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Multiples Myelom Erstlinientherapie: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das multiple Myelom ist eine bösartige hämatologische Erkrankung des Knochenmarks, die etwa zwei Prozent aller Krebserkrankungen ausmacht. Für Personen mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom, die nicht für eine Stammzelltransplantation infrage kommen, bestand die Standardtherapie historisch aus Melphalan und Prednison (MP).

Mit der Einführung neuer Wirkstoffe haben sich die Behandlungsoptionen in den letzten Jahrzehnten deutlich erweitert. Heutzutage werden bevorzugt Kombinationstherapien mit Proteasom-Inhibitoren (wie Bortezomib) und immunmodulatorischen Medikamenten (wie Lenalidomid oder Thalidomid) eingesetzt.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2019 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser verschiedenen medikamentösen Kombinationstherapien. Ziel ist es, den Nutzen hinsichtlich des Überlebens gegen mögliche Risiken und Nebenwirkungen abzuwägen.

Empfehlungen

Der Review vergleicht verschiedene Kombinationstherapien mit der Standardtherapie Melphalan und Prednison (MP). Die untersuchten Regime umfassen Lenalidomid/Dexamethason (RD), Thalidomid/Melphalan/Prednison (TMP), Bortezomib/Melphalan/Prednison (VMP) sowie die kontinuierliche Gabe von Bortezomib/Lenalidomid/Dexamethason (VRDc).

Überleben und Wirksamkeit

Laut Review zeigen die neuen Kombinationstherapien deutliche Vorteile beim Gesamtüberleben (OS) und beim progressionsfreien Überleben (PFS) gegenüber MP. Die kontinuierliche Behandlung mit VRDc bietet den größten Überlebensvorteil.

Folgende Ergebnisse zum Gesamtüberleben werden im Review hervorgehoben:

  • VRDc verlängert das mediane Überleben auf 71,0 Monate (moderate Evidenz)

  • RD und TMP erhöhen das Überleben ebenfalls signifikant auf 55,2 bzw. 46,4 Monate

  • VMP führt zu einem medianen Überleben von 49,7 Monaten (niedrige Evidenz)

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Der Review betont, dass die verbesserte Wirksamkeit der Kombinationstherapien mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse einhergeht. Insbesondere das Risiko für Polyneuropathien und Therapieabbrüche steigt bei bestimmten Regimen stark an.

TherapieregimeGesamtüberleben (Median)Risiko für PolyneuropathieRisiko für Therapieabbruch
MP (Standard)34,8 Monate0,9 %9,2 %
RD55,2 Monate0,5 %38,5 %
TMP46,4 Monate4,0 %37,7 %
VMP49,7 Monate79,4 %9,75 %
VRDc71,0 MonateKeine Daten82,1 %

Es wird darauf hingewiesen, dass VMP den Anteil an schweren unerwünschten Ereignissen im Vergleich zu MP von 36,1 % auf 46,2 % erhöht. Bei VRDc brechen über 80 % der Behandelten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Lebensqualität

Die Auswertung der Lebensqualität war aufgrund unterschiedlicher Messmethoden in den Studien nicht in einer Metaanalyse zusammenfassbar. Dennoch berichten alle eingeschlossenen Studien von einer Verbesserung der Lebensqualität nach Beginn der Anti-Myelom-Therapie, unabhängig vom gewählten Regime.

Kontraindikationen

Der Review schließt explizit Studien aus, die Personen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom untersuchen. Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die Erstlinientherapie bei nicht transplantationsfähigen Erwachsenen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass der deutliche Überlebensvorteil durch neuere Kombinationstherapien wie VRDc oder VMP stets gegen das signifikant erhöhte Risiko für schwere Nebenwirkungen abgewogen werden sollte. Insbesondere das extrem hohe Risiko für Polyneuropathien unter VMP (über 79 %) und die hohe Abbruchrate unter VRDc erfordern eine engmaschige klinische Überwachung und individuelle Therapieentscheidungen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review bietet die kontinuierliche Behandlung mit VRDc (Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason) den größten Überlebensvorteil. Das mediane Gesamtüberleben lag in der Auswertung bei 71,0 Monaten.

Der Review zeigt, dass die Kombination VMP (Bortezomib, Melphalan, Prednison) das Risiko für Polyneuropathien massiv erhöht. Es wird ein Risiko von 79,4 % im Vergleich zu 0,9 % unter der Standardtherapie MP beschrieben.

Die neueren Kombinationstherapien führen laut Review zu deutlich mehr unerwünschten Ereignissen. Bei der Therapie mit VRDc brechen schätzungsweise 82,1 % der Behandelten die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Ja, alle im Review untersuchten Studien berichten von einer Verbesserung der Lebensqualität nach Beginn der Therapie. Dies gilt unabhängig von der spezifischen Medikamentenkombination.

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Quelle: Cochrane Review: Multiple drug combinations of bortezomib, lenalidomide, and thalidomide for first-line treatment in adults with transplant-ineligible multiple myeloma: a network meta-analysis (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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