Maschinenperfusion bei Lebertransplantation: Cochrane Review
Hintergrund
Die Lebertransplantation stellt oft die einzige kurative Therapie bei terminalen Lebererkrankungen oder akutem Leberversagen dar. Aufgrund des Organmangels werden zunehmend suboptimale Spenderlebern verwendet.
Traditionell erfolgt die Konservierung der Spenderorgane durch statische Kaltlagerung (SCS). Um Ischämie-Reperfusionsschäden zu minimieren und die Organqualität zu verbessern, wurden neue Technologien zur Maschinenperfusion entwickelt.
Dieser Cochrane Review evaluiert die Effekte verschiedener Perfusionsmethoden. Dazu zählen die hypotherme oxygenierte Maschinenperfusion (HOPE) und die normotherme Maschinenperfusion (NMP) im Vergleich zur Standard-Kaltlagerung.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz aus sieben randomisierten kontrollierten Studien zusammen. Es ergeben sich folgende zentrale Erkenntnisse für die klinische Praxis:
Überleben der Empfänger
Bezüglich des Gesamtüberlebens der Empfänger zeigt der Review keine eindeutigen Vorteile der Maschinenperfusion. Sowohl für HOPE (niedrige Evidenzqualität) als auch für NMP (sehr niedrige Evidenzqualität) bleibt ein Überlebensvorteil gegenüber der statischen Kaltlagerung ungewiss.
Klinische Vorteile durch HOPE
Die hypotherme oxygenierte Maschinenperfusion (HOPE) weist im Vergleich zur Kaltlagerung signifikante klinische Vorteile auf. Der Review belegt folgende Verbesserungen:
-
Erhöhtes Transplantatüberleben (hohe Evidenzqualität)
-
Reduktion schwerwiegender unerwünschter Ereignisse bei Lebern von Spendern nach Hirntod (DBD) mit erweiterten Kriterien (moderate Evidenzqualität)
-
Weniger klinisch signifikante ischämische Cholangiopathien bei Lebern von Spendern nach Herzstillstand (DCD) (hohe Evidenzqualität)
Effekte der normothermen Perfusion (NMP)
Für die normotherme Maschinenperfusion (NMP) lassen sich diese klinischen Vorteile gegenüber der Kaltlagerung laut Review nicht nachweisen. Allerdings wird eine verbesserte Organausnutzung beschrieben.
Eine Studie zeigte eine um 50 % reduzierte Verwerfungsrate von Spenderorganen unter NMP. Die genauen Ursachen für diesen Effekt sind jedoch noch ungeklärt.
Vergleich der Perfusionsverfahren
Die nachfolgende Tabelle fasst die bewerteten Effekte der Perfusionsverfahren im Vergleich zur statischen Kaltlagerung (SCS) zusammen:
| Verfahren | Transplantatüberleben | Schwere Komplikationen | Organausnutzung |
|---|---|---|---|
| HOPE | Verbessert (hohe Evidenz) | Reduziert (moderate bis hohe Evidenz) | Keine spezifischen Daten |
| NMP | Kein nachgewiesener Vorteil | Kein nachgewiesener Vorteil | Verbessert (geringere Verwerfungsrate) |
💡Praxis-Tipp
Bei der Entscheidung zur Transplantation einer Leber nach Herzstillstand (DCD) oder Hirntod (DBD) bietet die end-ischämische HOPE laut Review überlegene klinische Ergebnisse gegenüber der reinen Kaltlagerung. Es wird hervorgehoben, dass NMP zwar die Organausnutzung verbessert, aber keine vergleichbaren Belege für ein besseres Transplantatüberleben liefert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review verbessert die hypotherme oxygenierte Maschinenperfusion (HOPE) das Transplantatüberleben signifikant. Zudem reduziert sie schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und ischämische biliäre Komplikationen im Vergleich zur Kaltlagerung.
Der Review stellt fest, dass ein Vorteil für das Gesamtüberleben der Empfänger bisher ungewiss ist. Die Evidenzqualität hierfür wird sowohl für HOPE als auch für NMP als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.
Die NMP zeigt laut Review keine signifikanten Vorteile beim Transplantatüberleben gegenüber der Kaltlagerung. Sie ist jedoch mit einer besseren Organausnutzung und einer geringeren Verwerfungsrate von Spenderlebern assoziiert.
Bei Spenderlebern nach Herzstillstand (DCD) reduziert die HOPE-Methode das Risiko für eine klinisch signifikante ischämische Cholangiopathie. Dies wird im Review mit hoher Evidenzqualität belegt.
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Quelle: Cochrane Review: Machine perfusion in liver transplantation (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.