StatPearls2026

Mesalamin (5-ASA) bei Colitis ulcerosa: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mesalamin (5-Aminosalicylsäure, 5-ASA) ist ein entzündungshemmender Wirkstoff. Er wird primär zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen eingesetzt.

Der genaue Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass die Substanz die Entzündungsantwort über die Cyclooxygenase- und Lipoxygenase-Wege moduliert. Zudem wirkt sie als Radikalfänger und Antioxidans.

Die Wirksamkeit von Mesalamin hängt von der lokalen Konzentration am Ort der aktiven Erkrankung ab. Daher stehen verschiedene orale und rektale Formulierungen zur Verfügung, die den Wirkstoff gezielt in unterschiedlichen Darmabschnitten freisetzen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zum Einsatz von Mesalamin:

Indikation und Therapie

Die Hauptindikation für Mesalamin ist die Induktion und Erhaltung der Remission bei leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa. Topisches Mesalamin wird hierbei als Erstlinientherapie beschrieben.

Bei ausgedehnter leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa wird eine Kombination aus rektalem und oralem 5-ASA empfohlen. Diese Kombination erzielt höhere Raten bei der Induktion und Erhaltung der Remission.

Ein Off-Label-Einsatz kann bei Morbus Crohn nach chirurgischer Resektion des betroffenen Darms erfolgen. Zur Prävention einer rezidivierenden Divertikulitis wird Mesalamin laut Leitlinie nicht empfohlen.

Spezifische Patientengruppen

Bei älteren Menschen kann eine einmal tägliche orale Gabe die Adhärenz verbessern. Schwierigkeiten bei der Selbstanwendung von topischen Behandlungen wie Zäpfchen oder Klysmen sollten berücksichtigt werden.

In der Schwangerschaft ist Mesalamin in die Kategorie B eingestuft und sollte nur bei Bedarf angewendet werden. Das Stillen ist unter Mesalamin nicht kontraindiziert, jedoch wird eine Überwachung des Säuglings auf Durchfall empfohlen.

Monitoring

Aufgrund der potenziellen Nephrotoxizität wird eine Überwachung der Nierenfunktion vor und während der Therapie dringend empfohlen. Bei einer Verschlechterung der Nierenfunktion wird ein Absetzen der Therapie angeraten.

Zusätzlich wird die Kontrolle des Blutbildes zur Erkennung einer Knochenmarksuppression sowie der Leberfunktion empfohlen. Nach Erreichen einer Remission ist eine Koloskopie nach 6 bis 12 Monaten indiziert.

Dosierung

Die Dosierung von Mesalamin richtet sich nach der Indikation und der gewählten Darreichungsform. Die Leitlinie gibt folgende Dosierungen für Erwachsene an:

IndikationDarreichungsformDosierung ErwachseneDauer
Leichte bis mittelschwere aktive Colitis ulcerosaOral (magensaftresistent)800 mg 3x täglich (2,4 g/Tag)6 Wochen
Remissionserhaltung Colitis ulcerosaOral (magensaftresistent)1,6 g/Tag in 2-4 EinzeldosenErhaltung
Remissionserhaltung Colitis ulcerosaOral (retardiert)1,5 g 1x täglich morgensErhaltung
Leichte bis mittelschwere ProktitisRektal (Zäpfchen)1000 mg zur Nacht3-6 Wochen
Distale Colitis ulcerosa / ProktosigmoiditisRektal (Klysma)4 g täglich (zur Nacht, 8h halten)3-6 Wochen

Für Kinder ab 5 Jahren erfolgt die Dosierung der magensaftresistenten Kapseln gewichtsadaptiert bis zu einer Maximaldosis von 2,4 g pro Tag. Magensaftresistente Tabletten sind für Kinder ab 24 kg Körpergewicht zugelassen.

Kontraindikationen

Kontraindikationen für Mesalamin umfassen eine Überempfindlichkeit gegen 5-ASA, Salicylate oder Aminosalicylate. Weitere Kontraindikationen sind schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, Harnwegsobstruktionen sowie bestehende Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre.

Die Anwendung bei Säuglingen ist ebenfalls kontraindiziert.

Die Leitlinie nennt zudem folgende Warnhinweise:

  • Akutes Intoleranzsyndrom (ähnelt einer Exazerbation der Colitis ulcerosa)

  • Photosensibilität (besonders bei Patienten mit atopischer Dermatitis)

  • Nephrolithiasis (Bildung von röntgentransparenten Steinen)

  • Interferenz mit Labortests (falsch erhöhte Werte für Normetanephrin im Urin)

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor einem Mesalamin-induzierten akuten Intoleranzsyndrom, das in etwa 3 % der Fälle auftritt. Da die Symptome wie Bauchschmerzen, blutige Durchfälle und Krämpfe schwer von einem akuten Schub der Colitis ulcerosa zu unterscheiden sind, wird bei Verdacht ein sofortiges Absetzen der Therapie empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls wird bei leichter bis mittelschwerer aktiver Erkrankung eine orale Dosis von 2,4 g pro Tag (aufgeteilt in drei Dosen) für sechs Wochen empfohlen. Alternativ oder ergänzend können rektale Formulierungen eingesetzt werden.

Es wird empfohlen, die Nierenfunktion vor und regelmäßig während der Behandlung zu überwachen. Zudem rät die Leitlinie zur Kontrolle des Blutbildes und der Leberwerte.

Mesalamin ist in die Schwangerschaftskategorie B eingestuft und sollte laut Leitlinie nur bei medizinischer Notwendigkeit angewendet werden. Bisherige Daten zeigen keine erhöhte Rate an angeborenen Fehlbildungen.

Antazida, H2-Blocker und Protonenpumpeninhibitoren können den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt verändern und zu einer vorzeitigen Wirkstofffreisetzung führen. Zudem wird vor der gleichzeitigen Gabe von NSAR gewarnt, da das Risiko für Nephrotoxizität steigt.

Der Wirkstoff wird primär über die Nieren ausgeschieden und kann eine akute interstitielle Nephritis verursachen. Bei einer Verschlechterung der Nierenfunktion wird ein sofortiges Absetzen der Therapie empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Mesalamine (USAN) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien