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Thromboseprophylaxe bei Multiplem Myelom: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Multiple Myelom ist eine maligne Plasmazellerkrankung, die zu Endorganschäden wie Nierenversagen, Knochenläsionen, Hyperkalzämie oder Anämie führen kann. Die Behandlung erfolgt häufig mit immunmodulatorischen Substanzen wie Lenalidomid, Pomalidomid und Thalidomid.

Patienten mit Multiplem Myelom haben ein grundsätzlich erhöhtes Risiko für Thromboembolien. Dieses Risiko wird durch die Gabe von immunmodulatorischen Medikamenten weiter gesteigert.

Der vorliegende Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener antithrombotischer Therapien bei ambulanten Patienten. Verglichen werden Acetylsalicylsäure (ASS), orale Antikoagulanzien und parenterale Antikoagulanzien bei Personen ohne anderweitige Indikation zur Antikoagulation.

Empfehlungen

Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse von vier randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) folgende zentrale Erkenntnisse:

Evidenzlage zur Thromboseprophylaxe

Die Autoren betonen, dass die Sicherheit der verfügbaren Evidenz für alle untersuchten Vergleiche als niedrig oder sehr niedrig (Evidenzgrad Ia) eingestuft wird. Es konnte weder ein eindeutiger Nutzen noch ein Schaden für eine spezifische Substanzklasse nachgewiesen werden.

Laut Review zeigten die Daten keine signifikanten Unterschiede bezüglich Gesamtmortalität, symptomatischer tiefer Venenthrombose (TVT), Lungenembolie (LE) oder Blutungsereignissen. Dies gilt für alle untersuchten Zeiträume (sechs Monate und zwei Jahre).

Vergleich der Antithrombotika

Der Review vergleicht verschiedene antithrombotische Strategien, ohne eine klare Überlegenheit festzustellen. Die untersuchten Vergleiche umfassen:

VergleichUntersuchte EndpunkteEvidenzgradErgebnis
ASS vs. Vitamin-K-Antagonisten (VKA)Mortalität, TVT, LE, BlutungenSehr niedrigKein signifikanter Unterschied
ASS vs. Niedermolekulares Heparin (NMH)Mortalität, TVT, LE, BlutungenSehr niedrigKein signifikanter Unterschied
VKA vs. Niedermolekulares Heparin (NMH)Mortalität, TVT, LE, BlutungenSehr niedrigKein signifikanter Unterschied
ASS vs. DOAKTVT, LE, BlutungenSehr niedrigKein signifikanter Unterschied

Klinische Entscheidungsfindung

Da die Datenlage keinen klaren Standard definiert, wird eine individuelle Abwägung empfohlen. Die potenziellen Vorteile einer reduzierten Thromboembolierate müssen gegen die möglichen Risiken und Belastungen einer Antikoagulation abgewogen werden.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis des Reviews ist die sehr schwache Evidenzlage für alle gängigen Thromboseprophylaxen bei dieser Indikation. Es wird betont, dass bei der Wahl zwischen ASS, NMH, VKA oder DOAK stets eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung bezüglich Thromboembolieschutz und Blutungsrisiko erfolgen muss.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz, um eine Überlegenheit von ASS, Vitamin-K-Antagonisten, NMH oder DOAK zu belegen. Die Wahl der Prophylaxe erfordert eine individuelle Abwägung.

Ja, der Review hält fest, dass das ohnehin erhöhte Thromboembolierisiko bei Multiplem Myelom durch Substanzen wie Lenalidomid, Pomalidomid oder Thalidomid weiter ansteigt.

Die analysierten Studien konnten weder einen signifikanten Nutzen noch einen Schaden von ASS im Vergleich zu NMH bezüglich Mortalität, Thrombosen oder Blutungen nachweisen. Die Evidenzqualität hierfür wird als sehr niedrig eingestuft.

Der Review fand keine signifikanten Unterschiede bei schweren oder leichten Blutungen zwischen ASS und DOAK. Auch hier wird die Evidenz als sehr niedrig bewertet.

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Quelle: Cochrane Review: Antithrombotic therapy for ambulatory patients with multiple myeloma receiving immunomodulatory agents (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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