Paravertebralanästhesie bei Mammakarzinom: Cochrane Review
Hintergrund
Die chirurgische Entfernung des Tumors ist die primäre Behandlung bei Brustkrebs. Die Manipulation des Tumors während der Operation kann jedoch zu einer mikroskopischen Aussaat von Tumorzellen führen.
Die hormonelle Stressantwort des Körpers auf den Eingriff sowie eine Allgemeinanästhesie können die Immunabwehr unterdrücken. Dies begünstigt potenziell eine Tumorprogression.
Eine Paravertebralanästhesie betäubt das Operationsgebiet und bietet eine gute Analgesie. Sie dämpft die Stressantwort und minimiert den Bedarf an einer Allgemeinanästhesie. Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des Cochrane Reviews.
Empfehlungen
Der Cochrane Review vergleicht die Effekte der Paravertebralanästhesie (mit oder ohne Sedierung) mit der Allgemeinanästhesie. Es zeigen sich signifikante Vorteile im postoperativen Verlauf.
| Endpunkt | Effekt der Paravertebralanästhesie (vs. Allgemeinanästhesie) | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV) | Reduziert | Moderate Evidenz |
| Krankenhausaufenthaltsdauer | Verkürzt (im Mittel um ca. 79 Minuten) | Moderate Evidenz |
| Zeit bis zur Mobilisation | Verkürzt | Moderate Evidenz |
| Patientenzufriedenheit (nach 24h) | Erhöht | Moderate Evidenz |
| Schmerzen in Ruhe (nach 2h) | Reduziert | Moderate Evidenz |
| Schmerzen in Ruhe & Bewegung (nach 6h & 24h) | Möglicherweise reduziert | Niedrige Evidenz |
| Analgetikabedarf (erste 24h) | Möglicherweise reduziert | Niedrige Evidenz |
Klinische Endpunkte und Schmerztherapie
Laut Analyse führt die Paravertebralanästhesie zu einer wahrscheinlichen Reduktion von PONV und der Krankenhausverweildauer. Zudem wird die Zeit bis zur ersten Mobilisation verkürzt.
Bezüglich der postoperativen Schmerztherapie zeigt der Review folgende Ergebnisse:
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Signifikante Schmerzreduktion in Ruhe nach 2 Stunden (moderate Evidenz)
-
Mögliche Schmerzreduktion in Ruhe und bei Bewegung nach 6 und 24 Stunden (niedrige Evidenz)
-
Mögliche Reduktion des Analgetikabedarfs in den ersten 24 Stunden postoperativ
Unerwünschte Ereignisse und fehlende Daten
Die beobachteten Komplikationen der Paravertebralanästhesie sind selten und in der Regel selbstlimitierend. Zu den dokumentierten Ereignissen zählen:
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Horner-Syndrom (7,1 %)
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Leichte Blutungen (1,4 %)
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Epidurale Ausbreitung (0,7 %)
-
Pleurapunktion ohne Pneumothorax (0,3 %)
Es liegen laut Review keine Daten zum krankheitsfreien Überleben, zu chronischen Schmerzen oder zur Lebensqualität vor. Auch eine anästhesiebedingte Mortalität wurde in den Studien nicht berichtet.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review hebt hervor, dass die Paravertebralanästhesie bei Brustkrebsoperationen eine effektive Alternative zur reinen Allgemeinanästhesie darstellt. Es wird betont, dass auftretende Komplikationen wie das Horner-Syndrom meist selbstlimitierend sind und keine spezifische Therapie erfordern. Die Technik bietet insbesondere Vorteile bei der Vermeidung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen (PONV).
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review reduziert die Paravertebralanästhesie im Vergleich zur Allgemeinanästhesie wahrscheinlich postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV). Zudem verkürzt sie den Krankenhausaufenthalt und verbessert die frühe postoperative Schmerzkontrolle.
Unerwünschte Ereignisse sind selten und meist selbstlimitierend. Das Horner-Syndrom tritt mit etwa 7,1 % am häufigsten auf, gefolgt von leichten Blutungen (1,4 %) und epiduraler Ausbreitung (0,7 %).
Der aktuelle Review liefert hierzu keine abschließenden Ergebnisse. Es sind keine Daten zum krankheitsfreien Überleben oder zur anästhesiebedingten Mortalität in den eingeschlossenen Studien verfügbar.
Die Auswertung zeigt, dass der Analgetikabedarf in den ersten 24 Stunden postoperativ möglicherweise reduziert wird. Die Evidenz für diesen Endpunkt wird jedoch als niedrig eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Paravertebral anaesthesia with or without sedation versus general anaesthesia for women undergoing breast cancer surgery (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.