Nicht-infektiöse anteriore Uveitis: Therapie & Steroide
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie der nicht-infektiösen anterioren Uveitis bei Erwachsenen. Der primäre Ort der Entzündung liegt bei dieser Erkrankung in der Regenbogenhaut (Iritis), dem Ziliarkörper (Zyklitis) oder beiden Strukturen (Iridozyklitis).
Etwa 58 bis 90 Prozent aller Uveitiden in der augenärztlichen Grundversorgung sind anteriore Uveitiden. Bei rund der Hälfte der Patienten mit akuter anteriorer Uveitis lässt sich das Merkmal HLA-B27 nachweisen.
Zudem ist etwa die Hälfte der Fälle mit einer systemischen Grunderkrankung wie der Spondyloarthritis assoziiert. Die Prognose der akuten Form ist meist gut, während chronische, asymptomatische Verläufe oft verzögert diagnostiziert werden und eine schlechtere Visusprognose aufweisen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass zu Beginn und während einer topischen oder systemischen Kortikosteroidtherapie regelmäßige Tensiokontrollen unerlässlich sind. Eine mehrmonatige Gabe von mehr als zwei Applikationen täglich eines potenten Steroids ist mit einem signifikant gesteigerten Risiko für Augendrucksteigerungen und eine Kataraktentwicklung verbunden.
Häufig gestellte Fragen
Spätestens ab dem zweiten Schub empfiehlt die Leitlinie eine ätiologische Abklärung. Dazu gehören immer ein Differentialblutbild, CRP oder BSG, eine Lues-Serologie, Tuberkulose-Tests sowie Nieren- und Leberwerte.
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige topische Therapie mit hochpotenten Kortikosteroiden, anfangs oft in stündlicher Gabe. Zusätzlich wird der Einsatz von Zykloplegika angeraten, um Schmerzen zu lindern und Verklebungen der Iris zu vermeiden.
Krankheitsmodifizierende Medikamente (DMARDs) werden laut Leitlinie bei anhaltend aktiver, rezidivierender oder visusgefährdender Uveitis empfohlen. Sie kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn Kortikosteroide unzureichend wirken oder eingespart werden sollen.
Die Leitlinie rät dazu, Prostaglandine und Prostamide bei einer okulären Hypertension nur nachrangig zu verwenden. Primär wird eine Therapie mit topischen Carboanhydrase-Inhibitoren, Betablockern oder Alphaagonisten empfohlen.
Intraokulare Operationen sollen laut Leitlinie grundsätzlich nur am reizfreien Auge erfolgen. Es wird eine stabile Reizfreiheit von mindestens drei Monaten vor dem Eingriff gefordert.
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Quelle: Nicht-infektiöse anteriore Uveitis (AWMF, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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