AWMFS32017Psychiatrie

Angststörungen & Depression: Psychopharmaka-Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und gehen oft mit einer hohen Komorbidität, wie Depressionen oder Suchterkrankungen, einher. Laut der AWMF S3-Leitlinie werden sie in der Primärversorgung häufig nicht erkannt, da Patienten primär über somatische Beschwerden klagen.

Die Erkrankungen nehmen oft einen chronischen Verlauf und schränken die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Eine adäquate Diagnostik und eine leitliniengerechte Behandlung können die Symptomatik in vielen Fällen effektiv lindern.

Die Leitlinie umfasst Empfehlungen für die Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie, die generalisierte Angststörung, die soziale Phobie sowie spezifische Phobien. Die Therapieentscheidung basiert auf einer partizipativen Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Patientenpräferenzen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Patienten mit Angststörungen zu Beginn einer Therapie mit SSRI oder SNRI häufig mit Unruhe, Schlaflosigkeit und einer temporären Zunahme der Angstsymptomatik reagieren. Es wird empfohlen, die Patienten im Vorfeld über diese Wirklatenz von zwei bis vier Wochen und die anfänglichen Nebenwirkungen aufzuklären. Durch eine initiale Eindosierung mit der halben empfohlenen Dosis kann eine Überstimulierung oft vermieden werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie gelten die SSRI Citalopram, Escitalopram, Paroxetin und Sertralin sowie der SNRI Venlafaxin als Mittel der ersten Wahl. Bei Unverträglichkeit oder Therapieversagen wird das trizyklische Antidepressivum Clomipramin empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt, die Pharmakotherapie nach dem Eintreten einer Remission für mindestens 6 bis 12 Monate in der gleichen Dosierung fortzuführen. Danach sollte die Medikation langsam ausgeschlichen werden, um Absetzphänomene zu vermeiden.

Es wird von einem routinemäßigen Einsatz von Benzodiazepinen abgeraten, da ein hohes Risiko für Toleranz- und Abhängigkeitsentwicklung besteht. Sie können laut Leitlinie nur in streng begründeten Ausnahmefällen und zeitlich befristet angewendet werden.

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) wird als Erstlinientherapie empfohlen. Wenn diese nicht wirksam oder nicht verfügbar ist, kann alternativ eine psychodynamische Psychotherapie angeboten werden.

Pregabalin wird von der Leitlinie als Behandlungsoption bei der generalisierten Angststörung empfohlen. Es wird jedoch betont, dass es bei Patienten mit einer bekannten Polytoxikomanie kontraindiziert ist.

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Quelle: S3-Leitlinie Langzeitanwendung von Psychopharmaka bei depressiven und Angststörungen (AWMF, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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