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Dermatologische Reha: S1-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Stationäre Reha ist indiziert bei erschöpfter ambulanter Therapie und drohender Beeinträchtigung der Teilhabe.
  • Häufigste Indikationen sind Psoriasis, atopische Dermatitis und schwere Hand-/Fußekzeme.
  • Die Therapie basiert auf dem bio-psycho-sozialen ICF-Modell (Körperstruktur, Aktivität, Umwelt).
  • Balneo-Phototherapie und stadiengerechte Lokaltherapie bilden therapeutische Schwerpunkte.
  • Bei Kindern (Regeldauer 4-6 Wochen) wird meist eine Begleitperson bis zum 12. Lebensjahr aufgenommen.
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Hintergrund

Die stationäre dermatologische Rehabilitation basiert auf dem bio-psycho-sozialen Modell der ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health). Ziel ist nicht nur die Linderung der Hautsymptomatik, sondern die Wiederherstellung der Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben.

Indikationen zur Rehabilitation

WichtigkeitIndikation/DiagnoseKofaktoren
Sehr häufig indiziertPsoriasis vulgaris, Psoriasis-Arthritis, Atopische Dermatitis, Hand-/FußekzemeSchulungsbedarf, Krankheitsverarbeitung, Stigmatisierung
Häufige TeilhabestörungenAcne inversa, kutane Lymphome, invasive Tumoren (postoperativ)Postoperative Beeinträchtigung, angespannte fachärztliche Versorgung
Grundsätzlich empfehlenswertSonstige Ekzeme, Ichthyosis, Lichen planus, Sklerodermie, PrurigoErfordernis von Sole-UVB/PUVA, Lymphdrainage, psychosomatische Komponente

Voraussetzungen und Kriterien

  • Rehabilitationsbedürftigkeit: Drohende oder bestehende Beeinträchtigung der Teilhabe, ausgeschöpfte ambulante/stationäre kurative Maßnahmen.
  • Rehabilitationsfähigkeit: Ausreichende körperliche/geistige Ressourcen und Motivation zur Mitwirkung.
  • Rehabilitationsprognose: Realistische Erreichbarkeit der Ziele im vorgesehenen Zeitraum.

Therapieziele und Maßnahmen

ErkrankungPrimäre ZieleKernmaßnahmen
Atopisches Ekzem & PsoriasisAbheilung, Juckreizlinderung, Barrierefunktion stabilisierenBalneo-Phototherapie (Sole/UV-B), externe Salbentherapie, Systemtherapie
Psoriasis-ArthritisGelenkfunktion und Greiffähigkeit verbessernKrankengymnastik, Moorbäder, Systemtherapie
Chronische UlzeraAbheilung, Reduktion von Begleitfaktoren (Ödeme)Externe Ulkustherapie, Kompression, Lymphdrainage
Bösartige NeubildungenWundversorgung, Funktionsverbesserung bei NarbenPostoperative Versorgung, Psycho-Onkologie, Fortsetzung Immuntherapie
Acne inversaAbheilung von Knoten/Fisteln, SchmerzreduktionAntiseptische Bäder, Systemtherapie, Schmerztherapie, psychologische Betreuung

Besonderheiten der Kinderrehabilitation

  • Regeldauer: 4 bis 6 Wochen (Erwachsene: 3 bis max. 4 Wochen).
  • Begleitpersonen: Aufnahme eines Elternteils als Ko-Therapeut in der Regel bis zum vollendeten 12. Lebensjahr.
  • Schulung: Altersgerechte Patientenschulung und Einbindung der Eltern.

💡Praxis-Tipp

Prüfen Sie bei chronischen Dermatosen (z.B. schwerem Handekzem) frühzeitig die Reha-Indikation, bevor eine Berufsaufgabe droht. Nutzen Sie bei psychischen Komorbiditäten das Konzept der verhaltensmedizinisch orientierten Rehabilitation (VOR).

Häufig gestellte Fragen

Wenn ambulante und akutstationäre Maßnahmen ausgeschöpft sind und eine alltagsrelevante Beeinträchtigung der Teilhabe (z.B. drohende Berufsaufgabe, starke Stigmatisierung) vorliegt.
Bei Erwachsenen beträgt die Regeldauer 3 bis maximal 4 Wochen, bei Kindern und Jugendlichen 4 bis 6 Wochen.
Ja, bei Kindern bis zum vollendeten 12. Lebensjahr wird regelhaft ein Elternteil als Ko-Therapeut mitaufgenommen.
Ein spezielles, mindestens 4-wöchiges Programm in einer geschlossenen Bezugsgruppe für Patienten mit chronischen Dermatosen und psychischen Begleiterkrankungen.

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