AkdÄ2022

Biotin-Interferenz: Verfälschte Schilddrüsenwerte

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Biotin (Vitamin B7, Vitamin B8 oder Vitamin H) ist ein wasserlösliches Vitamin, das häufig in Nahrungsergänzungsmitteln für Haare, Haut und Nägel sowie in Multivitaminpräparaten enthalten ist. In der Labordiagnostik werden häufig Streptavidin-Biotin-Immunoassays zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion eingesetzt.

Diese Zusammenfassung basiert auf einer kurzen Sicherheitswarnung der AkdÄ. Es wird darauf hingewiesen, dass hohe Biotin-Spiegel im Blut diese spezifischen Testverfahren stören können.

Dies kann zu fälschlicherweise erhöhten oder verringerten Laborwerten führen. In der Folge besteht das Risiko einer unangemessenen klinischen Behandlung, insbesondere bei der Dosisanpassung von Levothyroxin.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert folgende Kernempfehlungen zur Vermeidung von verfälschten Laborergebnissen:

Anamnese und Aufklärung

Es wird empfohlen, Personen vor der Anordnung von Schilddrüsenfunktionstests routinemäßig nach der Einnahme von Biotin zu fragen. Dabei sollte laut Sicherheitswarnung auch explizit nach Nahrungsergänzungsmitteln für Haare, Haut und Nägel sowie Multivitaminpräparaten gefragt werden.

Labordiagnostik

Um Fehlinterpretationen zu vermeiden, empfiehlt die Publikation folgende Maßnahmen:

  • Das Laborpersonal sollte über die Biotin-Einnahme der betroffenen Person informiert werden.

  • Falls verfügbar, wird die Nutzung alternativer Testverfahren empfohlen, die nicht anfällig für Biotin-Interferenzen sind.

  • Bei einer Unstimmigkeit zwischen dem klinischen Erscheinungsbild und den Laborwerten sollte immer eine mögliche Interferenz durch Biotin in Betracht gezogen werden.

Maßnahmen vor der Blutentnahme

Es wird darauf hingewiesen, dass es notwendig sein kann, die Einnahme von Biotin vor der Durchführung der Laboruntersuchungen zu beenden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei diskrepanten Schilddrüsenwerten, die nicht zum klinischen Bild passen, wird empfohlen, an eine mögliche Biotin-Interferenz zu denken. Da viele Menschen Biotin in Form von frei verkäuflichen Lifestyle-Produkten für Haare und Nägel einnehmen, wird eine gezielte Anamnese vor der Blutentnahme angeraten.

Häufig gestellte Fragen

Viele Labore nutzen Streptavidin-Biotin-Immunoassays zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone. Laut AkdÄ kann exogen zugeführtes Biotin an die Testreagenzien binden und so fälschlicherweise zu hohe oder zu niedrige Ergebnisse erzeugen.

Die Sicherheitswarnung bezieht sich primär auf Schilddrüsenfunktionstests, die zur Dosisanpassung von Levothyroxin herangezogen werden. Es wird betont, dass die Interferenz von der verwendeten Testmethode des jeweiligen Labors abhängt.

Die Publikation weist darauf hin, dass ein Absetzen von Biotin vor der Laboruntersuchung notwendig sein kann. Ein genauer zeitlicher Abstand wird in der Kurzinformation jedoch nicht spezifiziert.

Biotin ist auch als Vitamin H, Vitamin B7 oder Vitamin B8 bekannt. Es findet sich laut Warnhinweis häufig in Multivitaminpräparaten sowie in Nahrungsergänzungsmitteln für Haare, Haut und Nägel.

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Quelle: AkdÄ: Information zu L-Thyroxin: Verfälschte Laborergebnisse bei gleichzeitiger Anwendung von Biotin (AkdÄ, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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