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Anti-IgE bei ABPA und Mukoviszidose: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist eine autosomal-rezessive multisystemische Erkrankung mit einer Prävalenz von etwa 1 zu 3500 Lebendgeburten. Bei 2 bis 15 % der Betroffenen tritt als Komplikation eine allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) auf. Dies ist eine durch Aspergillus ausgelöste Überempfindlichkeitsreaktion der Lunge.

Die Standardtherapie der ABPA besteht aus Kortikosteroiden und Itraconazol. Eine langfristige oder wiederholte Kortikosteroidgabe bei Exazerbationen ist jedoch mit zahlreichen Nebenwirkungen verbunden.

Da es sich bei der ABPA um eine allergische Überempfindlichkeitsreaktion handelt, stellt die Anti-IgE-Therapie (z. B. mit Omalizumab) einen potenziellen Therapieansatz dar. Omalizumab wird bereits erfolgreich zur Asthmakontrolle eingesetzt und üblicherweise alle zwei bis vier Wochen subkutan verabreicht.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2021) untersucht die Evidenz zur Anti-IgE-Therapie bei ABPA und Mukoviszidose und fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen:

Mangelnde Evidenz

Laut Review gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit einer Anti-IgE-Therapie (Omalizumab) bei Menschen mit Mukoviszidose und ABPA.

Es konnte lediglich eine einzige, vorzeitig abgebrochene Studie mit 14 Teilnehmenden in die Analyse eingeschlossen werden. Der Abbruch erfolgte aufgrund mangelnder Rekrutierung trotz aller zumutbaren Bemühungen.

Studienergebnisse und Sicherheit

In der einzigen eingeschlossenen Studie wurden vermehrt schwere Nebenwirkungen dokumentiert:

  • Bei 6 von 9 Personen (66,7 %) in der Omalizumab-Gruppe

  • Bei 1 von 5 Personen (20,0 %) in der Placebo-Gruppe

Forschungsbedarf

Die Autoren betonen die Notwendigkeit großer, prospektiver, randomisiert-kontrollierter Studien zur Anti-IgE-Therapie bei dieser Patientengruppe. Es wird empfohlen, dabei folgende klinische und laborchemische Endpunkte zu erfassen:

  • Kortikosteroidbedarf

  • Exazerbationen der ABPA

  • Lungenfunktion

Dosierung

Die einzige im Review eingeschlossene und vorzeitig abgebrochene Studie untersuchte folgendes Therapieschema über einen geplanten Zeitraum von sechs Monaten:

StudiengruppeStudienmedikationBegleitmedikation
VerumOmalizumab (600 mg täglich)Itraconazol (zweimal täglich) + orale Kortikosteroide (max. 400 mg/Tag)
KontrollePlaceboItraconazol (zweimal täglich) + orale Kortikosteroide (max. 400 mg/Tag)
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💡Praxis-Tipp

Aufgrund der unzureichenden Datenlage und der in einer kleinen Studie beobachteten hohen Rate an schweren Nebenwirkungen (66,7 %) unter Omalizumab kann der routinemäßige Einsatz von Anti-IgE-Antikörpern bei ABPA und Mukoviszidose derzeit nicht evidenzbasiert gestützt werden. Die Standardtherapie stützt sich weiterhin auf Kortikosteroide und Itraconazol.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review weisen etwa 2 bis 15 % der Menschen mit Mukoviszidose eine allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA) auf.

Die Hauptsäulen der Behandlung umfassen Kortikosteroide und Itraconazol. Eine langfristige Kortikosteroidgabe ist jedoch oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

Derzeit gibt es keine ausreichende Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit von Omalizumab bei dieser Indikation. Die einzige verfügbare Studie wurde wegen Rekrutierungsproblemen vorzeitig abgebrochen.

In der kleinen, abgebrochenen Studie wurden bei 66,7 % der Teilnehmenden in der Omalizumab-Gruppe schwere Nebenwirkungen beobachtet. In der Placebo-Gruppe lag diese Rate bei 20 %.

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Quelle: Cochrane Review: Anti-IgE therapy for allergic bronchopulmonary aspergillosis in people with cystic fibrosis (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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