Asthma bronchiale: Diagnostik und Therapie-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: SIGN (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die britische SIGN-Leitlinie 158 (Update 2024) liefert umfassende Empfehlungen für das Management von Asthma bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern. Sie zielt darauf ab, die Symptomkontrolle zu verbessern und das Risiko zukünftiger Asthmaanfälle zu minimieren.

Ein besonderer Fokus liegt auf der strukturierten klinischen Bewertung, der Förderung des Selbstmanagements sowie der präzisen Behandlung akuter Exazerbationen. Zudem werden spezifische Patientengruppen wie Schwangere und Personen mit berufsbedingtem Asthma berücksichtigt.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer objektiven Diagnosesicherung und einer regelmäßigen Überwachung. Eine unzureichende Adhärenz wird als häufiger Faktor für schwer kontrollierbares Asthma identifiziert.

Empfehlungen

Die SIGN-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Asthma:

Diagnostik und Monitoring

Es wird empfohlen, die Diagnose objektiv zu sichern und regelmäßig zu überprüfen. Bei Verdacht auf berufsbedingtes Asthma sollte laut Leitlinie erfragt werden, ob sich die Symptome an arbeitsfreien Tagen oder im Urlaub verbessern (Empfehlungsgrad B).

Zur Einschätzung des zukünftigen Risikos für Asthmaanfälle wird bei schwerem Asthma eine systematische Erfassung von Symptomkontrolle, Exazerbationshistorie und Lungenfunktion empfohlen (Empfehlungsgrad D).

Nicht-medikamentöse Therapie

Die Leitlinie empfiehlt folgende unterstützende Maßnahmen:

  • Atemübungsprogramme für Erwachsene zur Verbesserung der Lebensqualität (Empfehlungsgrad A)

  • Gewichtsreduktion bei übergewichtigen und adipösen Patienten (Empfehlungsgrad C)

  • Vermeidung von Tabakrauch und Unterstützung bei der Raucherentwöhnung (Empfehlungsgrad B)

Von der routinemäßigen Empfehlung zur Hausstaubmilbensanierung oder dem Einsatz von Ionisatoren wird abgeraten (Empfehlungsgrad A/B).

Akutes Asthma bei Erwachsenen

Bei akuten Asthmaanfällen wird eine sofortige Beurteilung des Schweregrads empfohlen. Patienten mit Merkmalen eines schweren oder lebensbedrohlichen Anfalls sollten umgehend in ein Krankenhaus eingewiesen werden (Empfehlungsgrad D).

Die medikamentöse Akuttherapie umfasst gemäß Leitlinie:

  • Kontrollierte Sauerstoffgabe mit einem Ziel-SpO2 von 94–98 % (Empfehlungsgrad C)

  • Hochdosierte inhalative Beta-2-Agonisten als Erstlinientherapie (Empfehlungsgrad A)

  • Frühzeitige systemische Steroidgabe in adäquater Dosierung (Empfehlungsgrad A)

  • Bei unzureichendem Ansprechen: Kombination mit Ipratropiumbromid (Empfehlungsgrad B)

Eine routinemäßige Antibiotikagabe ist bei akutem Asthma nicht indiziert (Empfehlungsgrad B).

Akutes Asthma bei Kindern

Auch bei Kindern sind inhalative Beta-2-Agonisten die Therapie der ersten Wahl (Empfehlungsgrad A). Bei lebensbedrohlichem Asthma oder einer Sauerstoffsättigung unter 94 % wird eine hochdosierte Sauerstoffgabe empfohlen.

Zudem wird der frühzeitige Einsatz von oralen Steroiden, bevorzugt Prednisolon, bei akuten Asthmaanfällen empfohlen (Empfehlungsgrad A).

Schweres und therapierefraktäres Asthma

Bei schwer kontrollierbarem Asthma wird eine systematische Evaluation in einem spezialisierten Zentrum empfohlen (Empfehlungsgrad D). Hierbei sollte laut Leitlinie stets eine mangelnde Therapieadhärenz als mögliche Ursache ausgeschlossen werden (Empfehlungsgrad C).

Zudem wird empfohlen, auf begleitende psychologische Erkrankungen oder dysfunktionale Atemmuster zu achten.

Dosierung

Die Leitlinie nennt spezifische Dosierungen für die Behandlung akuter Asthmaanfälle:

WirkstoffIndikationDosierungsempfehlung
Prednisolon (oral)Akutes Asthma (Erwachsene)40–50 mg täglich für mindestens 5 Tage
Hydrocortison (intravenös)Akutes Asthma (Erwachsene)100 mg alle 6 Stunden (400 mg/Tag)
Ipratropiumbromid (vernebelt)Akutes schweres Asthma (Erwachsene)0,5 mg alle 4–6 Stunden
Magnesiumsulfat (intravenös)Akutes schweres Asthma (Erwachsene)1,2–2 g als Infusion über 20 Minuten
Prednisolon (oral)Akutes Asthma (Kinder < 2 Jahre)10 mg täglich (bis zu 3 Tage)
Prednisolon (oral)Akutes Asthma (Kinder 2–5 Jahre)20 mg täglich (bis zu 3 Tage)
Prednisolon (oral)Akutes Asthma (Kinder > 5 Jahre)30–40 mg täglich (bis zu 3 Tage)

Zudem definiert die Leitlinie die Schweregrade des akuten Asthmas bei Erwachsenen:

SchweregradKlinische MerkmaleLungenfunktion (PEF)
ModeratZunehmende Symptome, keine Merkmale eines schweren Anfalls50–75 % des Best- oder Sollwerts
Akut schwerAtemfrequenz ≥25/min, Herzfrequenz ≥110/min, kann Sätze nicht in einem Atemzug beenden33–50 % des Best- oder Sollwerts
LebensbedrohlichSpO2 <92 %, Zyanose, Erschöpfung, stummer Thorax, Hypotonie, Verwirrtheit<33 % des Best- oder Sollwerts

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Betablockern (einschließlich Augentropfen) bei Personen mit Asthma, da diese kontraindiziert sind.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bei Patienten mit Aspirin-intolerantem Asthma strikt gemieden werden sollten.

Bei der Behandlung von Schwangeren wird vor dem Einsatz von Prostaglandin F2α (Carboprost) gewarnt, da ein hohes Risiko für die Auslösung von Bronchospasmen besteht (Empfehlungsgrad D).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei schwer kontrollierbarem Asthma vor einer Therapieeskalation stets die Adhärenz überprüft werden sollte. Es wird darauf hingewiesen, dass eine mangelnde Therapietreue oder eine fehlerhafte Inhalationstechnik häufige Ursachen für persistierende Symptome sind. Eine systematische Evaluation dieser Faktoren kann unnötige und potenziell nebenwirkungsreiche Dosissteigerungen vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei einem akuten Asthmaanfall eine Sauerstoffsättigung (SpO2) von 94 bis 98 % angestrebt. Es wird empfohlen, die Sauerstoffgabe entsprechend zu titrieren, um eine Überoxygenierung zu vermeiden.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Antibiotikagabe bei akutem Asthma ab. Infektgetriebene Exazerbationen sind meist viraler Natur, weshalb Antibiotika nur bei objektiven Hinweisen auf eine bakterielle Infektion eingesetzt werden sollten.

Es wird empfohlen, Prednisolon in einer Dosierung von 40 bis 50 mg täglich für mindestens fünf Tage oder bis zur klinischen Erholung fortzuführen. Ein anschließendes Ausschleichen der Dosis ist in der Regel nicht erforderlich, sofern die inhalative Erhaltungstherapie fortgesetzt wird.

Ja, die Leitlinie empfiehlt, akutes Asthma in der Schwangerschaft genauso zu behandeln wie bei Nicht-Schwangeren. Dies schließt die frühzeitige Gabe von systemischen Steroiden ausdrücklich mit ein, da ein unkontrollierter Anfall ein größeres Risiko für den Fötus darstellt als die Medikation.

Atemübungsprogramme können laut Leitlinie bei Erwachsenen als ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Therapie angeboten werden. Sie haben sich als wirksam erwiesen, um die Lebensqualität zu verbessern und Asthmasymptome zu reduzieren.

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Quelle: SIGN 158: British Guideline on the Management of Asthma (2024 Update) (SIGN, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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