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Anti-IL-5-Therapie bei Asthma: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Interleukin-5 (IL-5) ist das Hauptzytokin für die Proliferation, Reifung und das Überleben von Eosinophilen. Diese Zellen treiben die Atemwegsentzündung an und sind ein klassisches Merkmal von Asthma.

Der vorliegende Cochrane Review (2022) untersucht die Effekte von monoklonalen Antikörpern, die sich gegen IL-5 oder dessen Rezeptor richten. Die analysierten Wirkstoffe umfassen Mepolizumab, Reslizumab und Benralizumab, welche mit Placebo verglichen werden.

Der Fokus der eingeschlossenen Studien liegt primär auf Erwachsenen und Kindern mit schwerem eosinophilem Asthma. Es handelt sich um Personen, deren Erkrankung trotz Standardtherapie unzureichend kontrolliert ist.

Empfehlungen

Der Review fasst die klinischen Effekte der Anti-IL-5-Therapien wie folgt zusammen:

Exazerbationsraten

Die Auswertung zeigt, dass Anti-IL-5-Therapien die Rate klinisch relevanter Asthma-Exazerbationen um etwa die Hälfte reduzieren. Dies gilt für Personen mit schwerem eosinophilem Asthma, die trotz Standardtherapie (mindestens mittelhoch dosierte inhalative Kortikosteroide) eine unzureichende Kontrolle aufweisen.

WirkstoffApplikationswegExazerbations-Ratenverhältnis (Rate Ratio)Evidenzgrad
MepolizumabSubkutan (SC)0,45Hohe Sicherheit
MepolizumabIntravenös (IV)0,53Moderate Sicherheit
ReslizumabIntravenös (IV)0,43Hohe Sicherheit
BenralizumabSubkutan (SC)0,59Hohe Sicherheit

Für Benralizumab zeigt eine einzelne Studie zudem eine signifikante Reduktion der Exazerbationsraten bei nicht-eosinophilem Asthma. Ein solcher Effekt konnte für Reslizumab nicht beobachtet werden.

Lebensqualität und Lungenfunktion

Laut der Analyse zeigen sich Verbesserungen in validierten Scores zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Die minimal klinisch bedeutsame Differenz (MCID) für den St. George's Respiratory Questionnaire wird jedoch nur für Benralizumab erreicht.

Bei den Scores für Asthmasymptome (ACQ und AQLQ) verfehlen alle untersuchten Interventionen die MCID.

Zudem wird eine geringfügige Verbesserung der Einsekundenkapazität (FEV1) um 0,08 bis 0,15 Liter beobachtet. Die Autoren weisen darauf hin, dass diese Differenz für Betroffene möglicherweise nicht spürbar ist.

Sicherheit und unerwünschte Ereignisse

Es werden keine vermehrten schweren unerwünschten Ereignisse unter den Anti-IL-5-Therapien berichtet. Für Benralizumab zeigt sich sogar eine Reduktion solcher Ereignisse, was auf weniger asthmabedingte Krankenhauseinweisungen zurückgeführt wird.

Hinsichtlich Therapieabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse gibt es bei Mepolizumab und Reslizumab keinen Unterschied zu Placebo. Bei Benralizumab wird eine signifikant höhere Abbruchrate im Vergleich zu Placebo verzeichnet (2,1 % vs. 0,9 %).

Forschungsbedarf

Die Autoren identifizieren weiteren Forschungsbedarf in folgenden Bereichen:

  • Identifikation von Biomarkern zur Beurteilung der Therapieantwort

  • Bestimmung der optimalen Behandlungsdauer und Langzeiteffekte

  • Untersuchung des Rückfallrisikos nach Absetzen der Therapie

  • Wirksamkeit bei nicht-eosinophilem Asthma und bei Kindern unter 12 Jahren

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💡Praxis-Tipp

Obwohl Anti-IL-5-Therapien die Exazerbationsrate bei schwerem eosinophilem Asthma signifikant senken, fallen die Verbesserungen der Lungenfunktion (FEV1) und der symptombezogenen Lebensqualität oft gering aus. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Veränderungen die minimal klinisch bedeutsame Differenz teilweise nicht erreichen und im Alltag möglicherweise kaum spürbar sind. Bei Benralizumab wird zudem eine aufmerksame Beobachtung hinsichtlich unerwünschter Ereignisse empfohlen, die zu einem Therapieabbruch führen könnten.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review wird die Rate klinisch relevanter Exazerbationen bei schwerem eosinophilem Asthma um etwa 50 Prozent reduziert. Dies gilt für Personen, die unter einer Standardtherapie unzureichend kontrolliert sind.

Die Meta-Analyse schließt Studien zu den monoklonalen Antikörpern Mepolizumab, Reslizumab und Benralizumab ein. Diese richten sich gegen Interleukin-5 oder dessen Rezeptor.

Es wird eine geringe Verbesserung der Einsekundenkapazität (FEV1) um 0,08 bis 0,15 Liter festgestellt. Die Autoren merken an, dass dieser Unterschied für die behandelten Personen möglicherweise nicht klinisch spürbar ist.

Es werden keine vermehrten schweren unerwünschten Ereignisse berichtet. Allerdings zeigt die Analyse eine leicht erhöhte Rate an Therapieabbrüchen aufgrund unerwünschter Ereignisse im Vergleich zu Placebo (2,1 % vs. 0,9 %).

Für Benralizumab zeigt eine einzelne Studie eine signifikante Reduktion der Exazerbationsrate auch bei nicht-eosinophilem Asthma. Für Reslizumab konnte dieser Effekt nicht beobachtet werden, und für Mepolizumab lagen hierzu keine Daten vor.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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