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Iridotomie bei Engwinkelglaukom: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das primäre Engwinkelglaukom ist durch eine physische Obstruktion des vorderen Kammerwinkels gekennzeichnet. Ein Kontakt zwischen Iris und Linse am Pupillarrand führt zu einem Pupillarblock, der den Abfluss des Kammerwassers behindert und den Augeninnendruck erhöhen kann.

Ein erhöhter Augeninnendruck ist maßgeblich mit glaukomatösen Sehnervenschäden und fortschreitenden Gesichtsfeldverlusten assoziiert. Die periphere Laser-Iridotomie zielt darauf ab, diesen Pupillarblock aufzuheben, indem eine künstliche Öffnung in der Iris geschaffen wird, durch die das Kammerwasser direkt von der Hinter- in die Vorderkammer fließen kann.

Das Verfahren wird bei Personen mit primärem Engwinkelglaukom, primärem Kammerwinkelverschluss sowie bei entsprechenden Verdachtsfällen eingesetzt. Die tatsächliche Wirksamkeit der Iridotomie zur Verlangsamung des Gesichtsfeldverlustes war Gegenstand dieser systematischen Untersuchung.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review analysiert die Evidenz zur Iridotomie im Vergleich zu keiner Iridotomie bei Personen mit Verdacht auf primären Kammerwinkelverschluss.

Klinische Endpunkte und Wirksamkeit

Die Meta-Analyse von vier Studien mit über 3000 Augen zeigt, dass die Iridotomie im Vergleich zur Kontrollgruppe kaum bis keine klinisch signifikanten Unterschiede bei den funktionellen Hauptparametern aufweist.

Klinischer ParameterEffekt der Iridotomie (vs. Kontrolle)Evidenzgrad
Augeninnendruck (IOP) nach 1 und 5 JahrenKaum bis kein UnterschiedModerate Evidenz
Visus (bestkorrigiert) nach 1 und 5 JahrenKaum bis kein UnterschiedModerate Evidenz
Inzidenz eines akuten GlaukomanfallsKaum bis kein UnterschiedNiedrige Evidenz
Kammerwinkel (Shaffer-Grading)Signifikante ErweiterungModerate Evidenz
Periphere vordere Synechien (nach 5 Jahren)Geringeres AuftretenModerate Evidenz

Gesichtsfeldverlust und Nebenwirkungen

Bezüglich des primären Endpunkts der Untersuchung weist die Analyse auf eine deutliche Datenlücke hin:

  • Es liegen keine Studiendaten zum Anteil der Personen mit fortschreitendem Gesichtsfeldverlust vor.

  • Auch zu Lebensqualität oder der durchschnittlichen Anzahl benötigter drucksenkender Medikamente fehlen auswertbare Daten.

  • Okuläre unerwünschte Ereignisse wie Augenschmerzen, trockenes Auge, Rötungen oder Augenbeschwerden traten in der Iridotomie-Gruppe häufiger auf, auch wenn diese insgesamt selten waren.

Schlussfolgerung der Autoren

Laut Review reicht die aktuelle Evidenz nicht aus, um verlässliche Aussagen über den Nutzen der Iridotomie zur Verlangsamung des Gesichtsfeldverlustes zu treffen. Zwar verbessern sich die gonioskopischen Befunde (wie die Weite des Kammerwinkels), es bleibt jedoch unklar, ob diese anatomischen Veränderungen zu einem klinisch bedeutsamen Vorteil führen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review betont, dass eine rein anatomische Verbesserung des Kammerwinkels nach einer Iridotomie nicht zwingend mit einem klinischen Nutzen für den Erhalt des Gesichtsfeldes oder einer relevanten Senkung des Augeninnendrucks einhergeht. Es wird darauf hingewiesen, dass das Verfahren mit einer leicht erhöhten Rate an lokalen Nebenwirkungen wie dem trockenen Auge oder Augenschmerzen assoziiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review führt die Iridotomie im Vergleich zu keiner Behandlung nach ein bis fünf Jahren wahrscheinlich zu keinem relevanten Unterschied beim Augeninnendruck. Die Evidenz hierfür wird als moderat eingestuft.

Der aktuelle Review konnte diese Frage nicht abschließend beantworten. Es wurden keine Studien gefunden, die den fortschreitenden Gesichtsfeldverlust als Endpunkt ausreichend untersucht haben.

Die Analyse zeigt, dass okuläre Nebenwirkungen wie Augenschmerzen, Rötungen, Augenbeschwerden und das trockene Auge nach einer Iridotomie häufiger auftreten als in der Kontrollgruppe. Diese Ereignisse sind jedoch insgesamt selten.

Ja, die Daten belegen mit moderater Sicherheit, dass behandelte Augen einen signifikant weiteren Kammerwinkel aufweisen. Zudem treten nach fünf Jahren seltener periphere vordere Synechien auf.

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Quelle: Cochrane Review: Iridotomy to slow progression of visual field loss in angle-closure glaucoma (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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