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Eiweißarme Diät bei chronischer Nierenerkrankung: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist durch eine fortschreitende Abnahme der Nierenfunktion gekennzeichnet. Um das Fortschreiten bis zum terminalen Nierenversagen (ESKD) und die Notwendigkeit einer Dialyse zu verzögern, werden seit Jahrzehnten eiweißarme Diäten vorgeschlagen.

Gesunde Erwachsene konsumieren in der Regel mehr als 1 g Protein pro kg Körpergewicht täglich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 g/kg.

In der Nephrologie werden reduzierte Proteindiäten eingesetzt, um urämische Symptome zu lindern und metabolische Komplikationen zu reduzieren. Dieser Cochrane Review untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Stufen der Proteinrestriktion bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer CKD.

Empfehlungen

Der Cochrane Review vergleicht verschiedene Stufen der Proteinrestriktion und deren Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf.

DiätformProteinzufuhrEffekt auf terminales Nierenversagen (ESKD)Effekt auf Mortalität
Normale Proteindiät≥ 0,8 g/kg/TagReferenzReferenz
Niedrige Proteindiät (LPD)0,5 - 0,6 g/kg/TagWahrscheinlich kein Unterschied (Evidenzgrad Niedrig)Kein Unterschied
Sehr niedrige Proteindiät (VLPD)0,3 - 0,4 g/kg/TagWahrscheinliche Reduktion (Evidenzgrad Moderat)Kein Unterschied

Sehr niedrige Proteindiät (VLPD)

Laut Review reduziert eine sehr niedrige Proteinzufuhr (0,3 bis 0,4 g/kg/Tag) wahrscheinlich die Anzahl der Personen mit CKD im Stadium 4 oder 5, die ein terminales Nierenversagen entwickeln (moderate Evidenz).

Es wird beschrieben, dass diese Diätform häufig mit essenziellen Aminosäuren und Ketoanaloga ergänzt wird, um das Risiko einer Mangelernährung zu senken.

Der positive Effekt auf das Nierenversagen beruht laut den Autoren vermutlich nicht auf einer direkten Verbesserung der glomerulären Filtrationsrate (GFR). Vielmehr wird angenommen, dass die Korrektur der metabolischen Azidose sowie die reduzierte Phosphat- und Natriumretention ausschlaggebend sind.

Niedrige Proteindiät (LPD)

Eine niedrige Proteinzufuhr (0,5 bis 0,6 g/kg/Tag) zeigt im Vergleich zu einer normalen Proteinzufuhr wahrscheinlich keinen signifikanten Unterschied in Bezug auf das Erreichen eines terminalen Nierenversagens (niedrige Evidenz).

Weder die niedrige noch die sehr niedrige Proteindiät haben laut den vorliegenden Daten einen Einfluss auf die Gesamtmortalität der Betroffenen.

Sicherheit und Lebensqualität

Der Review weist auf eine unzureichende Datenlage bezüglich unerwünschter Wirkungen hin.

Es fehlen insbesondere belastbare Daten zu folgenden Aspekten:

  • Gewichtsverlust und Protein-Energie-Mangelernährung

  • Auswirkungen der strengen Diätvorgaben auf die Lebensqualität

  • Langzeitfolgen der eingeschränkten Nahrungsaufnahme

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review betont, dass der Nutzen einer sehr strengen Proteinrestriktion (0,3-0,4 g/kg/Tag) bei fortgeschrittener CKD wahrscheinlich nicht auf einer direkten Stabilisierung der GFR beruht. Vielmehr wird der positive Effekt durch die Reduktion urämischer Symptome und die Korrektur der metabolischen Azidose erklärt. Es wird darauf hingewiesen, dass eine solche Diät zwingend mit Ketoanaloga supplementiert und engmaschig ernährungsmedizinisch begleitet werden sollte, um eine Mangelernährung zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review wird eine sehr niedrige Proteindiät mit 0,3 bis 0,4 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag definiert. Es wird beschrieben, dass diese Form der Ernährung in der Regel mit essenziellen Aminosäuren und Ketoanaloga ergänzt wird.

Der Review zeigt, dass eine sehr niedrige Proteinzufuhr bei fortgeschrittener Nierenerkrankung (CKD 4-5) wahrscheinlich das Fortschreiten zum terminalen Nierenversagen reduziert. Eine moderat reduzierte Proteinzufuhr (0,5-0,6 g/kg/Tag) zeigt hingegen kaum einen Unterschied zur normalen Ernährung.

Gemäß den ausgewerteten Studien haben weder niedrige noch sehr niedrige Proteindiäten einen signifikanten Einfluss auf die Gesamtmortalität der Betroffenen.

Die Publikation weist darauf hin, dass es nur begrenzte Daten zu unerwünschten Wirkungen wie Gewichtsverlust oder Protein-Energie-Mangelernährung gibt. Zudem ist unklar, inwieweit die strenge Diät die Lebensqualität der Betroffenen einschränkt.

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Quelle: Cochrane Review: Low protein diets for non-diabetic adults with chronic kidney disease (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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