Paracetamol bei persistierendem Ductus arteriosus: Cochrane
Hintergrund
Ein persistierender Ductus arteriosus (PDA) ist eine häufige Komplikation bei Frühgeborenen und Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht. Die Standardbehandlung umfasst abwartendes Verhalten, chirurgische Eingriffe oder die medikamentöse Therapie mit nicht-selektiven Cyclooxygenase-Hemmern.
Dieser Cochrane Review aus dem Jahr 2022 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit von Paracetamol als alternative Behandlungsstrategie. Es wird evaluiert, ob Paracetamol als Monotherapie oder in Kombination für die Prophylaxe oder Behandlung eines echokardiografisch diagnostizierten PDA geeignet ist.
Empfehlungen
Der Review fasst die Evidenz zur medikamentösen Behandlung des persistierenden Ductus arteriosus (PDA) mit Paracetamol zusammen.
Vergleich der medikamentösen Therapien
Die Autoren vergleichen Paracetamol mit etablierten Therapieoptionen hinsichtlich des Verschlussversagens nach dem ersten Behandlungszyklus, der Mortalität und dem Auftreten einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC):
| Vergleich | Verschlussrate des PDA | Mortalität | Nekrotisierende Enterokolitis (NEC) | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|---|
| Paracetamol vs. Ibuprofen | Kein relevanter Unterschied | Kein relevanter Unterschied | Kein relevanter Unterschied | Moderate Evidenz |
| Paracetamol vs. Indometacin | Kein relevanter Unterschied | Kein relevanter Unterschied | Möglicherweise geringer unter Paracetamol (3,7 % vs. 9,2 %) | Niedrige Evidenz |
| Paracetamol + Ibuprofen vs. Ibuprofen | Kein relevanter Unterschied | Keine Daten | Kein relevanter Unterschied | Niedrige Evidenz |
Zeitpunkt der Anwendung im Vergleich zu Placebo
Laut den Daten hängt die Wirksamkeit von Paracetamol stark vom Zeitpunkt der Verabreichung ab:
-
Prophylaktische Gabe: Kann die Rate der Verschlussversagen im Vergleich zu Placebo reduzieren (17 % vs. 61 %, niedrige Evidenz).
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Frühe Behandlung (< 14 Lebenstage): Führt im Vergleich zu Placebo möglicherweise zu weniger Verschlussversagen (28 % vs. 79 %, niedrige Evidenz).
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Späte Behandlung (≥ 14 Lebenstage): Es zeigt sich wahrscheinlich kein Unterschied zu Placebo hinsichtlich des Verschlusses oder der NEC-Rate (niedrige Evidenz).
Einschränkungen der Evidenz
Die Autoren betonen, dass die Mehrheit der in die Studien eingeschlossenen Neugeborenen moderat frühgeboren war. Für extrem untergewichtige Frühgeborene (unter 1000 Gramm) sowie extrem unreife Frühgeborene (unter 28 Schwangerschaftswochen) wird weitere Forschung zur Wirksamkeit und Sicherheit gefordert.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review bietet Paracetamol eine vergleichbare Wirksamkeit wie Ibuprofen oder Indometacin beim PDA-Verschluss. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass bei der Wahl von Paracetamol gegenüber Indometacin möglicherweise ein geringeres Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis (NEC) besteht. Für extrem unreife Frühgeborene (unter 28 Wochen) ist die Datenlage laut den Autoren noch unzureichend.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es wahrscheinlich keinen relevanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Paracetamol und Ibuprofen. Beide Wirkstoffe zeigen ähnliche Raten beim erfolgreichen Verschluss des Ductus arteriosus.
Die Verschlussraten sind bei beiden Medikamenten vergleichbar. Der Review weist jedoch darauf hin, dass die Rate an nekrotisierender Enterokolitis (NEC) unter Paracetamol möglicherweise geringer ist als unter Indometacin.
Eine frühe Behandlung innerhalb der ersten 14 Lebenstage oder eine prophylaktische Gabe ist laut den Daten wirksamer als Placebo. Bei einem späten Beginn ab dem 14. Lebenstag zeigt sich hingegen kein klarer Vorteil mehr.
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Quelle: Cochrane Review: Paracetamol (acetaminophen) for patent ductus arteriosus in preterm or low birth weight infants (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.