Thromboseprophylaxe bei Multiplem Myelom: Indikation
Hintergrund
Das Multiple Myelom ist eine maligne Plasmazellerkrankung, die zu Endorganschäden wie Nierenversagen, Knochenläsionen, Hyperkalzämie oder Anämie führen kann. Die Behandlung erfolgt häufig mit immunmodulatorischen Substanzen wie Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid.
Patienten mit Multiplem Myelom haben ein grundsätzlich erhöhtes Risiko für Thromboembolien. Dieses Risiko wird durch die Gabe von immunmodulatorischen Medikamenten weiter gesteigert.
Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener antithrombotischer Therapien bei ambulanten Patienten. Verglichen werden Acetylsalicylsäure (ASS), orale Antikoagulanzien und parenterale Antikoagulanzien bei Personen ohne anderweitige Indikation zur Antikoagulation.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis des Reviews ist die sehr schwache Evidenzlage für alle gängigen Thromboseprophylaxen bei dieser Indikation. Es wird betont, dass bei der Wahl zwischen ASS, NMH, VKA oder DOAK stets eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich Thromboembolieschutz und Blutungsrisiko erfolgen muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz, um eine Überlegenheit von ASS, Vitamin-K-Antagonisten, NMH oder DOAK zu belegen. Die Wahl der Prophylaxe erfordert eine individuelle Abwägung.
Ja, der Review hält fest, dass das ohnehin erhöhte Thromboembolierisiko bei Multiplem Myelom durch Substanzen wie Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid weiter ansteigt.
Die analysierten Studien konnten weder einen signifikanten Nutzen noch einen Schaden von ASS im Vergleich zu NMH bezüglich Mortalität, Thrombosen oder Blutungen nachweisen. Die Evidenzqualität hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.
Der Review fand keine signifikanten Unterschiede bei schweren oder leichten Blutungen zwischen ASS und DOAK. Auch hier wird die Evidenz als sehr niedrig bewertet.
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Quelle: Cochrane Review: Antithrombotic therapy for ambulatory patients with multiple myeloma receiving immunomodulatory agents (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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