StatPearls2026

Akutes Engwinkelglaukom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das akute Engwinkelglaukom ist ein ophthalmologischer Notfall, der durch einen plötzlichen Anstieg des Augeninnendrucks gekennzeichnet ist. Ursache ist eine Abflussstörung des Kammerwassers, die meist durch einen Pupillarblock bedingt ist.

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt typische Symptome wie starke unilaterale Augenschmerzen, verschwommenes Sehen, regenbogenfarbene Halos um Lichtquellen, Übelkeit und Erbrechen. Ohne rasche Behandlung drohen irreversible Schäden des Sehnervs und eine mögliche Erblindung.

Zu den Hauptrisikofaktoren zählen ein Alter zwischen 55 und 65 Jahren, weibliches Geschlecht, asiatische Abstammung sowie Hyperopie. Auch bestimmte Medikamente können bei anatomischer Prädisposition einen akuten Anfall auslösen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Diagnostik

Zur Diagnosestellung wird die Messung des Augeninnendrucks mittels Tonometrie empfohlen, wobei bei einem akuten Anfall typischerweise Werte zwischen 50 und 80 mmHg gemessen werden.

Zusätzlich wird eine Spaltlampenuntersuchung angeraten, um Befunde wie eine flache Vorderkammer, ein Hornhautödem oder eine fixierte, mittelweite Pupille zu identifizieren.

Zur definitiven Bestätigung des Kammerwinkelverschlusses wird eine Gonioskopie durch einen Ophthalmologen empfohlen (starke Empfehlung).

Bei der geplanten Gabe von osmotischen Diuretika wird laut Leitlinie die Bestimmung der Basislaborwerte zur Kontrolle von Elektrolyten und Nierenfunktion empfohlen.

Akuttherapie

Das primäre Ziel ist die rasche Senkung des Augeninnendrucks durch eine Kombinationstherapie. Die Leitlinie empfiehlt folgende medikamentöse Ansätze:

  • Reduktion der Kammerwasserproduktion durch systemisches Acetazolamid sowie topische Betablocker und Alpha-2-Agonisten

  • Verringerung des Kammerwasservolumens durch intravenöses Mannitol

  • Verbesserung des Kammerwasserabflusses durch topisches Pilocarpin

Es wird betont, den Augeninnendruck bis zur Stabilisierung engmaschig, mindestens jedoch stündlich, zu kontrollieren.

Operative Therapie und Prophylaxe

Nach Abklingen der akuten Phase wird als Therapie der Wahl eine Laser-Iridotomie (LPI) empfohlen, um den Pupillarblock zu beheben und zukünftige Anfälle zu verhindern.

Falls eine Laserbehandlung nicht möglich oder unzureichend ist, wird eine chirurgische Iridektomie angeraten.

Bei Vorliegen signifikanter anatomischer Risikofaktoren kann laut Leitlinie auch eine Linsenextraktion als Erstlinientherapie erwogen werden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungen für die medikamentöse Akuttherapie:

MedikamentDosierungWirkmechanismus / Bemerkung
Acetazolamid500 mg p.o. oder i.v.Reduktion der Kammerwasserproduktion
Mannitol1 bis 2 g/kg Körpergewicht i.v.Osmotische Reduktion des Kammerwasservolumens
Timolol 0,5%1 Tropfen topischReduktion der Kammerwasserproduktion
Apraclonidin 1%1 Tropfen topischReduktion der Kammerwasserproduktion und verbesserter Abfluss
Pilocarpin 1% bis 2%1 Tropfen alle 15 Minuten (für 2 Dosen)Erleichterung des Abflusses; Gabe erst bei IOP < 40 mmHg

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Anwendung bestimmter Medikamente bei Personen mit anatomischer Prädisposition, da diese einen akuten Glaukomanfall auslösen können. Zu den identifizierten Risikosubstanzen gehören:

  • Topische anticholinerge Mydriatika (z. B. Atropin, Cyclopentolat)

  • Systemische Medikamente wie Topiramat, Sulfonamide, Duloxetin und Phenothiazine

Es wird empfohlen, dass Personen unter dieser Medikation regelmäßige ophthalmologische Kontrollen erhalten, insbesondere wenn Risikofaktoren für ein Engwinkelglaukom vorliegen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie hebt hervor, dass das unbehandelte Partnerauge aufgrund derselben anatomischen Voraussetzungen ein 40- bis 80-prozentiges Risiko hat, innerhalb von 5 bis 10 Jahren ebenfalls ein akutes Engwinkelglaukom zu entwickeln. Daher wird eine prophylaktische Laser-Iridotomie beider Augen dringend empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Pilocarpin erst verabreicht werden sollte, wenn der Augeninnendruck unter 40 mmHg gesunken ist, da es bei höheren Drücken aufgrund einer Ischämie des M. sphincter pupillae oft wirkungslos bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie präsentiert sich das akute Engwinkelglaukom mit plötzlichen, starken einseitigen Augenschmerzen, verschwommenem Sehen und regenbogenfarbenen Halos um Lichtquellen. Häufig treten auch begleitende systemische Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf.

Während eines akuten Anfalls werden typischerweise stark erhöhte Werte zwischen 50 und 80 mmHg gemessen. Der normale Augeninnendruck liegt laut Leitlinie zwischen 10 und 21 mmHg.

Die Leitlinie empfiehlt die topische Gabe von Pilocarpin erst, wenn der Augeninnendruck auf unter 40 mmHg gesenkt wurde. Dann werden zwei Dosen im Abstand von 15 Minuten verabreicht.

Als Therapie der Wahl zur Verhinderung weiterer Anfälle wird die Laser-Iridotomie (LPI) empfohlen. Alternativ kann eine chirurgische Iridektomie oder bei entsprechenden anatomischen Risikofaktoren eine Linsenextraktion erwogen werden.

Das unbehandelte Auge weist die gleichen anatomischen Risikofaktoren auf und hat ein sehr hohes Risiko für einen zukünftigen Anfall. Daher wird laut Leitlinie eine prophylaktische Laser-Iridotomie auch für das Partnerauge empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Acute Angle-Closure Glaucoma (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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