CochraneIa2024

Akutes Asthma bei Kindern (NPPV): Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Asthma ist eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte bei Kindern. Bei akuten Exazerbationen besteht die medikamentöse Standardtherapie primär aus Bronchodilatatoren und Kortikosteroiden.

Bei schweren Verläufen auf der pädiatrischen Intensivstation (PICU) wird zunehmend die nicht-invasive Überdruckbeatmung (NPPV), wie CPAP oder BiPAP, eingesetzt. Ziel ist es, die Atemarbeit zu reduzieren und eine invasive Intubation zu vermeiden.

Ein aktueller Cochrane Review (2024) untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von NPPV als Zusatztherapie zur Standardversorgung bei Kindern unter 18 Jahren. Die eingeschlossenen Studien fokussierten sich ausschließlich auf die Anwendung von BiPAP bei mittelschwerem bis schwerem Asthma.

Empfehlungen

Der Review fasst die aktuelle Evidenzlage zur nicht-invasiven Beatmung bei pädiatrischem Asthma zusammen.

Klinische Endpunkte

Die Auswertung der eingeschlossenen Studien zeigt folgende Tendenzen für die Anwendung von BiPAP als Zusatztherapie:

  • Asthmasymptome: Die zusätzliche Anwendung von BiPAP führt möglicherweise zu einer Linderung der klinischen Asthmasymptome (sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Intubationsrate: Es zeigt sich eine mögliche Reduktion der Intubationsrate unter NPPV, jedoch ist auch hier die Datenlage stark limitiert (sehr niedrige Evidenzqualität).

  • Aufenthaltsdauer: Die Behandlungsdauer auf der pädiatrischen Intensivstation wird durch BiPAP möglicherweise leicht verkürzt (durchschnittlich um 0,87 Tage).

  • Mortalität: In den untersuchten Studien traten keine Todesfälle auf, weshalb keine Aussage zu einem Überlebensvorteil getroffen werden kann.

Bewertung der Evidenz

Die Autoren betonen, dass die derzeitige Evidenz sehr unsicher ist. Alle eingeschlossenen Studien wiesen ein hohes Verzerrungsrisiko (Risk of Bias) und kleine Fallzahlen auf.

Eine routinemäßige Empfehlung für oder gegen NPPV kann laut Review aktuell nicht ausgesprochen werden. Der Einsatz kann als individuelle Zusatztherapie bei schwerem akutem Asthma erwogen werden.

Zusammenfassung der Effekte

Klinischer EndpunktEffekt unter NPPV (BiPAP)Evidenzgrad (GRADE)
Asthmasymptom-ScoreMögliche ReduktionSehr niedrig
IntubationsrateMögliche Reduktion (RR 0,47)Sehr niedrig
PICU-AufenthaltsdauerMögliche Verkürzung (MD -0,87 Tage)Sehr niedrig
MortalitätKeine Ereignisse in StudienSehr niedrig
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review weist darauf hin, dass aktuelle Leitlinien vom Einsatz von Sedativa abraten, um eine nicht-invasive Beatmung bei Patienten zu ermöglichen. Da die Evidenz für NPPV bei akutem Asthma im Kindesalter sehr schwach ist, wird eine strenge und individuelle Indikationsstellung auf der Intensivstation empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review führt BiPAP möglicherweise zu einer geringeren Intubationsrate. Die Evidenzqualität für diese Aussage wird jedoch als sehr niedrig eingestuft, da die zugrundeliegenden Studien kleine Fallzahlen aufweisen.

Die im Review eingeschlossenen randomisierten kontrollierten Studien untersuchten ausschließlich die biphasische positive Atemwegsdruckbeatmung (BiPAP). Es wurden keine Studien gefunden, die den kontinuierlichen positiven Atemwegsdruck (CPAP) evaluierten.

Der Review zitiert aktuelle Leitlinien, die von der routinemäßigen Gabe von Sedativa abraten, um eine nicht-invasive Beatmung zu tolerieren. Die Spontanatmung und Schutzreflexe sollten bei diesen Patienten erhalten bleiben.

Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Aufenthaltsdauer auf der pädiatrischen Intensivstation (PICU) durch BiPAP leicht verkürzen könnte. Im Durchschnitt betrug die Reduktion in den Studien knapp einen Tag, wobei auch hier die Datenlage sehr unsicher ist.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Non-invasive positive pressure ventilation for acute asthma in children (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien