Sekundäres Raynaud-Syndrom: Interferon-beta-Therapie
Hintergrund
Interferon beta (IFN beta) wird seit Mitte der 1990er Jahre zur Behandlung der schubförmigen und sekundär progredienten Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt. Bei der primär progredienten Verlaufsform zeigt der Wirkstoff keine Wirksamkeit.
Ein sekundäres Raynaud-Syndrom tritt typischerweise bei Kollagenosen, Vaskulitiden oder onkologischen Erkrankungen auf. Es kann zudem als sehr frühes Symptom einer Sklerodermie um viele Jahre vorausgehen.
Neben Grunderkrankungen können auch verschiedene Medikamente Raynaud-ähnliche Symptome auslösen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle einer digitalen Mikroangiopathie im Zusammenhang mit Interferon-Therapien.
💡Praxis-Tipp
Die AkdÄ weist darauf hin, dass ein medikamenteninduziertes Raynaud-Syndrom unter Interferon beta im Mittel erst nach 15,5 Monaten auftritt. Es wird betont, dass die Durchblutungsstörungen auch nach Absetzen des Präparats irreversibel bleiben können.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ können neben Interferonen auch zentrale Stimulanzien, Betablocker, Clonidin sowie Zytostatika wie Bleomycin oder Cisplatin Raynaud-ähnliche Syndrome verursachen.
Die Publikation weist darauf hin, dass sich die Symptome nach dem Absetzen von Interferon nicht in allen Fällen komplett zurückbilden. Es wurden irreversible Einengungen kleiner Arterien beobachtet.
Gemäß einem in der Bekanntgabe zitierten Review liegt die Behandlungsdauer bis zum Auftreten der Reaktion im Mittel bei 15,5 Monaten. Die Spanne reicht dabei von zwei Wochen bis zu 49 Monaten.
Die AkdÄ gibt hierzu keine pauschale Empfehlung ab. Es wird betont, dass die Entscheidung über eine Beendigung der Therapie nur im Einzelfall getroffen werden kann.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Sekundäres Raynaud-Syndrom nach Behandlung mit Interferon beta (AkdÄ, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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