Spontanatmung bei COVID-19 ARDS: Cochrane Review
Hintergrund
Das akute Atemnotsyndrom (ARDS) stellt den schwersten Verlauf einer COVID-19-Erkrankung dar. Es führt in der Regel zu einem verlängerten Aufenthalt auf der Intensivstation und ist mit einer hohen Mortalitätsrate verbunden.
Die meisten betroffenen Patienten benötigen eine invasive mechanische Beatmung (IMV). Die Spontanatmung während der IMV ist Teil eines Therapiekonzepts, das eine leichte Sedierung und die Vermeidung von neuromuskulären Blockern (NMBA) umfasst.
Dieser Ansatz wird auf Intensivstationen kontrovers diskutiert. Er bietet potenzielle Vorteile wie eine erhaltene Zwerchfellmotilität und ein optimiertes Ventilations-Perfusions-Verhältnis, birgt jedoch auch Risiken wie beatmungsinduzierte Lungenschäden oder eine Verschlechterung eines Lungenödems.
Empfehlungen
Der vorliegende Cochrane Review kommt zu dem Ergebnis, dass derzeit keine direkten Empfehlungen zur Beatmungsstrategie ausgesprochen werden können.
Fehlende Evidenz
Laut den Autoren wurden keine geeigneten Studien identifiziert, die die frühe Spontanatmung bei COVID-19-assoziiertem ARDS untersuchen. Es gibt demnach keine direkte Evidenz dafür, ob dieser Ansatz für diese spezifische Patientengruppe vorteilhaft oder schädlich ist.
Forschungsbedarf
Der Review formuliert stattdessen klare Anforderungen an die zukünftige Forschung:
-
Es werden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) benötigt, die die frühe Spontanatmung mit Beatmungsstrategien ohne Spontanatmung vergleichen.
-
Diese Studien sind notwendig, um den therapeutischen Stellenwert bei schwer erkrankten COVID-19-Patienten zu bestimmen.
-
Zukünftige Untersuchungen sollten klären, ob sich die Behandlungseffekte zwischen SARS-CoV-2-induziertem ARDS und ARDS anderer Genese unterscheiden.
💡Praxis-Tipp
Da aktuell keine direkte Evidenz zur frühen Spontanatmung bei COVID-19-assoziiertem ARDS vorliegt, muss die Beatmungsstrategie laut Review weiterhin individuell abgewogen werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die potenziellen Vorteile einer erhaltenen Zwerchfellfunktion stets gegen die Risiken eines beatmungsinduzierten Lungenschadens abgewogen werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine direkten Beweise dafür, ob eine frühe Spontanatmung bei SARS-CoV-2-induziertem ARDS vorteilhaft oder schädlich ist. Es konnten keine geeigneten Studien identifiziert werden.
Der Review nennt als potenzielle Vorteile eine erhaltene Zwerchfellmotilität. Zudem kann sich das Ventilations-Perfusions-Verhältnis der beatmeten Lunge optimieren.
Es wird darauf hingewiesen, dass ein höheres Risiko für beatmungsinduzierte Lungenschäden besteht. Außerdem kann es durch einen Anstieg des transpulmonalen Drucks zu einer Verschlechterung eines Lungenödems kommen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Cochrane Review: Early spontaneous breathing for acute respiratory distress syndrome in individuals with COVID-19 (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.