Eisentherapie bei CKD: IV vs. oral, Hb & ESA-Bedarf

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Eine Anämie tritt bei chronischen Nierenerkrankungen (CKD) häufig auf und wird durch einen Eisenmangel oft weiter verschlechtert. Ein Eisenmangel mindert zudem das Ansprechen auf Erythropoese-stimulierende Agenzien (ESA).

Die vorliegende Meta-Analyse der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2019 untersucht die Vor- und Nachteile einer intravenösen (IV) gegenüber einer oralen Eisentherapie. Eingeschlossen wurden Erwachsene und Kinder mit CKD, unabhängig davon, ob sie dialysepflichtig sind oder nicht.

Es besteht in der Praxis oft Unklarheit darüber, ob die potenziellen Risiken und höheren Kosten einer IV-Eisengabe durch den klinischen Nutzen gerechtfertigt sind. Der Review wertet hierzu 39 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 3852 Teilnehmenden aus.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut dem Review bietet intravenöses Eisen bei chronischer Nierenerkrankung zwar Vorteile bezüglich der Laborparameter und der Einsparung von ESA-Präparaten, ein Überlebensvorteil ist jedoch nicht belegt. Es wird nahegelegt, bei der Wahl der Applikationsform das erhöhte Risiko für allergische Reaktionen unter IV-Eisen gegen die häufigen gastrointestinalen Beschwerden unter oralem Eisen individuell abzuwägen.

Häufig gestellte Fragen

Der Cochrane Review zeigt, dass intravenöses Eisen den Hämoglobin- und Ferritinwert effektiver steigert als orales Eisen. Gleichzeitig kann durch die IV-Gabe die benötigte Dosis an Erythropoese-stimulierenden Agenzien (ESA) reduziert werden. Ein Überlebensvorteil konnte für keinen der beiden Wege nachgewiesen werden.

Laut der Meta-Analyse kommt es unter oraler Eisentherapie sehr häufig zu gastrointestinalen Nebenwirkungen. Dazu zählen vor allem Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö. Diese Beschwerden führen oft zu einer reduzierten Therapieadhärenz.

Die Auswertung der vorliegenden Studien ergab keinen signifikanten Unterschied im Infektionsrisiko zwischen intravenöser und oraler Eisengabe. Die Evidenzqualität für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.

Der Review fand keine ausreichende Evidenz, um eine Überlegenheit der intravenösen Eisentherapie bezüglich der Lebensqualität zu bestätigen. Nur wenige der eingeschlossenen Studien untersuchten diesen patientenzentrierten Endpunkt systematisch.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Parenteral versus oral iron therapy for adults and children with chronic kidney disease (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.