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Antiepileptika: Wirkstoffe, Dosierung und Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO Essential Medicines List (2023)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende Krampfanfälle gekennzeichnet ist. Eine effektive medikamentöse Therapie ist entscheidend, um Anfallsfreiheit zu erreichen und lebensbedrohliche Komplikationen wie einen Status epilepticus zu verhindern.

Die "WHO Model List of Essential Medicines" (EML) identifiziert die wirksamsten, sichersten und kosteneffizientesten Medikamente für prioritäre Gesundheitszustände. Die 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 dient weltweit als Leitfaden für die Entwicklung nationaler Arzneimittelverzeichnisse und Beschaffungsentscheidungen.

Diese Zusammenfassung basiert auf der Sektion 5 (Antikonvulsiva / Antiepileptika) der WHO EML 2023. Sie listet insgesamt zehn essenzielle Medikamente zur Behandlung und Prävention von Krampfanfällen auf.

Empfehlungen

Die WHO EML 2023 strukturiert die essenziellen Medikamente zur Behandlung von Krampfanfällen nach ihren primären Einsatzgebieten.

Basistherapie der Epilepsie

Für die allgemeine medikamentöse Behandlung von Krampfanfällen werden laut WHO-Liste folgende Wirkstoffe als essenziell eingestuft:

  • Carbamazepin

  • Lamotrigin

  • Levetiracetam

  • Phenobarbital

  • Phenytoin

  • Valproinsäure (Natriumvalproat)

Akuttherapie und Status epilepticus

Zur Durchbrechung eines Status epilepticus hebt das Dokument spezifische Medikamente und Darreichungsformen hervor:

  • Diazepam (als Injektion oder Rektalgel)

  • Lorazepam (als parenterale Injektion)

Spezifische Indikationen

Für besondere klinische Situationen definiert die Liste gezielte Therapieoptionen:

  • Ethosuximid wird spezifisch für die Behandlung von Absencen aufgeführt.

  • Magnesiumsulfat ist als essenzielles Medikament für die Indikation Eklampsie gelistet.

Dosierung

Die WHO EML 2023 definiert folgende Darreichungsformen und Wirkstärken für die gelisteten Antiepileptika:

WirkstoffDarreichungsformWirkstärkeApplikationsweg
CarbamazepinTablette, Kautablette, Saft100-400 mgOral
DiazepamInjektion, Rektalgel5 mg/mL, 5 mg/2.5 mLIV, Rektal
EthosuximidKapsel, Saft250 mgOral
LamotriginTablette, Kau-/Schmelztablette25-200 mgOral
LevetiracetamTablette, Saft, Injektion250-1000 mg, 100 mg/mLOral, IV
LorazepamInjektion2 mg/mL, 4 mg/mLIV
MagnesiumsulfatInjektion500 mg/mLIV, IM
PhenobarbitalTablette, Saft, Injektion15-100 mg, 200 mg/mLOral, IV, IM
PhenytoinKapsel, Suspension, Injektion25-100 mg, 50 mg/mLOral, IV
ValproinsäureTablette, Saft, Injektion200-500 mgOral, IV

Kontraindikationen

Die WHO-Liste enthält einen expliziten Warnhinweis zur Anwendung von Valproinsäure (Natriumvalproat) in der Schwangerschaft. Aufgrund der teratogenen Eigenschaften des Wirkstoffs wird empfohlen, Valproinsäure bei Schwangeren zu vermeiden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Aspekt der WHO-Liste ist die strenge Warnung vor Valproinsäure in der Schwangerschaft aufgrund der Teratogenität. Zudem wird Magnesiumsulfat explizit als essenzielles Medikament für die Eklampsie hervorgehoben, was die Bedeutung dieses Wirkstoffs in der geburtshilflichen Notfallmedizin unterstreicht.

Häufig gestellte Fragen

Laut der WHO EML 2023 werden für die Behandlung des Status epilepticus primär Diazepam (als Injektion oder Rektalgel) sowie Lorazepam (als parenterale Injektion) aufgeführt.

Die Liste führt Ethosuximid in Form von Kapseln oder als oralen Saft spezifisch für die Behandlung von Absence-Epilepsien auf.

Die WHO warnt explizit vor dem Einsatz von Valproinsäure in der Schwangerschaft. Der Wirkstoff wird als teratogen eingestuft und sollte bei Schwangeren vermieden werden.

Gemäß der WHO-Liste gelten Tabletten, orale Flüssigkeiten (Saft) sowie Injektionslösungen von Levetiracetam als essenzielle Darreichungsformen.

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Quelle: WHO EML 2023: Section 5 - Anticonvulsants / Antiepileptics (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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