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IPK (Intermittierende pneumatische Kompression): AWMF

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die IPK ist indiziert bei VTE-Prophylaxe, therapieresistentem Ulcus cruris venosum, schwerer CVI, Lymphoedemen und pAVK.
  • Absolute Kontraindikationen umfassen dekompensierte Herzinsuffizienz, akute tiefe Beinvenenthrombose und akutes Erysipel.
  • Es sollen vorrangig Mehrstufengeraete mit individuell angepassten Therapieprotokollen eingesetzt werden.
  • Bei pAVK (Stadium II-IV) kann die IPK bei fehlender Revaskularisierungsoption und nicht durchfuehrbarem Gehtraining angewendet werden.
  • Beim Lymphoedem der Beine werden hoehere Druecke (bis 120 mmHg) und laengere Inflationszeiten empfohlen.
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Hintergrund

Die intermittierende pneumatische Kompression (IPK), auch apparative intermittierende Kompression (AIK) genannt, nutzt pneumatische Wechseldruecke zur Thromboembolieprophylaxe, Entstauung bei Oedemerkrankungen sowie zur Durchblutungsfoerderung. Die Leitlinie fasst die Evidenz fuer den ambulanten und stationaeren Einsatz zusammen.

Indikationen

Die IPK ist eine effektive und sichere Therapiemassnahme. Folgende Indikationen werden empfohlen:

  • Thromboembolieprophylaxe (VTE): Soll erfolgen, wenn keine medikamentoese Prophylaxe moeglich ist.
  • Ulcus cruris venosum: Sollte eingesetzt werden bei fehlender Heilungstendenz trotz konsequenter Kompressionstherapie.
  • Schwere chronische venoese Insuffizienz (CVI): Sollte im Stadium C4b bis C6 (CEAP) erfolgen.
  • Extremitaetenlymphoedem: Sollte additiv erfolgen bei fehlender Kompensation unter komplexer physikalischer Entstauungstherapie (KPE).
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Soll geprueft werden bei stabiler Claudicatio intermittens oder kritischer Ischaemie, falls Gehtraining und Revaskularisation nicht moeglich sind.

Kontraindikationen

Vor der Behandlung muessen Kontraindikationen abgeklaert und im Verlauf kontrolliert werden.

Absolute KontraindikationenRelative Kontraindikationen
Dekompensierte HerzinsuffizienzAusgedehntes, offenes Weichteiltrauma
Thrombose, Thrombophlebitis oder VerdachtAusgepraegte Neuropathie der Extremitaeten
Akutes Erysipel oder PhlegmoneBlasenbildende Dermatosen (z. B. Pemphigoid)
Kompartmentsyndrom
Schwere, nicht eingestellte Hypertonie
Okkludierende Prozesse im Lymphabstrombereich

Geraete und Anwendung

Es sollen vorrangig Mehrstufengeraete eingesetzt werden. Die Therapie kann stationaer, ambulant oder bei langfristiger Indikation als Heimtherapie erfolgen. Eine aerztliche Ueberwachung und Patienteneinweisung sind obligatorisch.

Spezifische Therapieprotokolle

Die Einstellungen muessen an Indikation und Gewebebeschaffenheit angepasst werden:

IndikationZieldruckZyklus und Bemerkung
CVI (ohne Ulcus)30-40 mmHgInflation 15 s, Deflation 10 s, distal nach proximal
Ulcus cruris venosum40-50 mmHgSequentieller Aufbau, mind. 1 h/Tag, mind. 3x/Woche
Beinlymphoedembis 120 mmHgLaengere In-/Deflationszeiten (je ca. 50 s), sequentiell
Armlymphoedembis 40 mmHgLaengere In-/Deflationszeiten (je ca. 50 s), sequentiell
pAVK85-120 mmHgKurze Inflationszeit, 3 Zyklen/min, taegliche Anwendung

Risiken und Komplikationen

Bei korrekter Anwendung treten unerwuenschte Ereignisse extrem selten auf. Moegliche Komplikationen umfassen Hautlaesionen, Nervenschaedigungen (z. B. N. peronaeus), Drucknekrosen oder Genitallymphoedeme. Kommt es beim Lymphoedem zu einer Stauung im Becken- oder Genitalbereich, soll auf eine weitere Durchfuehrung verzichtet werden.

💡Praxis-Tipp

Verwenden Sie unter der Kunststoffmanschette stets einen textilen Hautschutz und polstern Sie bei kachektischen Patienten Praedilektionsstellen ab, um Drucknekrosen und Schaeden des N. peronaeus zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Wenn eine interventionelle/operative Rekonstruktion nicht in Frage kommt und ein angeleitetes Gehtraining nicht moeglich ist.
Es sollen vorrangig Mehrstufengeraete eingesetzt werden.
Nein, ausgedehnte Thrombophlebitis, Thrombosen oder Thromboseverdacht stellen absolute Kontraindikationen dar.
Beim Beinlymphoedem werden intermittierende Kompressionsdruecke bis zu 120 mmHg mit laengeren In- und Deflationszeiten (je ca. 50 s) empfohlen.
Ja, bei langfristiger Indikation (z. B. pAVK, Lymphoedem, CVI) sollte die IPK als Heimtherapie eingesetzt werden, sofern eine aerztliche Kontrolle gewaehrleistet ist.

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