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Periimplantäre Weichgewebsaugmentation: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Weichgewebsaugmentation mit autologem Bindegewebe hat keinen negativen Effekt auf den periimplantären Knochenabbau.
  • Bei Weichgewebsdefiziten oder ästhetischem Patientenwunsch sollte eine Augmentation mit Bindegewebe angeboten werden.
  • Die Verbreiterung der keratinisierten Mukosa durch autologe Schleimhauttransplantate verbessert die Hygienefähigkeit.
  • Auch bei vorbestehender verschmälerter oder fehlender keratinisierter Mukosa sollte eine Augmentation therapeutisch angeboten werden.
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Hintergrund

Periimplantäre Infektionen sind die häufigsten Ursachen für Erkrankungen oder den Verlust von Implantaten. Das Weichgewebe in ausreichender Qualität und Quantität beeinflusst die Stabilität des Attachments und das Ausmaß des knöchernen Remodellings. Unbehandelt führt eine Mukositis häufig zur Periimplantitis und zu einem irreversiblen Verlust Implantat tragender Gewebe. Krestaler Knochenabbau exponiert die Oberflächen von Implantaten und begünstigt die Kolonisierung mit bakteriellen Biofilmen.

Ätiologie und Risikofaktoren

Das periimplantäre Weichgewebe unterscheidet sich anatomisch vom Parodontalgewebe der Zähne und ist vulnerabler. Nach einem Zahnverlust kommt es zu Knochenabbau und einem partiellen Verlust der keratinisierten Mukosa (KM).

Die Dicke des periimplantären Weichgewebes korreliert stark mit der Ästhetik. Patienten mit dicken Morphotypen erfahren weniger Rezessionen am Implantat und zeigen eine bessere interdentale Weichgewebsauffüllung (Papillen).

Empfehlungen zur Weichgewebsaugmentation

Die Leitlinie spricht zwei zentrale Empfehlungen (Empfehlungsgrad B - "sollte") für den Einsatz von autologen Transplantaten aus:

InterventionMaterialIndikationZiel / Effekt
WeichgewebsaugmentationAutologes BindegewebeObjektivierbare Weichgewebsdefizite, ästhetischer PatientenwunschVerbesserung der Ästhetik, kein negativer Effekt auf Knochenabbau (auch bei Sofortimplantation)
Verbreiterung der keratinisierten MukosaAutologes SchleimhauttransplantatVorbestehende verschmälerte oder fehlende keratinisierte MukosaVerbesserung der Hygienefähigkeit, keine Erhöhung des Knochenabbaus

Techniken und Materialien

Das Ziel periimplantärer augmentativer Verfahren ist es, das Weichgewebe vertikal und transversal zu verdicken, seine Mobilität zu reduzieren und eine Keratinisierung zu erreichen.

  • Goldstandard: Gestielte oder freie autogene Weichgewebstransplantate (z. B. aus dem harten Gaumen).
  • Alternativen: Die Wertigkeit der Verwendung allogener oder xenogener Matrizes ist laut Leitlinie noch nicht abschließend geklärt.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie autologe Schleimhauttransplantate gezielt zur Verbreiterung der keratinisierten Mukosa, um die Hygienefähigkeit für den Patienten signifikant zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Nein, Studien zeigen, dass die Augmentation mit autologem Bindegewebe oder Schleimhauttransplantaten keinen negativen Effekt auf den Knochenerhalt hat.
Bei objektivierbaren Weichgewebsdefiziten, zur Verbesserung der Ästhetik auf Patientenwunsch sowie bei fehlender oder verschmälerter keratinisierter Mukosa zur Verbesserung der Hygienefähigkeit.
Die Leitlinie empfiehlt primär autologes Bindegewebe oder autologe Schleimhauttransplantate (z.B. vom harten Gaumen). Die Wertigkeit allogener oder xenogener Matrizes ist noch nicht abschließend geklärt.

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