APD vs. CAPD bei Nierenversagen: Cochrane Review
Hintergrund
Die Peritonealdialyse (PD) ist ein etabliertes, häusliches Nierenersatzverfahren für Menschen mit Nierenversagen. Dabei wird das Bauchfell als Filter genutzt, um Toxine und überschüssiges Wasser aus dem Blut zu entfernen.
Grundsätzlich werden zwei Verfahren unterschieden: Die kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD) erfolgt durch manuelles Befüllen und Entleeren der Bauchhöhle. Bei der automatisierten Peritonealdialyse (APD) übernimmt ein programmierbares Gerät (Cycler) den Flüssigkeitsaustausch, meist über Nacht.
Der APD werden theoretisch verschiedene Vorteile zugeschrieben, darunter eine geringere Peritonitisrate, weniger mechanische Komplikationen und eine höhere psychosoziale Akzeptanz. Ein aktueller Cochrane Review aus dem Jahr 2024 hat die Evidenzlage zu den klinischen und patientenberichteten Endpunkten beider Verfahren neu bewertet.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert aufgrund der unzureichenden Datenlage keine direkten klinischen Empfehlungen, sondern fasst die aktuelle Evidenz zusammen.
Eingeschlossene Studien
Die Meta-Analyse basiert auf lediglich zwei randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs) mit insgesamt 131 Teilnehmern. Die Nachbeobachtungszeiträume betrugen sechs beziehungsweise 24 Monate.
Klinische Endpunkte
Laut den Autoren ist die Evidenz hinsichtlich der Überlegenheit eines der beiden Verfahren sehr unsicher. Dies betrifft folgende Parameter:
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Mortalität und Hospitalisierungsraten
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PD-assoziierte Peritonitis und Infektionen der Austrittsstelle oder des Tunnels
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Erhalt der Restnierenfunktion und Überwässerung
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Mechanische Komplikationen und PD-Katheterentfernungen
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Wechsel des Dialyseverfahrens und Parameter der Dialyseeffektivität
Lebensqualität und Patientenperspektive
Auch bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) und des Blutdrucks liefert der Review keine eindeutigen Ergebnisse. Die vorliegende Evidenz wird als niedrig bis sehr niedrig eingestuft (GRADE-Methodik).
Schlussfolgerungen für die Praxis
Die Autoren betonen, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um eine klinische Entscheidung zwischen APD und CAPD zu leiten. Es wird der Bedarf an groß angelegten, multizentrischen Studien hervorgehoben. Zukünftige Forschungen sollten sich laut Review insbesondere auf die Restnierenfunktion, die Eovolämie sowie patientenberichtete Endpunkte wie Lebensqualität und Zufriedenheit konzentrieren.
💡Praxis-Tipp
Der Cochrane Review weist darauf hin, dass die Wahl zwischen automatisierten (APD) und manuellen (CAPD) Verfahren derzeit nicht durch harte klinische Endpunkte evidenzbasiert gesteuert werden kann. Die Entscheidung für ein Dialyseverfahren wird daher in der Praxis weiterhin stark von den individuellen Patientenpräferenzen, der psychosozialen Situation und den lokalen Gegebenheiten abhängig gemacht.
Häufig gestellte Fragen
Bei der CAPD wird der Flüssigkeitsaustausch im Bauchraum manuell vom Patienten durchgeführt. Die APD nutzt hingegen ein programmierbares Gerät, das den Wechsel automatisch, meist während der Nacht, übernimmt.
Obwohl der automatisierten Peritonealdialyse (APD) oft ein geringeres Infektionsrisiko zugeschrieben wird, konnte der aktuelle Cochrane Review dies nicht bestätigen. Die Evidenzlage ist laut den Autoren derzeit zu unsicher, um einen klaren Vorteil für eines der Verfahren zu belegen.
Der Cochrane Review fand keine ausreichende Evidenz, um zu beurteilen, ob APD oder CAPD zu einer besseren gesundheitsbezogenen Lebensqualität führt. Die Studienlage wird als qualitativ niedrig bis sehr niedrig eingestuft.
Die Autoren des Reviews betonen, dass es an großen, multizentrischen Studien mit ausreichend langen Nachbeobachtungszeiten mangelt. Die aktuelle Auswertung basiert auf nur zwei Studien mit insgesamt 131 Patienten, was keine verlässlichen Schlussfolgerungen zulässt.
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Quelle: Cochrane Review: Automated peritoneal dialysis versus continuous ambulatory peritoneal dialysis for people with kidney failure (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.