Myomektomie bei Kaiserschnitt: Cochrane Review
Hintergrund
Postpartale Blutungen sind weltweit die Hauptursache für die mütterliche Sterblichkeit. Gleichzeitig nimmt die Prävalenz von Uterusmyomen bei Schwangeren stetig zu.
Traditionell wird die Entfernung von Myomen (Myomektomie) während eines Kaiserschnitts in der Geburtshilfe eher vermieden. Grund dafür ist das Risiko unkontrollierbarer Blutungen an einem stark vaskularisierten Uterus.
Andererseits bietet der Eingriff potenzielle Vorteile, wie den Erhalt der zukünftigen Fruchtbarkeit und die Vermeidung späterer Operationen. Der vorliegende Cochrane Review (2025) untersucht die Nutzen und Risiken dieses kombinierten Eingriffs.
Empfehlungen
Der Review fasst die Ergebnisse von 23 nicht-randomisierten Studien mit 7504 Frauen zusammen. Die Autoren betonen, dass die Evidenz für alle kritischen Endpunkte von sehr geringer Vertrauenswürdigkeit (very low certainty) ist.
Klinische Endpunkte und Risiken
Aufgrund der unsicheren Datenlage lassen sich laut Review keine verlässlichen Schlussfolgerungen zu folgenden Parametern ziehen:
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Risiko für Bluttransfusionen und postpartale Hämorrhagien
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Dauer der Operation und des Krankenhausaufenthalts
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Risiko für größere Folgeoperationen oder postpartales Fieber
Vergleich der Interventionen
Die Gegenüberstellung von Kaiserschnitt mit Myomektomie versus Kaiserschnitt allein zeigt folgende Tendenzen, die jedoch statistisch sehr unsicher sind:
| Endpunkt | Effekt (Kaiserschnitt mit Myomektomie) | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Bluttransfusion | RR 1,34 (möglicherweise erhöhtes Risiko) | Sehr gering |
| Hämorrhagie | RR 1,12 (möglicherweise erhöhtes Risiko) | Sehr gering |
| Operationsdauer | MD +11,17 Minuten | Sehr gering |
| Krankenhausaufenthalt | MD +0,30 Tage | Sehr gering |
| Postpartales Fieber | RR 1,13 (möglicherweise erhöhtes Risiko) | Sehr gering |
Langzeitfolgen und Ressourcen
Zu den Auswirkungen auf die zukünftige Fruchtbarkeit liegen dem Review zufolge keine Daten vor.
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Entscheidungsfindung die lokale Verfügbarkeit von Bluttransfusionen berücksichtigt werden sollte. Dies gilt insbesondere in ressourcenschwachen Regionen, in denen auch maschinelle Autotransfusionen (Cell Salvage) oft nicht verfügbar sind.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane Review sollte bei der Entscheidung für eine Myomektomie während eines Kaiserschnitts die hohe Unsicherheit der Datenlage bedacht werden. Es wird hervorgehoben, dass der Eingriff möglicherweise einen erhöhten Bedarf an Bluttransfusionen nach sich zieht. Daher ist die lokale Verfügbarkeit von Blutkonserven ein kritischer Faktor bei der Indikationsstellung.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review deuten die Daten auf ein möglicherweise erhöhtes Risiko für Hämorrhagien und Bluttransfusionen hin. Die Evidenz hierfür wird jedoch als sehr unsicher eingestuft.
Die analysierten Studien zeigen im Durchschnitt eine Verlängerung der Operationsdauer um etwa 11 Minuten. Auch hier betonen die Autoren die sehr geringe Vertrauenswürdigkeit der zugrundeliegenden Daten.
Der aktuelle Review konnte keine Studien identifizieren, die Daten zu zukünftigen Fertilitätsraten berichten. Dieser potenzielle Nutzen bleibt somit vorerst unbewiesen.
Der Review gibt keine routinemäßige Empfehlung ab, da die Nutzen-Risiko-Bilanz unklar ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die Entscheidung individuell und unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen (z. B. Blutkonserven) getroffen werden sollte.
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Quelle: Cochrane Review: Caesarean myomectomy in pregnant women with uterine fibroids (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.