Persistierender Ductus Arteriosus (PDA): Cochrane Review
Hintergrund
Ein persistierender Ductus arteriosus (PDA) ist bei Frühgeborenen mit einer signifikanten Morbidität und Mortalität assoziiert. Zur Prävention oder Behandlung werden häufig nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt.
Der Einsatz von NSAR bei Frühgeborenen ist jedoch mit Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen verbunden. Es wird in der Praxis kontrovers diskutiert, ob eine frühe, gezielte Behandlung eines hämodynamisch signifikanten (hs) PDA die klinischen Ergebnisse tatsächlich verbessert.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit einer frühen medikamentösen Therapie im Vergleich zu einem abwartenden Management bei Frühgeborenen unter 37 Schwangerschaftswochen oder unter 2500 Gramm Geburtsgewicht.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zur frühen medikamentösen Therapie im Vergleich zum abwartenden Management wie folgt zusammen:
Frühe Therapie (innerhalb von 7 Tagen)
Laut der Analyse zeigt die Einleitung einer medikamentösen Therapie innerhalb der ersten sieben Lebenstage im Vergleich zum abwartenden Management folgende Ergebnisse:
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Es zeigt sich kein Unterschied bei der Gesamtmortalität während des Krankenhausaufenthalts (moderate Evidenz).
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Es gibt keine signifikanten Unterschiede bei der Rate an chirurgischen PDA-Ligationen, chronischen Lungenerkrankungen (CLD), schweren intraventrikulären Blutungen (IVH) oder nekrotisierender Enterokolitis (NEC).
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Die Wahrscheinlichkeit, überhaupt eine medikamentöse PDA-Therapie zu erhalten, ist bei der frühen Behandlungsstrategie signifikant erhöht.
Sehr frühe Therapie (innerhalb von 72 Stunden)
Wird die Therapie bereits innerhalb der ersten 72 Stunden begonnen, ergeben sich laut Review ähnliche Resultate:
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Es lässt sich keine Reduktion der Mortalität, der chirurgischen Ligationen oder der Raten an CLD, IVH und NEC nachweisen.
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Auch neurologische Entwicklungsstörungen werden durch die sehr frühe Therapie nicht signifikant reduziert.
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Die sehr frühe Behandlung verkürzt jedoch die Dauer des Krankenhausaufenthalts um durchschnittlich 5,35 Tage (niedrige Evidenz).
Schlussfolgerungen
Die Autoren des Reviews kommen zu dem Schluss, dass eine frühe oder sehr frühe medikamentöse Behandlung eines hämodynamisch signifikanten PDA die Mortalität bei Frühgeborenen wahrscheinlich nicht senkt. Es wird betont, dass die frühe Therapie die NSAR-Exposition erhöht, ohne die wesentlichen Begleiterkrankungen zu reduzieren.
💡Praxis-Tipp
Der Review verdeutlicht, dass eine routinemäßige frühe medikamentöse Schließung eines hämodynamisch signifikanten PDA bei Frühgeborenen die Überlebensrate oder schwere Komplikationen wie NEC und IVH nicht signifikant verbessert, sondern primär die NSAR-Exposition erhöht. Ein abwartendes Management stellt laut den Studiendaten eine gleichwertige Alternative bezüglich der Mortalität dar.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keinen signifikanten Unterschied in der Gesamtmortalität zwischen einer frühen medikamentösen Therapie und einem abwartenden Management. Dies gilt sowohl für den Therapiebeginn innerhalb von 7 Tagen als auch innerhalb von 72 Stunden.
Die Analyse zeigt, dass eine sehr frühe Behandlung innerhalb von 72 Stunden das Risiko für schwere intraventrikuläre Blutungen (IVH) im Vergleich zum abwartenden Management nicht signifikant verringert.
Ja, die Daten deuten darauf hin, dass eine sehr frühe Therapie innerhalb von 72 Stunden die Dauer des Krankenhausaufenthalts um durchschnittlich etwa 5 Tage verkürzen kann. Die Evidenz hierfür wird jedoch als niedrig eingestuft.
Der Review weist darauf hin, dass Säuglinge in der frühen Behandlungsgruppe einer höheren Exposition gegenüber nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) ausgesetzt sind. Gleichzeitig wird keine signifikante Reduktion von Komplikationen wie chronischen Lungenerkrankungen erreicht.
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Quelle: Cochrane Review: Early treatment versus expectant management of hemodynamically significant patent ductus arteriosus for preterm infants (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.