Apnoen bei Frühgeborenen: Koffeinzitrat & CPAP-Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie befasst sich mit der Apnoe-Bradykardie-Hypoxämie-Symptomatik (ABHS) bei Früh- und Reifgeborenen. Jedes Früh- und Reifgeborene zeigt Unregelmäßigkeiten der Atmung, die mit abnehmender Reife ausgeprägter sind.

Laut Leitlinie sind insbesondere intermittierende Hypoxämien (IH) von über einer Minute Dauer mit einer erhöhten Mortalität und neurologischen Entwicklungsstörungen assoziiert. Isolierte Bradykardien oder Apnoen ohne Hypoxämie zeigen hingegen keine signifikante Risikoerhöhung für das spätere Outcome.

Das primäre therapeutische Ziel besteht daher in der Vermeidung von intermittierenden Hypoxämien. An der Pathogenese sind Faktoren wie ein niedriges Lungenvolumen, eine instabile Brustwand sowie eine unreife Hypoxie- und CO2-Antwort beteiligt. Die Unterscheidung in zentrale, obstruktive und gemischte Apnoen wird als prognostisch irrelevant eingestuft.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Idiopathische Apnoen, Bradykardien und Hypoxämien treten vor allem bei Frühgeborenen auf, wobei die Inzidenz umgekehrt proportional zum Gestationsalter ist. Bei extrem kleinen Frühgeborenen unter 28 Schwangerschaftswochen sind nahezu alle Kinder betroffen, während die Häufigkeit bei reiferen Neugeborenen deutlich abnimmt. Pathophysiologie: Ursächlich ist meist eine Unreife des Atemzentrums im Hirnstamm, die zu einer verminderten Sensitivität gegenüber CO2-Anstiegen führt. Zudem begünstigen anatomische Besonderheiten der oberen Atemwege obstruktive Ereignisse, was häufig in gemischten Apnoen resultiert. Klinische Bedeutung: Diese Ereignisse sind für Pädiater und Neonatologen hochrelevant, da rezidivierende Hypoxämien die neurologische Entwicklung beeinträchtigen können. Eine rasche Erkennung und adäquate Intervention sind essenziell, um Langzeitschäden des sich entwickelnden Gehirns zu vermeiden. Diagnostische Grundlagen: Die Diagnostik stützt sich primär auf das kontinuierliche kardiorespiratorische Monitoring auf der Neugeborenen-Intensivstation. Ergänzend ist der Ausschluss sekundärer Ursachen wie Infektionen, metabolische Entgleisungen oder intrakranielle Pathologien zwingend erforderlich.

Wissenswertes

Eine Apnoe bei Frühgeborenen wird typischerweise als ein Atemstillstand von mehr als 20 Sekunden definiert. Kürzere Atempausen gelten ebenfalls als Apnoe, wenn sie mit einer Bradykardie oder einer signifikanten Zyanose beziehungsweise Hypoxämie einhergehen.

Vor der Diagnose einer idiopathischen Apnoe müssen zwingend sekundäre Ursachen ausgeschlossen werden. Dazu gehören insbesondere Sepsis, nekrotisierende Enterokolitis, Hypoglykämie, Elektrolytstörungen sowie intrakranielle Blutungen.

Coffein wirkt als unspezifischer Antagonist an Adenosinrezeptoren im zentralen Nervensystem. Dies führt zu einer Stimulation des Atemzentrums, einer gesteigerten Sensitivität für Kohlendioxid und einer verbesserten Zwerchfellkontraktilität.

Die Häufigkeit und Schwere der Apnoen erreichen oft in den ersten Lebenswochen ihren Höhepunkt. Mit zunehmender postmenstrueller Reife, meist um die 36. bis 37. Schwangerschaftswoche, reift das Atemzentrum nach und die Ereignisse sistieren in der Regel.

Der kontinuierliche positive Atemwegsdruck (CPAP) schient die oberen Atemwege und verhindert deren Kollaps. Dadurch ist er besonders effektiv bei obstruktiven und gemischten Apnoen, verbessert aber auch die funktionelle Residualkapazität der Lunge.

Bei der zentralen Apnoe fehlt jeglicher Atemantrieb und es sind keine Atembewegungen sichtbar. Die obstruktive Apnoe ist hingegen durch fortgesetzte, aber erfolglose Atemanstrengungen gegen verschlossene obere Atemwege gekennzeichnet.

Ärzte fragen zu diesem Thema

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte der therapeutische Fokus auf der Vermeidung von intermittierenden Hypoxämien von über einer Minute Dauer liegen, da diese maßgeblich mit schlechten neurologischen Outcomes korrelieren. Isolierte Apnoen oder Bradykardien ohne begleitenden Sauerstoffabfall haben hingegen keinen nachgewiesenen Krankheitswert. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die eingestellte Mittelungszeit des Pulsoximeters die Alarmrate massiv beeinflusst.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei sehr unreifen Frühgeborenen (unter 29 Wochen oder unter 1250 g), die eine Atemunterstützung benötigen, einen Beginn innerhalb der ersten drei Lebenstage. Bei reiferen Kindern ohne CPAP wird der Start erst bei Überschreiten der klinikinternen Grenzwerte für Apnoen empfohlen.

Ein routinemäßiges Drug-Monitoring für Koffein wird laut Leitlinie nicht als notwendig erachtet. Eine Spiegelbestimmung kann jedoch sinnvoll sein, wenn die Wirkung unzureichend ist oder Nebenwirkungen wie anhaltende Tachykardien auftreten.

Es wird ein SpO2-Zielbereich von 91 bis 95 Prozent unter Sauerstoffgabe empfohlen. Dieser Bereich ist laut Studiendaten mit weniger intermittierenden Hypoxämien assoziiert, ohne die Sauerstofftoxizität relevant zu erhöhen.

Die Leitlinie gibt aufgrund einer sehr heterogenen und widersprüchlichen Datenlage keine klare Empfehlung für oder gegen den Einsatz von Doxapram. Es wird darauf hingewiesen, dass das Sicherheitsprofil in der Neonatologie bislang nicht ausreichend untersucht wurde.

Die Datenlage spricht dafür, dass binasaler nCPAP wirksamer ist als mononasaler. Zudem wird eine synchronisierte nasale Beatmung (snIPPV) als wirksamer zur Vermeidung von Reintubationen eingestuft als reiner nCPAP.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Therapie idiopathischer Apnoen, Bradykardien und Hypoxämien bei Früh- und Reifgeborenen (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.