WHO2013

Belastungsstörungen: Therapie von PTBS und Trauer

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie befasst sich mit der Behandlung von Beschwerden, die spezifisch durch extremen Stress und traumatische Ereignisse ausgelöst werden. Sie richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal in der primären Gesundheitsversorgung und in nicht-spezialisierten Einrichtungen.

Traumatische Erlebnisse und daraus resultierende stressbedingte Störungen sind weltweit häufig. Ziel des Dokuments ist es, evidenzbasierte Protokolle für die Praxis bereitzustellen, um die Versorgung in Krisen- und Hausarztsettings zu verbessern.

Die Empfehlungen umfassen psychologische und pharmakologische Ansätze für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Dabei wird betont, dass stets physische Ursachen ausgeschlossen und allgemeine Prinzipien der psychologischen Ersten Hilfe angewendet werden sollten.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen für verschiedene stressbedingte Beschwerdebilder:

Akute traumatische Stresssymptome (1. Monat)

Für Erwachsene mit erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag wird die Erwägung einer trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (CBT) empfohlen (Standardempfehlung, moderate Evidenz). Für Kinder und Jugendliche kann aufgrund unzureichender Evidenz keine spezifische psychologische Intervention empfohlen werden.

Von der Gabe von Benzodiazepinen und Antidepressiva zur Reduktion akuter Stresssymptome wird bei allen Altersgruppen abgeraten (starke Empfehlung).

Insomnie nach Traumata

Bei Erwachsenen mit akuter Insomnie im ersten Monat nach einem Trauma sollten Entspannungstechniken und Aufklärung über Schlafhygiene erwogen werden. Der Einsatz von Benzodiazepinen wird bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Enuresis bei Kindern

Es wird empfohlen, Betreuer über die negativen Auswirkungen von Bestrafungsmaßnahmen aufzuklären (starke Empfehlung). Zudem sollten ein Training der elterlichen Erziehungskompetenzen, einfache verhaltenstherapeutische Maßnahmen wie Belohnungssysteme und, falls verfügbar, Alarmgeräte erwogen werden.

Hyperventilation und Dissoziation

Die Leitlinie rät davon ab, Kinder bei Hyperventilation in eine Papiertüte rückatmen zu lassen (Standardempfehlung). Für Erwachsene und Jugendliche gibt es hierzu keine spezifische Empfehlung. Bei dissoziativen Symptomen wird primär die Anwendung psychologischer Erster Hilfe angeraten.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Die Behandlung der PTBS unterscheidet sich je nach Altersgruppe. Die Leitlinie fasst die Therapieoptionen wie folgt zusammen:

PatientengruppePsychologische InterventionPharmakologische Intervention
ErwachseneTrauma-fokussierte CBT, EMDR, StressmanagementSSRI/TCA nur als Zweitlinie oder bei komorbider Depression
Kinder und JugendlicheTrauma-fokussierte CBT, EMDRAntidepressiva werden nicht empfohlen

Trauer ohne psychische Störung

Es wird davon abgeraten, Trauernden ohne diagnostizierte psychische Störung universell strukturierte psychologische Interventionen anzubieten (starke Empfehlung). Ebenso wird der Einsatz von Benzodiazepinen in dieser Gruppe abgelehnt.

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:

  • Keine Benzodiazepine oder Antidepressiva bei akuten traumatischen Stresssymptomen im ersten Monat.

  • Keine Benzodiazepine bei akuter Insomnie nach einem Trauma.

  • Keine Rückatmung in eine Papiertüte bei Kindern mit Hyperventilation.

  • Keine Antidepressiva zur Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen.

  • Keine Benzodiazepine bei Trauernden ohne diagnostizierte psychische Störung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist der strikte Verzicht auf Benzodiazepine und Antidepressiva bei akuten traumatischen Stresssymptomen und normaler Trauer. Stattdessen wird die Anwendung von psychologischer Erster Hilfe und Basisinterventionen wie Schlafhygiene in den Vordergrund gestellt. Es wird zudem betont, dass bei allen Symptomen stets physische Ursachen ausgeschlossen werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird von der Gabe von Benzodiazepinen und Antidepressiva bei akuten Stresssymptomen im ersten Monat abgeraten. Stattdessen sollte psychologische Erste Hilfe geleistet werden.

Es wird die Anwendung von trauma-fokussierter kognitiver Verhaltenstherapie (CBT), EMDR oder Stressmanagement empfohlen. Diese Verfahren sollten von entsprechend geschultem Personal durchgeführt werden.

Die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung gegen den Einsatz von Antidepressiva zur Behandlung der PTBS bei Kindern und Jugendlichen aus. Der Fokus liegt hier auf psychologischen Interventionen.

Es wird empfohlen, die Betreuer über die negativen Folgen von Bestrafungen aufzuklären. Zudem sollten einfache verhaltenstherapeutische Maßnahmen wie Belohnungssysteme und Alarmgeräte genutzt werden.

Es wird davon abgeraten, Trauernden ohne diagnostizierte psychische Störung universell strukturierte psychologische Interventionen anzubieten. Allgemeine Prinzipien der psychosozialen Unterstützung sind stattdessen ausreichend.

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Quelle: Guidelines for the management of conditions that are specifically related to stress (WHO, 2013). Originaldokument ansehen

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