CochraneIa2021

Telemedizin in der Intensivpflege: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die intensivmedizinische Telemedizin (Critical Care Telemedicine, CCT) ermöglicht den Zugang zu spezialisierter Fachexpertise in geografisch abgelegenen Gebieten. Zudem bietet sie das Potenzial, Behandlungsschwankungen durch klinische Entscheidungsunterstützung und die Analyse großer Datensätze zu reduzieren.

Gesundheitssysteme, die in Telemedizin investieren, scheinen besser auf plötzliche Nachfragesteigerungen, wie beispielsweise während Pandemien, vorbereitet zu sein. Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung solcher neuen Technologien, die sorgfältig evaluiert werden müssen.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane Review identifiziert zentrale Faktoren für die erfolgreiche Implementierung von Telemedizin in der Intensivmedizin.

Vorteile und Akzeptanz

Laut Review wird der Zugang zu Fachexperten bei Abwesenheit von Ärzten vor Ort als Hauptvorteil der CCT angesehen (hohe Konfidenz). Zudem wird beschrieben, dass Telemedizin die klinische Entscheidungsfindung und das Mentoring von jüngerem Personal maßgeblich unterstützt.

Teamdynamik und Kommunikation

Die Qualität der sozialen Netzwerke zwischen dem Personal am Patientenbett und dem Telemedizin-Zentrum (Hub) wird als essenziell bewertet. Für eine erfolgreiche Zusammenarbeit werden folgende Faktoren hervorgehoben:

  • Aufbau von Vertrauen und gegenseitiger Akzeptanz

  • Förderung des Teamgefühls und der Vertrautheit

  • Etablierung einer effektiven Kommunikation zwischen beiden Standorten

Der Review warnt vor Spannungen, Frustration und Konflikten, die durch mangelnden Respekt vor der jeweiligen Expertise entstehen können.

Schulung und Vorbereitung

Es wird empfohlen, bereits vor der Implementierung umfassende Schulungen zur Nutzung der Telemedizin anzubieten. Dabei sollten laut Review folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Praktisches Durchspielen aller Prozessschritte

  • Schaffung von Möglichkeiten für Rückfragen des Personals

  • Bereitstellung und Verbreitung von Lernmaterialien

Barrieren und Bedenken

Als mögliche Hürden nennt der Review Bedenken des Personals, dass die Experten im Zentrum die klinische Situation über die Kamera nicht vollständig erfassen können. Zudem wird auf Sorgen hinsichtlich der Vertraulichkeit der medizinischen Informationen hingewiesen.

Weitere Faktoren, die die Implementierung beeinflussen können (moderate bis niedrige Konfidenz), umfassen die Anpassungsfähigkeit der Software an lokale Bedürfnisse sowie den zusätzlichen administrativen Aufwand.

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💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Stolperstein bei der Einführung von Telemedizin auf der Intensivstation ist die fehlende Wertschätzung zwischen dem Personal vor Ort und dem Telemedizin-Zentrum. Der Review betont, dass der Aufbau eines gemeinsamen Teamgefühls und der gegenseitige Respekt vor der jeweiligen Expertise genauso wichtig sind wie die technische Umsetzung. Zudem wird davor gewarnt, dass der Abzug von erfahrenem Personal von der direkten Versorgung in das Telemedizin-Zentrum zu Unmut führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review besteht der Hauptvorteil darin, jederzeit Zugang zu intensivmedizinischen Fachexperten zu haben, insbesondere wenn vor Ort keine entsprechenden Ärzte verfügbar sind. Dies unterstützt zudem die klinische Entscheidungsfindung maßgeblich.

Der Review beschreibt, dass es häufig zu Spannungen, Frustration und Konflikten kommt. Diese resultieren meist aus einem mangelnden Respekt vor der Expertise der jeweils anderen Gruppe sowie aus allgemeiner Skepsis gegenüber der Technologie.

Es wird empfohlen, bereits vor der eigentlichen Implementierung umfassende Schulungen durchzuführen. Dabei sollten alle Prozessschritte geprobt, Lernmaterialien bereitgestellt und ausreichend Raum für Fragen des Personals geschaffen werden.

Einigen Mitarbeitern zufolge besteht die Sorge, dass das Personal im Telemedizin-Zentrum die komplexe klinische Situation rein über die Kameraübertragung nicht vollständig oder korrekt erfassen kann. Zudem werden häufig Bedenken bezüglich der Vertraulichkeit der Informationen geäußert.

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Quelle: Cochrane Review: Healthcare stakeholders' perceptions and experiences of factors affecting the implementation of critical care telemedicine (CCT): qualitative evidence synthesis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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