Antioxidantien bei chronischer Niereninsuffizienz: Cochrane
Hintergrund
Die chronische Niereninsuffizienz (CKD) stellt einen signifikanten Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen und Mortalität dar. Ein potenzieller ursächlicher Faktor hierfür ist der erhöhte oxidative Stress bei betroffenen Personen.
Es wird angenommen, dass eine antioxidative Therapie den oxidativen Stress verringern und folglich die kardiovaskuläre Morbidität sowie die Sterblichkeit senken könnte.
Dieser systematische Cochrane-Review aus dem Jahr 2023 evaluiert die Nutzen und Risiken einer solchen Therapie. Die Analyse umfasst Daten von über 10.000 erwachsenen Personen mit CKD in den Stadien 3 bis 5, an der Dialyse sowie nach Nierentransplantation.
Empfehlungen
Der Cochrane-Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Antioxidantien bei chronischer Niereninsuffizienz wie folgt zusammen:
Klinische Endpunkte im Vergleich
Die Meta-Analyse vergleicht die Effekte der antioxidativen Therapie mit Placebo oder der Standardversorgung. Die Ergebnisse zeigen ein gemischtes Bild aus potenziellen Nutzen und Risiken:
| Klinischer Endpunkt | Effekt der Antioxidantien | Evidenzgrad (GRADE) |
|---|---|---|
| Gesamtmortalität | Kein relevanter Effekt (RR 0,95) | Moderat |
| Kardiovaskuläre Ereignisse | Wahrscheinliche Reduktion (RR 0,79) | Moderat |
| Progression zum Nierenversagen | Wahrscheinliche Reduktion (RR 0,65) | Moderat |
| Infektionsrisiko | Erhöhtes Risiko (RR 1,30) | Moderat |
| Herzinsuffizienz | Erhöhtes Risiko (RR 1,40) | Moderat |
Mortalität und kardiovaskuläre Endpunkte
Laut der Analyse haben Antioxidantien im Vergleich zu Placebo oder Standardversorgung wahrscheinlich keinen oder nur einen geringen Effekt auf die Gesamtmortalität. Auch auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit zeigt sich kein signifikanter Einfluss.
Allerdings wird beschrieben, dass die Therapie kardiovaskuläre Ereignisse (CVD) wahrscheinlich reduziert.
Renale Endpunkte
Hinsichtlich der Nierenfunktion zeigt der Review folgende detaillierte Ergebnisse:
-
Die Progression zum Nierenversagen wird wahrscheinlich verringert.
-
Der Abfall der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) wird möglicherweise gebremst.
-
Auf die Proteinurie (UACR) oder den Verlust von Nierentransplantaten lässt sich kein relevanter Effekt nachweisen.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die Meta-Analyse warnt vor potenziellen Sicherheitsrisiken unter der Einnahme von Antioxidantien.
Es wird ein erhöhtes Risiko für Infektionen sowie für Herzinsuffizienz bei den Anwendern beobachtet.
Zudem wird betont, dass die hohe Heterogenität der untersuchten Präparate allgemeingültige Aussagen zu einzelnen Wirkstoffen erschwert.
💡Praxis-Tipp
Obwohl Antioxidantien bei chronischer Niereninsuffizienz das Fortschreiten des Nierenversagens bremsen können, weist der Cochrane-Review auf signifikante Sicherheitsbedenken hin. Es wird ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Herzinsuffizienz unter der Therapie beschrieben. Eine unkritische Supplementierung wird daher durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane-Review gibt es keine Evidenz dafür, dass Antioxidantien die Gesamt- oder kardiovaskuläre Mortalität bei chronischer Niereninsuffizienz reduzieren. Der Effekt wird als gering bis nicht vorhanden eingestuft.
Die Meta-Analyse zeigt, dass eine antioxidative Therapie die Progression zum terminalen Nierenversagen wahrscheinlich reduziert. Zudem wird möglicherweise der Abfall der eGFR verlangsamt, während auf die Proteinurie kein Effekt nachweisbar ist.
Der Review beschreibt signifikante Sicherheitsbedenken bei der Einnahme. Es wurde ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Infektionen sowie für Herzinsuffizienz bei den Anwendern beobachtet.
Die Autoren der Analyse betonen, dass die untersuchten Interventionen eine sehr große Heterogenität aufweisen. Dies erschwert es, verlässliche Rückschlüsse auf die Wirksamkeit und Sicherheit einzelner spezifischer Präparate zu ziehen.
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Quelle: Cochrane Review: Antioxidants for adults with chronic kidney disease (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.