Antidiabetika bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Cochrane
Hintergrund
Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen weltweit eine der führenden Todesursachen dar. Bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes mellitus gilt Metformin weiterhin als medikamentöse Therapie der ersten Wahl.
In den letzten Jahren wurden jedoch zunehmend Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP4i), Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) und Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren (SGLT2i) zugelassen. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass diese Substanzklassen positive Effekte bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben könnten.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews aus dem Jahr 2021. Die Meta-Analyse untersucht den Nutzen und die Risiken dieser drei Antidiabetika-Klassen bei Personen mit etablierten kardiovaskulären Erkrankungen.
Empfehlungen
Der Review liefert auf Basis einer Netzwerk-Meta-Analyse folgende zentrale Erkenntnisse zu den untersuchten Substanzklassen:
SGLT2-Inhibitoren (SGLT2i)
-
Reduktion der kardiovaskulären und der Gesamtmortalität (moderate Evidenz).
-
Signifikante Senkung der Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz (hohe Evidenz).
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Wahrscheinliche Reduktion einer Verschlechterung der Nierenfunktion.
-
In der Netzwerk-Analyse wurden SGLT2i als beste Option bezüglich kardiovaskulärer und Gesamtmortalität eingestuft.
GLP-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA)
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Reduktion der kardiovaskulären Mortalität, der Gesamtmortalität sowie des Schlaganfallrisikos (hohe Evidenz).
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Mögliche Reduktion einer Verschlechterung der Nierenfunktion.
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Wahrscheinlich keine Reduktion von Myokardinfarkten oder Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz.
DPP4-Inhibitoren (DPP4i)
-
Keine Reduktion von kardiovaskulärer Mortalität, Myokardinfarkten, Schlaganfällen oder Gesamtmortalität (hohe Evidenz).
-
Wahrscheinlich keine Reduktion von Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz.
-
Erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Pankreatitis (moderate Evidenz).
Vergleich der klinischen Endpunkte
| Endpunkt | SGLT2-Inhibitoren | GLP-1-Rezeptor-Agonisten | DPP4-Inhibitoren |
|---|---|---|---|
| Kardiovaskuläre Mortalität | Reduziert | Reduziert | Kein Effekt |
| Gesamtmortalität | Reduziert | Reduziert | Kein Effekt |
| Herzinsuffizienz-Hospitalisierung | Reduziert | Kein Effekt | Kein Effekt |
| Schlaganfall | Kein Effekt | Reduziert | Kein Effekt |
| Verschlechterung der Nierenfunktion | Reduziert | Reduziert | Kein Effekt |
| Pankreatitis-Risiko | Kein Effekt | Kein Effekt | Erhöht |
💡Praxis-Tipp
Laut der Meta-Analyse bieten DPP4-Inhibitoren im Gegensatz zu SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten keinen kardiovaskulären Nutzen. Zudem wird bei der Gabe von DPP4-Inhibitoren auf ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Pankreatitis hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Der Cochrane Review zeigt, dass sowohl SGLT2-Inhibitoren als auch GLP-1-Rezeptor-Agonisten die kardiovaskuläre Mortalität und die Gesamtmortalität senken. DPP4-Inhibitoren zeigen in der Analyse keinen entsprechenden Überlebensvorteil.
Laut der Meta-Analyse reduzieren SGLT2-Inhibitoren signifikant das Risiko für Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz. Für GLP-1-Rezeptor-Agonisten und DPP4-Inhibitoren konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden.
Die Datenlage deutet darauf hin, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten das Risiko für fatale und nicht-fatale Schlaganfälle reduzieren. Bei SGLT2-Inhibitoren und DPP4-Inhibitoren wurde keine signifikante Risikoreduktion für Schlaganfälle festgestellt.
Die Auswertung der Studiendaten zeigt, dass DPP4-Inhibitoren wahrscheinlich das Risiko für eine Pankreatitis erhöhen. Bei SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten wurde keine Erhöhung dieses Risikos beobachtet.
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Quelle: Cochrane Review: Dipeptidyl peptidase-4 inhibitors, glucagon-like peptide 1 receptor agonists and sodium-glucose co-transporter-2 inhibitors for (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.