Asthma bronchiale: Diagnostik und Stufentherapie
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht P05-05B fasst die evidenzbasierte Patienteninformation zum Thema Asthma zusammen. Asthma bronchiale wird als chronische Entzündung der Atemwege beschrieben, die mit einer Überempfindlichkeit der Bronchien einhergeht.
Laut Bericht führt diese Entzündungsbereitschaft zu einer Schleimhautschwellung, vermehrter Schleimproduktion und einer Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur. Dies äußert sich typischerweise durch anfallsartige Atemnot, pfeifende Atmung und Husten.
Die Erkrankung betrifft etwa fünf bis zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen. Als wesentliche Risikofaktoren werden familiäre Vorbelastungen, andere allergische Erkrankungen und das Rauchen der Eltern genannt.
Empfehlungen
Diagnostik
Die Diagnosestellung basiert laut Bericht auf einer ausführlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung. Zur Überprüfung der Lungenfunktion werden primär die Spirometrie und die Peak-Flow-Messung eingesetzt.
Bei unauffälligen Befunden in beschwerdefreien Intervallen können Provokationstests, Belastungstests oder ein Lysetest mit einem Asthmaspray zur Diagnosesicherung herangezogen werden. Zur Identifikation möglicher Auslöser wird eine Allergiediagnostik mittels Haut- oder Bluttests beschrieben.
Einteilung der Schweregrade
Der Bericht teilt Asthma in vier Schweregrade ein, die als Grundlage für die Therapieentscheidung dienen:
| Schweregrad | Bezeichnung | Symptome tagsüber | Nächtliche Beschwerden |
|---|---|---|---|
| I | Zeitweise auftretend | Gelegentlich | Bis zu zweimal im Monat |
| II | Geringgradig dauerhaft | Einmal pro Woche bis einmal am Tag | Mehr als zweimal im Monat |
| III | Mittelgradig dauerhaft | Täglich | Mehr als einmal pro Woche |
| IV | Schwergradig dauerhaft | Anhaltend täglich | Häufig |
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Behandlung wird in zwei Hauptgruppen unterteilt:
-
Controller (Dauermedikamente): Diese sollen die Entzündungsbereitschaft unterdrücken und werden täglich angewendet. Hierzu zählen primär inhalative Kortikosteroide sowie langwirksame Beta-2-Mimetika und Leukotrienantagonisten.
-
Reliever (Bedarfsmedikamente): Diese dienen der raschen Bronchienerweiterung bei akuten Beschwerden. Hierfür werden kurzwirksame Beta-2-Mimetika wie Salbutamol eingesetzt.
Es wird betont, dass langwirksame Beta-2-Mimetika stets mit inhalativen Kortikosteroiden kombiniert werden müssen. Eine alleinige Dauertherapie mit langwirksamen Beta-2-Mimetika kann laut Bericht zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen führen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Der Bericht hebt die Bedeutung von Patientenschulungen und strukturierten Behandlungsprogrammen (Disease-Management-Programmen) hervor. Ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ist die Vermeidung von Auslösern, insbesondere der Verzicht auf aktives und passives Rauchen.
Körperliches Training und Sport werden für die meisten Betroffenen als wichtig erachtet, um die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge zu verbessern. Komplementärmedizinische Verfahren wie Akupunktur oder Homöopathie zeigen laut den zitierten Studien keinen ausreichenden Wirkungsnachweis.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht warnt ausdrücklich davor, langwirksame Beta-2-Mimetika als alleinige Dauertherapie einzusetzen, da dies zu lebensbedrohlichen Asthmaanfällen führen kann. Diese Wirkstoffgruppe muss stets in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden verordnet werden. Zudem wird betont, dass bei schwerem Asthma das Risiko von Asthmaanfällen deutlich größer ist als mögliche langfristige Nebenwirkungen einer Kortikoid-Dauertherapie.
Häufig gestellte Fragen
Laut Bericht können bei beschwerdefreien Patienten Provokationstests oder Belastungstests durchgeführt werden, um eine Überempfindlichkeit der Atemwege nachzuweisen. Alternativ kann ein Lysetest mit einem bronchienerweiternden Asthmaspray erfolgen.
Als wesentliche Dauermedikamente nennt der Bericht inhalative Kortikosteroide. Zusätzlich können langwirksame Beta-2-Mimetika oder Leukotrienantagonisten eingesetzt werden, um die Entzündungsbereitschaft langfristig zu unterdrücken.
Der Bericht stellt klar, dass körperliche Aktivität für die meisten Betroffenen wichtig ist und die Leistungsfähigkeit von Lunge und Herz verbessert. Es wird lediglich empfohlen, bei anstrengungsinduziertem Asthma gegebenenfalls vorab ein Bedarfsmedikament anzuwenden.
Gemäß den zitierten Studien gibt es für homöopathische Verfahren oder Akupunktur keine ausreichenden Nachweise für eine Wirksamkeit bei Asthma. Der Bericht stuft diese Methoden als nicht evidenzbasiert ein.
Hausstaubmilben gelten als häufiger Auslöser für allergisches Asthma. Der Bericht weist jedoch darauf hin, dass der Nutzen von Sanierungsmaßnahmen wie speziellen Matratzenüberzügen oder häufigem Waschen wissenschaftlich umstritten ist.
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Quelle: IQWiG P05-05B: Evidenzbasierte Patienteninformationen zum Thema "Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen - Asthma" (IQWiG, 2008). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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