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Mechanische Kreislaufunterstützung bei kardiogenem Schock

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der kardiogene Schock ist ein Zustand kritischer Endorgan-Hypoperfusion aufgrund einer primären Herzerkrankung. Bei therapierefraktärem Verlauf trotz maximaler Gabe von Vasopressoren, Inotropika und intraaortaler Ballonpumpe nähert sich die Mortalität 100 Prozent.

Mechanische Kreislaufunterstützungssysteme (MCS) sollen die Perfusion lebenswichtiger Organe aufrechterhalten und den versagenden Ventrikel entlasten. Dies reduziert die intrakardialen Füllungsdrücke, die myokardiale Wandspannung und den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels.

Der Einsatz dieser Systeme dient als Überbrückung bis zur myokardialen Erholung. Alternativ können sie Zeit verschaffen, um über eine langfristige Versorgung mit einem ventrikulären Assistenzsystem (VAD) oder eine Herztransplantation zu entscheiden.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews (2020).

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2020) analysiert die Evidenz zum Einsatz mechanischer Assistenzsysteme bei akutem kardiogenem Schock basierend auf fünf randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 162 Teilnehmenden.

Überleben und Mortalität

Die Meta-Analyse zeigt, dass mechanische Assistenzsysteme möglicherweise keinen oder nur einen geringen Effekt auf das 30-Tage-Überleben haben (Relatives Risiko 1,01). Die Autoren betonen, dass die aktuelle Evidenzlage für diesen Endpunkt sehr unsicher ist.

Es liegt laut Review derzeit keine Evidenz vor, dass die mechanische Kreislaufunterstützung das Überleben bei akutem kardiogenem Schock signifikant verbessert.

Untersuchte Systeme

Die eingeschlossenen Studien untersuchten folgende Systeme im Vergleich zur bestmöglichen medizinischen Versorgung:

  • TandemHeart (bei kardiogenem Schock aller Ursachen)

  • Impella CP (bei kardiogenem Schock infolge eines akuten Myokardinfarkts)

Komplikationen und Sicherheit

In den Studien traten sowohl in der Interventions- als auch in der Kontrollgruppe nicht selten schwerwiegende Komplikationen auf. Zu den beobachteten unerwünschten Ereignissen zählten:

  • Sepsis

  • Thromboembolische Ereignisse

  • Blutungen

  • Schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (MACE)

Aufgrund inkonsistenter Definitionen und Berichterstattungen konnten diese Daten jedoch nicht in einer Meta-Analyse gepoolt werden.

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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass der routinemäßige Einsatz mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme beim akuten kardiogenen Schock derzeit nicht durch eine nachgewiesene Überlebensverbesserung gestützt wird. Es wird darauf hingewiesen, dass eine sorgfältige Risikostratifizierung essenziell ist, da die Systeme mit relevanten Komplikationen wie Blutungen und Sepsis einhergehen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine Evidenz dafür, dass mechanische Kreislaufunterstützungssysteme das 30-Tage-Überleben bei akutem kardiogenem Schock verbessern. Die Datenlage für diesen Endpunkt wird jedoch als sehr unsicher eingestuft.

Der Review berichtet über nicht seltene Komplikationen wie Sepsis, thromboembolische Ereignisse und Blutungen. Diese unerwünschten Ereignisse traten in den Studien jedoch auch in den Kontrollgruppen auf.

Die analysierten Studien untersuchten die perkutanen ventrikulären Assistenzsysteme TandemHeart und Impella CP. Diese wurden mit der bestmöglichen medizinischen Standardtherapie verglichen.

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Quelle: Cochrane Review: Mechanical assist devices for acute cardiogenic shock (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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