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Nicht-medikamentöse Therapie bei Stottern: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Stottern ist eine häufige Kommunikationsstörung, die typischerweise im Alter zwischen zwei und vier Jahren beginnt. Etwa 11 Prozent der Kinder sind bis zum vierten Lebensjahr davon betroffen. Die genaue Ursache ist unbekannt, jedoch wird ein polygener Ursprung mit Defiziten in der neuronalen Sprachverarbeitung vermutet.

Die Störung äußert sich durch Wiederholungen von Lauten oder Wörtern, unwillkürliche Verlängerungen von Sprachlauten sowie Sprechblockaden. Begleitend können nonverbale Verhaltensweisen wie Gesichts- oder Nackenanspannungen, Augenzwinkern oder Kopfnicken auftreten.

Stottern kann die Verhaltens-, emotionale und soziale Entwicklung negativ beeinflussen und die Lebensqualität mindern. Obwohl sich viele Kinder spontan erholen, entwickeln bis zu 35 Prozent ein anhaltendes Stottern, weshalb die Erforschung frühzeitiger und effektiver Interventionen von großer Bedeutung ist.

Empfehlungen

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf dem systematischen Cochrane Review. Der Review formuliert folgende Kernaussagen zur Behandlung:

Empfohlene Intervention

Laut Review ist das Lidcombe-Programm derzeit die einzige Intervention, deren Wirkung im Vergleich zu einer Wartelisten-Kontrollgruppe durch randomisiert-kontrollierte Studien belegt ist. Die Autoren leiten daraus folgende Erkenntnisse ab:

  • Das Lidcombe-Programm kann bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren zu einer geringeren Stotterhäufigkeit führen (sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Es wird berichtet, dass die Therapie möglicherweise die Spracheffizienz der Kinder verbessert (moderate Evidenzqualität).

  • Bis zur Untersuchung weiterer Therapieformen kann das Lidcombe-Programm basierend auf diesen Daten empfohlen werden.

Evidenzlücken und weitere Therapieformen

Der Review weist darauf hin, dass die Ergebnisse aufgrund kleiner Stichproben und eines hohen Verzerrungsrisikos mit Vorsicht zu interpretieren sind. Zu langfristigen Effekten der Therapie liegen laut den Autoren unzureichende Daten vor.

Für andere etablierte nicht-medikamentöse Verfahren formuliert der Review Forschungsbedarf:

  • Programme wie Palin PCI, Restart DCM und das Westmead-Programm erfordern weitere Untersuchungen.

  • Es fehlen Daten zu den Auswirkungen der Therapien auf den Schweregrad des Stotterns sowie auf die Lebensqualität.

  • Auch mögliche unerwünschte Effekte der Behandlungen sind bisher nicht ausreichend in Studien erfasst worden.

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass die Evidenz für das Lidcombe-Programm zwar vorhanden, aber von sehr niedriger bis moderater Qualität ist. Laut den Autoren sind Langzeiteffekte der Therapie bisher nicht ausreichend belegt. Die Studienlage weist zudem ein hohes Verzerrungsrisiko sowie kleine Stichprobengrößen auf.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review kann derzeit das Lidcombe-Programm empfohlen werden. Es ist die einzige Intervention, für die randomisiert-kontrollierte Studien im Vergleich zu einer Warteliste vorliegen.

Der Review zeigt, dass das Programm die Stotterhäufigkeit verringern und die Spracheffizienz erhöhen kann. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Evidenzqualität für diese Ergebnisse sehr niedrig bis moderat ist.

Gemäß dem Review liegen aktuell unzureichende Daten vor, um die langfristigen Effekte der Interventionen zu beurteilen. Die meisten Studien erfassten lediglich die unmittelbaren Ergebnisse nach Abschluss der Testphase.

Der Review stellt fest, dass für Programme wie Palin PCI, Restart DCM oder das Westmead-Programm weitere Forschung erforderlich ist. Es wird betont, dass diese Verfahren in randomisierten Studien gegen eine Kontrollgruppe ohne Behandlung getestet werden müssen.

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Quelle: Cochrane Review: Non-pharmacological interventions for stuttering in children six years and younger (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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