Rufinamid als Add-on bei Epilepsie: Cochrane Review
Hintergrund
Epilepsie ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die durch übermäßige und abnormale elektrische Aktivität der kortikalen Nervenzellen verursacht wird. Etwa ein Drittel der Betroffenen spricht nicht ausreichend auf eine medikamentöse Therapie an und gilt als pharmakoresistent.
Rufinamid ist ein neuartiges Antikonvulsivum aus der Gruppe der Triazolderivate und strukturell nicht mit anderen Antiepileptika verwandt. Es ist für Kinder ab vier Jahren mit Lennox-Gastaut-Syndrom sowie als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen mit fokalen Anfällen zugelassen.
Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2020. Die Meta-Analyse untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Rufinamid als Add-on-Therapie bei pharmakoresistenter Epilepsie anhand von sechs randomisierten, placebokontrollierten Studien.
Empfehlungen
Der Review formuliert basierend auf der Auswertung von 1759 Studienteilnehmern folgende Kernaussagen zur Zusatztherapie mit Rufinamid:
Wirksamkeit bei fokaler Epilepsie
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Rufinamid ist als Add-on-Therapie signifikant wirksamer als Placebo, um die Anfallsfrequenz um mindestens 50 % zu reduzieren (moderate Evidenz).
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Die Datenlage zur vollständigen Anfallsfreiheit ist begrenzt und stützt sich auf nur eine Studie (moderate Evidenz).
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Die Wirksamkeit wurde primär für die pharmakoresistente fokale Epilepsie sowie das Lennox-Gastaut-Syndrom belegt.
Einschränkungen der Evidenz
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Die Ergebnisse lassen sich laut Review nicht auf generalisierte Epilepsien übertragen.
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Es können keine Aussagen zur Anwendung von Rufinamid als Monotherapie getroffen werden.
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Die eingeschlossenen Studien waren von relativ kurzer Dauer, sodass keine Evidenz für die Langzeitanwendung vorliegt.
Verträglichkeit und Nebenwirkungen
Laut Review führt die Behandlung mit Rufinamid signifikant häufiger zu einem Therapieabbruch als die Gabe von Placebo (moderate Evidenz). Es wird berichtet, dass unter der Therapie vermehrt unerwünschte Ereignisse auftreten.
Die folgende Tabelle fasst die signifikant mit Rufinamid assoziierten Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo zusammen:
| Nebenwirkung | Relatives Risiko (RR) | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Diplopie | 4,60 | Niedrig |
| Erbrechen | 2,95 | Niedrig |
| Schwindel | 2,52 | Moderat |
| Somnolenz | 1,94 | Moderat |
| Übelkeit | 1,87 | Moderat |
| Fatigue | 1,46 | Moderat |
| Kopfschmerzen | 1,36 | Hoch |
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass die Wirksamkeit von Rufinamid ausschließlich für die Zusatztherapie bei fokalen Epilepsien und dem Lennox-Gastaut-Syndrom belegt ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nicht auf generalisierte Epilepsien oder eine Monotherapie übertragen werden können. Zudem zeigt die aktuelle Studienlage, dass bisher keine verlässlichen Aussagen zur Langzeitsicherheit vorliegen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review reduziert Rufinamid als Zusatztherapie die Anfallsfrequenz bei fokaler Epilepsie signifikant um mindestens 50 Prozent. Die Evidenz für eine komplette Anfallsfreiheit ist jedoch gering und stützt sich auf wenige Daten.
Der Review stellt fest, dass keine Aussagen zur Wirksamkeit von Rufinamid als Monotherapie getroffen werden können. Die untersuchten Studien bewerteten das Medikament ausschließlich als Add-on-Therapie.
Es wird berichtet, dass unter der Therapie signifikant häufiger Nebenwirkungen wie Diplopie, Schwindel, Somnolenz und Kopfschmerzen auftreten. Auch gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen sind laut Studiendaten mit der Einnahme assoziiert.
Die Autoren des Reviews betonen, dass sich die Ergebnisse zur Wirksamkeit nicht auf generalisierte Epilepsien übertragen lassen. Der Fokus der Evidenz liegt auf fokalen Anfällen und dem Lennox-Gastaut-Syndrom.
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Quelle: Cochrane Review: Rufinamide add-on therapy for drug-resistant epilepsy (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.