Narkolepsie Therapie: AWMF S2k-Leitlinie
Hintergrund
Narkolepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch eine Störung oder den Verlust Orexin-produzierender Neuronen im Hypothalamus gekennzeichnet ist. Das am stärksten beeinträchtigende Symptom ist in der Regel die übermäßige Tagesschläfrigkeit (Excessive Daytime Sleepiness, EDS).
Klinisch wird die Narkolepsie Typ 1 (mit Kataplexie und Orexinmangel) von der Narkolepsie Typ 2 (ohne Kataplexie) unterschieden. Häufig treten Begleitsymptome wie ein stark gestörter Nachtschlaf, Schlafparalysen und hypnagoge oder hypnopompe Halluzinationen auf.
Die Therapie umfasst sowohl nicht-medikamentöse Verhaltensmaßnahmen als auch pharmakologische Ansätze zur Symptomkontrolle. Eine kausale oder krankheitsmodifizierende Immuntherapie wird derzeit aufgrund eines ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses nicht empfohlen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, Antidepressiva zur Behandlung der Kataplexie abrupt abzusetzen. Ein plötzliches Absetzen kann einen sogenannten Status cataplecticus auslösen, der durch lange Sequenzen von Kataplexien ohne vollständige Erholung gekennzeichnet ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das blutdrucksenkende Medikament Prazosin Kataplexien verschlimmern kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden Modafinil, Pitolisant, Natriumoxybat und Solriamfetol als Erstlinientherapie bei Erwachsenen empfohlen. Bei unzureichender Wirkung können Methylphenidat oder Amphetamin-Derivate eingesetzt werden.
Es wird der Einsatz von Natriumoxybat, Pitolisant oder Antidepressiva wie Venlafaxin und Clomipramin empfohlen. Modafinil oder Solriamfetol zeigen hierbei gemäß Leitlinie keine ausreichende Wirkung.
Bei Kindern ab 6 Jahren wird Natriumoxybat als starke Empfehlung zur Behandlung von Kataplexie und Tagesschläfrigkeit genannt. Alternativ können Pitolisant oder Methylphenidat erwogen werden.
Die Leitlinie rät nachdrücklich dazu, alle Narkolepsie-Medikamente vor einer geplanten Schwangerschaft abzusetzen. Ist dies nicht möglich, sollte die Behandlung auf eine Monotherapie beschränkt werden.
Zur Verbesserung der nächtlichen Schlafqualität wird Natriumoxybat empfohlen. Von einer langfristigen Einnahme von Benzodiazepinen oder Z-Medikamenten wird abgeraten.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: S2k-Leitlinie Behandlung der Narkolepsie bei Erwachsenen und Kindern (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.