Asthma-Eskalationstherapie: Cochrane Review
Hintergrund
Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind die Basistherapie bei persistierendem Asthma. Wenn die Erkrankung unter einer ICS-Monotherapie nicht ausreichend kontrolliert ist, wird eine Eskalation der Behandlung notwendig.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht verschiedene Eskalationsstrategien für Jugendliche und Erwachsene. Dabei wird die Zugabe eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums (LABA) oder eines langwirksamen Muskarin-Rezeptor-Antagonisten (LAMA) mit einer Dosisverdopplung der ICS verglichen.
Ziel der Netzwerk-Metaanalyse war es, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Therapieoptionen bei Personen zu bewerten, deren Asthma unter einer mittleren ICS-Dosis (MD-ICS) unzureichend kontrolliert ist.
Empfehlungen
Exazerbationen und Asthmakontrolle
Laut dem Review reduzieren Kombinationstherapien aus MD-ICS oder HD-ICS mit LABA sowie MD-ICS mit LAMA die Rate an moderaten bis schweren Asthma-Exazerbationen. Eine reine Dosisverdopplung auf hochdosiertes ICS (HD-ICS) zeigt hingegen wahrscheinlich keine Reduktion dieser Exazerbationen.
Für schwere Asthma-Exazerbationen gibt es laut den Autoren keine klare Evidenz, dass eine der Kombinationstherapien oder HD-ICS einen Vorteil gegenüber MD-ICS bietet. Zudem zeigen sich keine klinisch bedeutsamen Unterschiede bei den Symptom- oder Lebensqualitätsscores zwischen dualen Kombinationen und Monotherapien.
Die Wahrscheinlichkeit für ein klinisches Ansprechen im Asthma Control Questionnaire (ACQ) wird durch die Zugabe von LABA oder LAMA signifikant erhöht. HD-ICS erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein ACQ-Ansprechen im Vergleich zu MD-ICS nicht eindeutig.
Sicherheit und Nebenwirkungen
Bezüglich der Sicherheitsprofile der untersuchten Therapien zeigt die Metaanalyse folgende Ergebnisse:
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Es gibt keine Evidenz, dass ICS/LABA oder ICS/LAMA die Rate an schweren unerwünschten Ereignissen (SAE) im Vergleich zu MD-ICS senken.
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Die Kombination aus MD-ICS und LAMA reduziert wahrscheinlich allgemeine unerwünschte Ereignisse.
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Unter MD-ICS/LAMA kommt es zu einem leichten Rückgang der Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen.
Vergleich der Therapieoptionen
| Therapieoption | Moderate/Schwere Exazerbationen | ACQ-Ansprechen | Evidenzstärke |
|---|---|---|---|
| MD/HD-ICS + LABA | Reduziert | Erhöht | Moderat bis Hoch |
| MD-ICS + LAMA | Reduziert | Erhöht | Niedrig bis Moderat |
| HD-ICS (Monotherapie) | Wahrscheinlich kein Effekt | Kein klarer Effekt | Moderat |
💡Praxis-Tipp
Der Review hebt hervor, dass bei unkontrolliertem Asthma unter mittelhoch dosiertem ICS die reine Dosisverdopplung auf ein hochdosiertes ICS (HD-ICS) keinen klaren klinischen Zusatznutzen bezüglich Exazerbationen oder Asthmakontrolle bietet. Stattdessen wird durch die Daten die Zugabe eines LABA oder LAMA zur bestehenden ICS-Therapie als wirksamere Eskalationsstrategie gestützt.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review ist die Zugabe eines LABA zu einem mittelhoch dosierten ICS der reinen Dosisverdopplung des ICS überlegen. Die Kombinationstherapie reduziert moderate bis schwere Exazerbationen und verbessert die Asthmakontrolle.
Der Review zeigt, dass auch die Zugabe eines LAMA zu ICS moderate bis schwere Exazerbationen reduziert und die Asthmakontrolle verbessert. Die Evidenzbasis für die ICS/LABA-Kombination wird von den Autoren jedoch als größer und stärker bewertet.
Es gibt laut den analysierten Daten keine klare Evidenz dafür, dass Kombinationstherapien (ICS/LABA oder ICS/LAMA) schwere Asthma-Exazerbationen im Vergleich zur ICS-Monotherapie signifikant reduzieren.
Die Metaanalyse zeigt kaum Unterschiede in den kurz- bis mittelfristigen Sicherheitsendpunkten zwischen hochdosiertem ICS und mittelhoch dosiertem ICS. Die Autoren betonen jedoch, dass die Langzeitsicherheit von hochdosiertem ICS in weiteren Studien untersucht werden muss.
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Quelle: Cochrane Review: Addition of long-acting beta2 agonists or long-acting muscarinic antagonists versus doubling the dose of inhaled corticosteroids (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.