CochraneIa2023

Erythropoese-stimulierende Mittel bei CKD: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Anämie ist eine häufige Komplikation bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD). Sie kann zu Symptomen wie Müdigkeit oder Kurzatmigkeit führen und den Bedarf an Bluttransfusionen erhöhen.

Erythropoese-stimulierende Mittel (ESA) werden häufig zur Behandlung dieser renalen Anämie eingesetzt. Zu den verfügbaren Präparaten gehören unter anderem Epoetin alfa, Epoetin beta und Darbepoetin alfa.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane-Reviews. Ziel der Metaanalyse war es, die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener ESA-Präparate untereinander sowie im Vergleich zu Placebo zu bewerten.

Empfehlungen

Der vorliegende Cochrane-Review formuliert basierend auf der aktuellen Evidenzlage folgende Kernaussagen zur Therapie mit Erythropoese-stimulierenden Mitteln (ESA):

Vermeidung von Bluttransfusionen

Laut Review zeigen bestimmte ESA-Präparate eine Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Vermeidung von Bluttransfusionen. Die vergleichenden Effekte der Präparate untereinander bleiben jedoch ungewiss.

ESA-PräparatEffekt im Vergleich zu PlaceboEvidenzqualität
Epoetin alfaÜberlegenNiedrig
Epoetin betaÜberlegenNiedrig
Darbepoetin alfaWahrscheinlich überlegenModerat
Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin betaUngewissSehr niedrig
BiosimilarsUngewissSehr niedrig

Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse

Die Metaanalyse zeigt, dass die Auswirkungen der meisten ESA auf die Gesamtmortalität im Vergleich zu Placebo ungewiss sind. Für Darbepoetin alfa besteht wahrscheinlich kein Unterschied zu Placebo hinsichtlich der Sterblichkeit (moderate Evidenzqualität).

Zudem weist der Review auf ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck hin:

  • Epoetin beta erhöht wahrscheinlich das Risiko für Hypertonie im Vergleich zu Placebo

  • Epoetin alfa, Darbepoetin alfa und Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta erhöhen das Risiko möglicherweise ebenfalls

Die vergleichenden Effekte aller ESA auf kardiovaskulären Tod, Myokardinfarkt, Schlaganfall, Shunt-Thrombosen oder Nierenversagen bleiben laut den Autoren ungewiss.

Präparatewahl in der Praxis

Da die aktuelle Datenlage nicht ausreicht, um die vergleichende Wirksamkeit und Sicherheit der verschiedenen ESA-Formulierungen abschließend zu beurteilen, ziehen die Autoren eine praxisrelevante Schlussfolgerung. Die Auswahl des Präparats sollte sich primär an folgenden Faktoren orientieren:

  • Medikamentenkosten

  • Regionale Verfügbarkeit

  • Präferenzen der Behandelten hinsichtlich der Behandlungshäufigkeit

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💡Praxis-Tipp

Der Cochrane-Review weist darauf hin, dass es keine ausreichende Evidenz für die klinische Überlegenheit eines spezifischen ESA-Präparats gibt. Es wird daher nahegelegt, die Therapieentscheidung primär von praktischen Faktoren wie Kosten, Verfügbarkeit und dem gewünschten Applikationsintervall abhängig zu machen. Zudem wird betont, dass unter der Therapie mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck zu rechnen ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review lässt sich aufgrund der aktuellen Datenlage keine eindeutige Überlegenheit eines bestimmten ESA-Präparats feststellen. Die Autoren schlussfolgern, dass die Wahl des Medikaments eher auf Kosten, Verfügbarkeit und Applikationshäufigkeit basieren sollte.

Die Metaanalyse zeigt, dass Epoetin alfa, Epoetin beta und Darbepoetin alfa im Vergleich zu Placebo effektiv Bluttransfusionen verhindern können. Für andere Präparate wie Biosimilars ist dieser Effekt laut Review noch ungewiss.

Der Review warnt davor, dass der Einsatz von ESA das Risiko für Bluthochdruck erhöhen kann. Dies wurde insbesondere für Epoetin beta mit moderater Evidenzqualität nachgewiesen.

Gemäß der Metaanalyse gibt es keine sicheren Beweise dafür, dass ESA die Gesamtmortalität oder den kardiovaskulären Tod im Vergleich zu Placebo reduzieren. Für Darbepoetin alfa wurde gezeigt, dass es wahrscheinlich keinen Unterschied zur Placebogabe hinsichtlich der Sterblichkeit gibt.

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Quelle: Cochrane Review: Erythropoiesis-stimulating agents for anaemia in adults with chronic kidney disease: a network meta-analysis (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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