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Anti-IL-4 und Anti-IL-13 bei Asthma: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Biologika, die sich gegen Immunglobulin E (IgE) oder Interleukin-5 (IL-5) richten, sind bei schwerem Asthma wirksam. Dennoch zeigen einige Betroffene nur ein unzureichendes Ansprechen auf diese etablierten Therapien.

Da Interleukin-4 (IL-4) und Interleukin-13 (IL-13) vielfältige Auswirkungen auf die Pathobiologie von Asthma haben, wurden spezifische Antikörper gegen diese Zytokine oder deren Rezeptoren entwickelt.

Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 analysiert die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Anti-IL-13- und Anti-IL-4-Wirkstoffe. Die Auswertung basiert auf 41 randomisiert-kontrollierten Studien mit über 10.000 Teilnehmern, die überwiegend an moderatem bis schwerem, unkontrolliertem Asthma litten.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von Anti-IL-4- und Anti-IL-13-Antikörpern im Vergleich zu Placebo zusammen. Es wurden keine Studien identifiziert, die diese Wirkstoffe direkt mit Anti-IgE- oder Anti-IL-5-Therapien vergleichen.

Wirksamkeit auf Exazerbationen

Die Auswertung der primären und sekundären Endpunkte zeigt folgende Effekte auf Exazerbationen:

  • Die Rate an Exazerbationen, die eine Krankenhauseinweisung oder einen Besuch in der Notaufnahme erfordern, ist unter Tralokinumab wahrscheinlich geringer (moderate Evidenz).

  • Bei Exazerbationen, die systemische Kortikosteroide erfordern, gibt es möglicherweise kaum oder keinen Unterschied zwischen den Gruppen (niedrige Evidenz).

  • Eine gepoolte explorative Analyse deutet darauf hin, dass die Gesamtrate schwerer Exazerbationen durch die Biologika gesenkt werden kann (niedrige Evidenz).

Lebensqualität und Asthmakontrolle

Laut den Autoren verbessern Anti-IL-13- und Anti-IL-4-Wirkstoffe die asthmabezogene Lebensqualität und die Asthmakontrolle im Vergleich zu Placebo statistisch signifikant (hohe Evidenz). Diese Verbesserungen werden jedoch als nicht klinisch relevant eingestuft.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Die Analyse zeigt ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse unter der Therapie:

  • Der Anteil der Personen mit unerwünschten Ereignissen ist unter Verum höher als unter Placebo (hohe Evidenz).

  • Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Kopfschmerzen und Reaktionen an der Einstichstelle.

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (Serious Adverse Events) zeigt sich wahrscheinlich kein Unterschied zu Placebo (moderate Evidenz).

Subgruppen und Indikationsstellung

Eine Subgruppenanalyse weist auf eine höhere Wirksamkeit bei Personen mit ausgeprägter Typ-2-Inflammation hin. Dies betrifft insbesondere Patienten mit erhöhten Werten für Bluteosinophile, exhaliertes Stickstoffmonoxid (FeNO) und Serum-Periostin.

Zusammenfassend kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Anti-IL-13- oder Anti-IL-4-Wirkstoffe für Erwachsene mit mittelschwerem bis schwerem unkontrolliertem Asthma geeignet sein können, wenn diese auf andere Behandlungen nicht angesprochen haben.

Dosierung

Der Review schließt Studien ein, die folgende Wirkstoffe und Dosierungsschemata untersuchten:

WirkstoffUntersuchte DosierungenApplikationsweg
Dupilumab200 mg oder 300 mg (wöchentlich, alle 2 Wochen oder alle 4 Wochen)Subkutan (SC)
Lebrikizumab37,5 mg, 125 mg oder 250 mg (alle 4 Wochen)Subkutan (SC)
Tralokinumab75 mg bis 600 mg (wöchentlich, alle 2 Wochen oder alle 4 Wochen)Subkutan (SC)
Tralokinumab1 mg/kg, 5 mg/kg oder 10 mg/kgIntravenös (IV)
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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die statistisch messbaren Verbesserungen der Asthmakontrolle und der Lebensqualität durch Anti-IL-4/-13-Wirkstoffe oft nicht die Schwelle zur klinischen Relevanz erreichen. Es wird darauf hingewiesen, dass die Therapie vor allem bei Patienten mit nachgewiesener Typ-2-Inflammation (erhöhte Eosinophile, FeNO) einen größeren Nutzen zeigt. Ein Einsatz wird daher primär bei unkontrolliertem Asthma beschrieben, wenn andere Therapieoptionen bereits ausgeschöpft sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es bislang keine relevanten Studien, die Anti-IL-4- oder Anti-IL-13-Wirkstoffe direkt mit Anti-IgE- oder Anti-IL-5-Therapien vergleichen. Die vorliegende Evidenz basiert ausschließlich auf placebokontrollierten Studien.

Der Review zeigt, dass unter Anti-IL-4/-13-Therapien vermehrt unerwünschte Ereignisse auftreten. Am häufigsten werden Infektionen der oberen Atemwege, Nasopharyngitis, Kopfschmerzen und Reaktionen an der Einstichstelle berichtet.

Die Auswertung zeigt zwar eine statistisch signifikante Verbesserung der asthmabezogenen Lebensqualität und der Asthmakontrolle unter der Therapie. Die Autoren stufen diese Verbesserungen jedoch als nicht klinisch relevant ein.

Eine Subgruppenanalyse deutet darauf hin, dass die Wirksamkeit bei Patienten mit ausgeprägter Typ-2-Inflammation höher ist. Dies zeigt sich insbesondere bei erhöhten Biomarkern wie Bluteosinophilen, exhaliertem Stickstoffmonoxid (FeNO) und Serum-Periostin.

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Quelle: Cochrane Review: Anti-interleukin-13 and anti-interleukin-4 agents versus placebo, anti-interleukin-5 or anti-immunoglobulin-E agents, for people with asthma (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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