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Epiduralanalgesie bei Herz-OPs: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Kombination aus Allgemeinanästhesie und Epiduralanalgesie wird in der Kardiochirurgie häufig diskutiert. Ein potenzieller Nutzen für den klinischen Verlauf steht dabei einem theoretischen Risiko gegenüber.

Aufgrund der systemischen Heparinisierung während Herzoperationen, insbesondere bei Einsatz der Herz-Lungen-Maschine, besteht die Sorge vor einem epiduralen Hämatom. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des aktualisierten Cochrane Reviews aus dem Jahr 2019.

Der Review untersucht den Einfluss der perioperativen Epiduralanalgesie bei Erwachsenen auf die Mortalität sowie auf kardiale, pulmonale und neurologische Morbidität. Hierbei wurden 69 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 4860 Teilnehmern ausgewertet.

Empfehlungen

Der Cochrane Review vergleicht die Epiduralanalgesie primär mit der systemischen Schmerztherapie. Die Autoren fassen die Effekte auf verschiedene klinische Endpunkte zusammen.

Klinische Endpunkte und Komplikationen

Die Auswertung der Studien zeigt unterschiedliche Effekte der Epiduralanalgesie auf postoperative Komplikationen im Vergleich zur systemischen Analgesie:

EndpunktEffekt der EpiduralanalgesieEvidenzqualität
Mortalität (0-30 Tage)Kein UnterschiedNiedrig
MyokardinfarktReduziertes RisikoNiedrig
AtemdepressionReduziertes RisikoNiedrig
Vorhofflimmern/-flatternReduziertes RisikoModerat
PneumonieKein relevanter UnterschiedModerat
Epidurales HämatomKeine Ereignisse berichtetNiedrig
HypotonieErhöhtes RisikoNiedrig

Postoperativer Verlauf und Schmerzmanagement

Bezüglich der postoperativen Erholung und Schmerzkontrolle werden folgende Ergebnisse hervorgehoben:

  • Die Dauer der trachealen Intubation wird durch die Epiduralanalgesie im Durchschnitt um 2,4 Stunden verkürzt (moderate Evidenzqualität).

  • Es zeigt sich eine signifikante Schmerzreduktion in Ruhe und bei Bewegung bis zu 72 Stunden postoperativ.

  • Bezüglich der Notwendigkeit von Inotropika oder Vasopressoren gibt es laut Review keinen relevanten Unterschied zur systemischen Therapie.

Vergleich mit anderen Verfahren

Die Evidenz reicht derzeit nicht aus, um die Effekte der Epiduralanalgesie im Vergleich zu anderen regionalanästhesiologischen Verfahren abschließend zu beurteilen. Dies betrifft insbesondere den Vergleich mit peripheren Nervenblöcken, intrapleuraler Analgesie oder Wundinfiltration.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl in der Praxis häufig Bedenken bezüglich eines epiduralen Hämatoms unter systemischer Heparinisierung bestehen, wurden in den eingeschlossenen Studien des Reviews keine derartigen Ereignisse berichtet. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Epiduralanalgesie mit einem erhöhten Risiko für postoperative Hypotonien einhergehen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keinen nachweisbaren Unterschied in der 30-Tage-Mortalität zwischen Epiduralanalgesie und systemischer Schmerztherapie. Die Evidenzqualität hierfür wird als niedrig eingestuft.

Die Dauer der trachealen Intubation wird durch den Einsatz eines Periduralkatheters im Durchschnitt um 2,4 Stunden verkürzt. Dies wird durch eine moderate Evidenzqualität gestützt.

In den 53 untersuchten Studien mit knapp 4000 Teilnehmern wurde kein einziges epidurales Hämatom innerhalb von 30 Tagen berichtet. Das theoretische Risiko bei systemischer Heparinisierung bleibt jedoch ein viel diskutiertes Thema.

Der Review zeigt, dass die Epiduralanalgesie das Risiko für postoperative Myokardinfarkte sowie für Vorhofflimmern und Vorhofflattern reduzieren kann.

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Quelle: Cochrane Review: Epidural analgesia for adults undergoing cardiac surgery with or without cardiopulmonary bypass (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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