Hyaluronidase: Prävention von Dammverletzungen & Ödemen
Hintergrund
Dammverletzungen und Episiotomien treten bei vaginalen Geburten häufig auf, insbesondere bei Erstgebärenden. Sie können zu kurz- und langfristigen Komplikationen wie Blutungen, Schmerzen, Harn- oder Stuhlinkontinenz sowie sexuellen Dysfunktionen führen.
Die Verletzungen werden je nach Schweregrad in vier Stufen eingeteilt. Verletzungen dritten und vierten Grades betreffen den analen Schließmuskelkomplex und gehen mit einer signifikant höheren Morbidität einher.
Die Injektion von Hyaluronidase in den Dammbereich während der zweiten Wehenphase wird als Methode diskutiert, um das Gewebe zu entspannen. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2024 bewertet die Evidenz dieser Intervention hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Sicherheit.
💡Praxis-Tipp
Obwohl Hyaluronidase-Injektionen im Vergleich zu keiner Intervention eine Reduktion von Dammverletzungen zeigen könnten, ist dieser Effekt im direkten Placebo-Vergleich nicht nachweisbar. Es wird vom Review darauf hingewiesen, dass die Reduktion von Dammödemen nach 24 Stunden der am besten belegte klinische Nutzen der Intervention ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es im Vergleich zu einer Placebo-Injektion möglicherweise keinen Unterschied in der Häufigkeit von Dammrissen oder Episiotomien. Ein potenzieller Vorteil zeigt sich lediglich im Vergleich zu keiner Intervention, was jedoch durch fehlende Verblindung verzerrt sein könnte.
Ja, die Evidenz zeigt, dass eine perineale Hyaluronidase-Injektion die Wahrscheinlichkeit für ein Dammödem 24 Stunden nach der Entbindung wahrscheinlich signifikant reduziert. Dies ist das Ergebnis mit der höchsten Evidenzqualität in der aktuellen Auswertung.
In den vom Review eingeschlossenen Studien wurden keine unerwünschten Wirkungen berichtet. Spezifische Komplikationen wie allergische Reaktionen oder verstärkte Blutungen traten nicht auf.
Der Review stellt fest, dass die optimale Dosis bisher nicht eindeutig geklärt ist. In den untersuchten Studien variierte die verabreichte Menge zwischen 750 und 5000 internationalen Einheiten.
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Quelle: Cochrane Review: Hyaluronidase for reducing perineal trauma (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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