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Colitis ulcerosa: Cochrane Review zu oraler 5-ASA

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die in Schüben verläuft. Zur Induktion einer Remission bei aktiver Erkrankung werden häufig Aminosalicylate eingesetzt.

Orale 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) wurde ursprünglich entwickelt, um die therapeutischen Vorteile von Sulfasalazin (SASP) zu erhalten, jedoch dessen Nebenwirkungsprofil zu verbessern.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines systematischen Cochrane Reviews zusammen. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit, Dosisabhängigkeit und Sicherheit von oraler 5-ASA im Vergleich zu Placebo, SASP und anderen 5-ASA-Präparaten.

Empfehlungen

Der Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Remissionsinduktion bei aktiver Colitis ulcerosa:

Wirksamkeit im Vergleich

Laut Meta-Analyse ist orale 5-ASA dem Placebo bei der Remissionsinduktion signifikant überlegen (hohe Evidenz). Zudem wird ein dosisabhängiger Trend für die Wirksamkeit von 5-ASA beschrieben.

Im Vergleich zu Sulfasalazin (SASP) zeigt sich jedoch keine höhere Effektivität von 5-ASA (moderate Evidenz). Die Autoren schlussfolgern, dass unter Berücksichtigung der relativen Kosten ein klinischer Vorteil von 5-ASA gegenüber SASP unwahrscheinlich erscheint.

Dosierungsschema und Präparatewahl

Es wird belegt, dass eine einmal tägliche Gabe von 5-ASA genauso wirksam ist wie eine konventionelle Aufteilung auf zwei oder drei Dosen pro Tag (hohe Evidenz). Auch bezüglich der Therapieadhärenz zeigt sich kein wesentlicher Unterschied.

Zwischen den verschiedenen verfügbaren 5-ASA-Formulierungen gibt es laut Review keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit oder Sicherheit.

Sicherheit und Verträglichkeit

Die Übersicht der Vergleiche stellt sich wie folgt dar:

VergleichWirksamkeit (Remissionsinduktion)Verträglichkeit / NebenwirkungenEvidenzgrad
5-ASA vs. Placebo5-ASA überlegenKein UnterschiedHoch
5-ASA vs. Sulfasalazin (SASP)Gleichwertig5-ASA besser verträglichModerat
5-ASA Einmalgabe vs. MehrfachgabeGleichwertigKein UnterschiedHoch
5-ASA Präparat A vs. Präparat BGleichwertigKein UnterschiedModerat

Häufige unerwünschte Ereignisse unter 5-ASA umfassen laut Review:

  • Blähungen und Bauchschmerzen

  • Übelkeit und Diarrhö

  • Kopfschmerzen

  • Verschlechterung der Colitis ulcerosa

Sulfasalazin wird insgesamt schlechter vertragen als 5-ASA. Unter SASP treten fast doppelt so häufig Nebenwirkungen auf wie unter 5-ASA (29 % vs. 15 %).

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💡Praxis-Tipp

Laut Meta-Analyse ist die einmal tägliche Gabe von oraler 5-ASA genauso wirksam und sicher wie eine Aufteilung auf mehrere Einzeldosen. Dies ermöglicht eine Vereinfachung des Therapieschemas bei aktiver Colitis ulcerosa, ohne Kompromisse bei der Remissionsinduktion einzugehen.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt, dass orale 5-ASA bei der Remissionsinduktion nicht wirksamer ist als Sulfasalazin (SASP). Allerdings wird 5-ASA deutlich besser vertragen und weist eine geringere Rate an Nebenwirkungen auf.

Es wird belegt, dass eine einmal tägliche Einnahme von 5-ASA genauso effektiv ist wie die konventionelle Aufteilung auf zwei oder drei Dosen. Auch bei den Nebenwirkungen gibt es laut Meta-Analyse keine Unterschiede zwischen den Dosierungsschemata.

Die Datenlage zeigt keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit oder Sicherheit zwischen den verschiedenen 5-ASA-Formulierungen. Die Wahl des Präparats kann daher individuell getroffen werden.

Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählen Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerzen. Insgesamt unterscheidet sich die Nebenwirkungsrate von 5-ASA jedoch nicht signifikant von Placebo.

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Quelle: Cochrane Review: Oral 5-aminosalicylic acid for induction of remission in ulcerative colitis (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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