Niereninsuffizienz (CNI): Diät zur Dialyseverzögerung
Hintergrund
Chronische Nierenerkrankungen (CKD) führen häufig zu einem fortschreitenden Nierenfunktionsverlust. Um das Fortschreiten bis zur terminalen Niereninsuffizienz (ESKD) und die Notwendigkeit einer Dialyse zu verzögern, werden seit Langem proteinarme Diäten diskutiert.
Ein systematischer Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Ernährungsformen. Die Analyse fokussiert sich auf erwachsene, nicht-diabetische Personen mit einer chronischen Nierenerkrankung der Stadien 3 bis 5, die noch nicht dialysepflichtig sind.
Es wurden Daten aus 17 randomisierten kontrollierten Studien mit knapp 3000 Teilnehmenden ausgewertet. Dabei wurden sehr proteinarme und proteinarme Diäten mit einer normalen Eiweißzufuhr über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten verglichen.
💡Praxis-Tipp
Eine sehr proteinarme Diät (0,3-0,4 g/kg/Tag) kann bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz das Erreichen der Dialysepflichtigkeit verzögern. Es wird jedoch empfohlen, bei einer derart strengen Restriktion engmaschig auf Anzeichen einer Protein-Energie-Mangelernährung und eines ungewollten Gewichtsverlusts zu achten. Die potenziell eingeschränkte Lebensqualität durch die strikte Diät sollte in die gemeinsame Entscheidungsfindung einbezogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review wird eine sehr proteinarme Diät mit einer täglichen Aufnahme von 0,3 bis 0,4 g Protein pro kg Körpergewicht definiert. Diese Form der Ernährung wird häufig mit essenziellen Aminosäuren und Ketoanaloga ergänzt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.
Eine sehr proteinarme Diät reduziert wahrscheinlich die Anzahl der Personen, die eine terminale Niereninsuffizienz entwickeln und dialysepflichtig werden. Eine moderat proteinarme Diät (0,5-0,6 g/kg/Tag) zeigt hingegen kaum einen Unterschied im Vergleich zu einer normalen Ernährung.
Die vorliegende Evidenz zeigt, dass weder eine proteinarme noch eine sehr proteinarme Diät die Gesamtmortalität signifikant beeinflussen. Die Sterblichkeitsrate unterscheidet sich nicht wesentlich von der bei normaler Proteinaufnahme.
Mögliche unerwünschte Effekte umfassen einen ungewollten Gewichtsverlust und eine Protein-Energie-Mangelernährung. Der Review weist jedoch darauf hin, dass diese Nebenwirkungen in den Studien selten auftraten, die Datenlage dazu aber sehr begrenzt ist.
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Quelle: Cochrane Review: Low protein diets for non-diabetic adults with chronic kidney disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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