt die besten Ergebnisse für eine längere Abstinenz, wenngleich auch hier die Evidenzqualität sehr niedrig ist.

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