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Brivaracetam bei therapieresistenter Epilepsie: Cochrane

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Schätzungsweise bis zu 30 % der Betroffenen leiden trotz Behandlung mit Antiepileptika weiterhin an epileptischen Anfällen.

Diese Fälle werden als therapieresistent eingestuft. Sie erfordern in der Regel eine Kombinationstherapie aus mehreren antiepileptischen Wirkstoffen.

Brivaracetam ist ein Antiepileptikum der dritten Generation. Es fungiert als hochaffiner Ligand für das synaptische Vesikelprotein 2A (SV2A).

Empfehlungen

Der Cochrane Review von 2019 analysiert die Evidenz zu Brivaracetam als Zusatztherapie bei therapieresistenter Epilepsie. Die Ergebnisse basieren auf sechs Studien mit 2411 erwachsenen Teilnehmern über einen Zeitraum von 7 bis 16 Wochen.

Wirksamkeit und Verträglichkeit

Die Auswertung zeigt, dass Brivaracetam als Add-on-Therapie im Vergleich zu Placebo signifikant wirksamer ist. Bezüglich der Verträglichkeit zeigt sich ein gemischtes Bild mit einer erhöhten Rate an therapieabbruchbedingten Nebenwirkungen.

Die folgende Tabelle fasst die relativen Risiken (RR) im Vergleich zu Placebo zusammen:

Klinischer EndpunktRelatives Risiko (RR)SignifikanzEvidenzqualität
Mindestens 50 % Anfallsreduktion1,81SignifikantModerat
Anfallsfreiheit5,89SignifikantModerat
Abbruch wegen Nebenwirkungen1,54SignifikantNiedrig
Abbruch aus beliebigem Grund1,27Nicht signifikantNiedrig
Auftreten von Nebenwirkungen1,08Nicht signifikantModerat

Limitationen der Evidenz

Die Autoren betonen wichtige Einschränkungen der aktuellen Datenlage. Die Ergebnisse sind primär auf Erwachsene mit fokaler Epilepsie anwendbar.

Folgende Einschränkungen werden im Review hervorgehoben:

  • Nur eine der eingeschlossenen Studien untersuchte generalisierte Epilepsien.

  • Es liegen keine Daten für Personen unter 16 Jahren vor.

  • Alle ausgewerteten Studien hatten eine kurze Beobachtungsdauer von maximal 16 Wochen.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Verordnung von Brivaracetam als Add-on-Therapie wird darauf hingewiesen, dass die aktuelle Evidenz primär für Erwachsene mit fokalen Anfällen gilt. Da es unter der Therapie signifikant häufiger zu Behandlungsabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen kommt, wird eine engmaschige Aufklärung und Überwachung der Verträglichkeit empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review erhöht Brivaracetam signifikant die Wahrscheinlichkeit, die Anfallsfrequenz um mindestens 50 % zu reduzieren. Zudem wird die Chance auf komplette Anfallsfreiheit im Vergleich zu Placebo deutlich gesteigert.

Die aktuelle Datenlage stützt den Einsatz primär bei erwachsenen Personen zwischen 16 und 80 Jahren mit therapieresistenter fokaler Epilepsie. Für Kinder oder generalisierte Epilepsieformen liegen laut Review bislang kaum Daten vor.

Die Gesamtrate an unerwünschten Ereignissen unterscheidet sich laut Auswertung nicht signifikant von Placebo. Es wird jedoch berichtet, dass Behandlungsabbrüche spezifisch aufgrund von Nebenwirkungen unter Brivaracetam häufiger auftreten.

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Quelle: Cochrane Review: Brivaracetam add-on therapy for drug-resistant epilepsy (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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