Akuter und chronischer Husten: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Husten ist ein häufiges Symptom, das nach seiner Dauer in akut (bis 3 Wochen), subakut (3 bis 8 Wochen) und chronisch (über 8 Wochen) eingeteilt wird. Zudem wird klinisch zwischen produktivem Husten und trockenem Reizhusten unterschieden.
Während akuter Husten meist durch spontan abklingende virale Infekte bedingt ist und oft keine aufwendige Diagnostik erfordert, bedarf chronischer Husten einer systematischen Abklärung. Bei bis zu einem Drittel der Patienten mit chronischem Husten lässt sich jedoch trotz Diagnostik keine eindeutige Ursache finden.
Die Leitlinie etabliert den chronisch refraktären und idiopathischen Husten als eigenständige Krankheitsentität. Sie richtet sich primär an Fachärzte, bietet aber auch wichtige Grundlagen für die interdisziplinäre und hausärztliche Versorgung.
💡Praxis-Tipp
Ein chronischer Husten bei Patienten unter ACE-Hemmer-Therapie wird im klinischen Alltag häufig übersehen. Die Leitlinie betont, dass der Husten auch noch Monate nach Therapiebeginn auftreten kann und empfiehlt in diesen Fällen stets die Umstellung auf eine andere Substanzklasse. Zudem wird darauf hingewiesen, dass auch nach dem Absetzen mehrere Wochen vergehen können, bis der Husten vollständig sistiert.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird Husten als chronisch klassifiziert, wenn er länger als 8 Wochen anhält. Husten bis zu 3 Wochen gilt als akut, zwischen 3 und 8 Wochen als subakut.
Die Leitlinie empfiehlt bei jedem chronischen Husten eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, ein Röntgen-Thorax in zwei Ebenen sowie eine Lungenfunktionsprüfung.
Es wird in der Regel von einer antibiotischen Therapie bei akutem Husten abgeraten. Die Leitlinie begründet dies damit, dass akute Atemwegsinfekte meist viraler Genese sind und spontan abklingen.
Wenn trotz umfassender Diagnostik keine Ursache für den chronischen Husten gefunden wird, spricht die Leitlinie vom chronisch idiopathischen Husten (UCC). Dieser wird als eigenständige Erkrankung mit einer Überempfindlichkeit des Hustenreflexes verstanden.
Ein Therapieversuch mit hochdosierten PPI wird laut Leitlinie nur dann empfohlen, wenn der Patient neben dem Husten auch typische Refluxbeschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen aufweist.
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Quelle: Fachärztliche Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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