Robotergestütztes Gehtraining nach Schlaganfall: Cochrane
Hintergrund
Ein Schlaganfall führt häufig zu funktionellen Einschränkungen, die die Gehfähigkeit der Betroffenen stark beeinträchtigen. Die Wiedererlangung des selbstständigen Gehens stellt ein zentrales Ziel der neurologischen Rehabilitation dar.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden in der klinischen Praxis zunehmend elektrisch betriebene und robotergestützte Gangtrainer eingesetzt. Diese Geräte sind darauf programmiert, automatisierte Bewegungsabläufe zu unterstützen und ein intensives, repetitives Training zu ermöglichen.
Der aktuelle Cochrane Review (2025) untersucht die Wirksamkeit dieser Technologien. Es wird evaluiert, ob der zusätzliche Einsatz von Gangtrainern im Vergleich zur alleinigen Physiotherapie oder Standardversorgung die Rehabilitationsergebnisse von Erwachsenen nach einem Schlaganfall verbessert.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Metaanalyse von 101 Studien folgende zentrale Ergebnisse zur Wirksamkeit der Intervention.
Klinische Endpunkte am Ende der Intervention
Laut der Übersichtsarbeit zeigt die Kombination aus elektromechanischem Gehtraining und Physiotherapie unterschiedliche Effekte auf die verschiedenen Parameter der Gehfähigkeit. Die Ergebnisse am Ende der Interventionsphase stellen sich wie folgt dar:
| Endpunkt | Effekt durch robotergestütztes Training | Vertrauenswürdigkeit der Evidenz |
|---|---|---|
| Selbstständiges Gehen | Wahrscheinlich erhöhte Chance (OR 1,65) | Moderat |
| Gehgeschwindigkeit | Wahrscheinlich keine klinisch relevante Erhöhung | Moderat |
| Gehfähigkeit (6-Minuten-Gehtest) | Keine signifikante Erhöhung | Hoch |
| Studienabbruch oder Mortalität | Kein erhöhtes Risiko | Hoch |
Erreichen der Gehfähigkeit
Die Übersichtsarbeit hebt hervor, dass der Einsatz von Gangtrainern die Wahrscheinlichkeit für das Wiedererlangen des selbstständigen Gehens signifikant erhöht. Es wird berichtet, dass neun Personen mit dieser Kombinationstherapie behandelt werden müssen, um bei einer zusätzlichen Person das selbstständige Gehen zu erreichen (Number Needed to Treat = 9).
Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Nutzen der Geräte möglicherweise in den ersten drei Monaten nach dem Schlaganfallereignis am größten ist.
Langzeiteffekte und Einschränkungen
Bei der späteren Nachbeobachtung nach Studienende lassen sich die positiven Effekte laut Review nicht mehr eindeutig nachweisen:
-
Die Chance auf selbstständiges Gehen ist bei der Nachbeobachtung möglicherweise nicht mehr erhöht (niedrige Evidenz)
-
Die durchschnittliche Gehgeschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke in sechs Minuten zeigen wahrscheinlich keine langfristige Verbesserung
Die Autoren betonen, dass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Es wird darauf hingewiesen, dass es zwischen den Studien große Unterschiede bezüglich der verwendeten Geräte sowie der Trainingsdauer und -häufigkeit gab.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane Review liegt der primäre klinische Nutzen des robotergestützten Gehtrainings im Erreichen der generellen Gehfähigkeit (Number Needed to Treat = 9), jedoch nicht in einer Steigerung der Gehgeschwindigkeit oder Ausdauer. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass der Einsatz dieser kostenintensiven Geräte besonders in der frühen Rehabilitationsphase innerhalb der ersten drei Monate nach dem Schlaganfall den größten Nutzen bringen könnte.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review erhöht der Einsatz von elektromechanischen Gangtrainern die durchschnittliche Gehgeschwindigkeit wahrscheinlich nicht. Der Hauptnutzen liegt stattdessen in der Wiedererlangung des selbstständigen Gehens an sich.
Die Übersichtsarbeit berechnet eine Number Needed to Treat (NNT) von neun. Das bedeutet, dass neun Personen behandelt werden müssen, damit eine zusätzliche Person am Ende der Therapie selbstständig gehen kann.
Der Review weist darauf hin, dass der Einsatz von elektronischen und robotergestützten Gangtrainern möglicherweise in den ersten drei Monaten nach einem Schlaganfall den größten Nutzen bringt. Zukünftige Studien sollen diesen zeitlichen Aspekt noch genauer untersuchen.
Bei der Nachbeobachtung nach Studienende konnte laut Review nicht mehr eindeutig nachgewiesen werden, dass die Patienten weiterhin von der Intervention profitieren. Die Evidenz für langfristige Effekte auf die Gehfähigkeit wird als niedrig bis moderat eingestuft.
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Quelle: Cochrane Review: Electromechanical-assisted training for walking after stroke (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.