Sekundäres Raynaud-Syndrom durch Interferon beta: AkdÄ
Hintergrund
Interferon beta (IFN beta) wird seit Mitte der 1990er Jahre zur Behandlung der schubförmigen und sekundär progredienten Multiplen Sklerose (MS) eingesetzt. Bei der primär progredienten Verlaufsform zeigt der Wirkstoff keine Wirksamkeit.
Ein sekundäres Raynaud-Syndrom tritt typischerweise bei Kollagenosen, Vaskulitiden oder onkologischen Erkrankungen auf. Es kann zudem als sehr frühes Symptom einer Sklerodermie um viele Jahre vorausgehen.
Neben Grunderkrankungen können auch verschiedene Medikamente Raynaud-ähnliche Symptome auslösen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle einer digitalen Mikroangiopathie im Zusammenhang mit Interferon-Therapien.
Empfehlungen
Die Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) formuliert folgende Hinweise zum medikamenteninduzierten Raynaud-Syndrom:
Diagnostik bei Symptomen
Laut AkdÄ kann die Behandlung mit Interferon beta in sehr seltenen Fällen ein Raynaud-Syndrom auslösen. Wenn Behandelte entsprechende Symptome wie anfallsartiges Abblassen oder livide Verfärbungen der Akren schildern, wird empfohlen, diese Ursache zu erwägen.
Es sollte gemäß der Publikation eine entsprechende angiologische und rheumatologische Diagnostik eingeleitet werden. Die genaue Entstehung dieser digitalen Mikroangiopathie ist bislang unbekannt.
Klinisches Bild und Verlauf
Die Ausprägung der Symptomatik unter Interferon-Therapie ist laut Literatur sehr variabel:
-
Leichte, vorübergehende Vasospasmen
-
Ausgeprägte arterielle Verschlüsse
-
Nekrosen an den Fingern oder Zehen
In der Literatur wird beschrieben, dass sich die Symptome nach Absetzen des Interferons nicht in allen Fällen komplett zurückbilden. Es wurden irreversible Einengungen kleiner Arterien beobachtet.
Therapieentscheidung
Die AkdÄ betont, dass die Entscheidung über einen Therapieabbruch individuell getroffen werden muss. Ob bei Bestätigung eines Raynaud-Syndroms die Behandlung mit Interferon beta beendet wird, kann laut Bericht nur im Einzelfall entschieden werden.
Weitere auslösende Medikamente
Neben Interferonen listet der Bericht weitere Wirkstoffe auf, die Raynaud-ähnliche Syndrome auslösen können:
| Medikamentenklasse | Wirkstoffbeispiele |
|---|---|
| Zentrale Stimulanzien | Keine spezifischen Angaben |
| Antihypertensiva | Betablocker, Clonidin |
| Zytostatika | Bleomycin, Vinblastin, Cisplatin |
| Immunmodulatoren | Interferon alpha, beta, gamma |
💡Praxis-Tipp
Die AkdÄ weist darauf hin, dass ein medikamenteninduziertes Raynaud-Syndrom unter Interferon beta im Mittel erst nach 15,5 Monaten auftritt. Es wird betont, dass die Durchblutungsstörungen auch nach Absetzen des Präparats irreversibel bleiben können.
Häufig gestellte Fragen
Laut AkdÄ können neben Interferonen auch zentrale Stimulanzien, Betablocker, Clonidin sowie Zytostatika wie Bleomycin oder Cisplatin Raynaud-ähnliche Syndrome verursachen.
Die Publikation weist darauf hin, dass sich die Symptome nach dem Absetzen von Interferon nicht in allen Fällen komplett zurückbilden. Es wurden irreversible Einengungen kleiner Arterien beobachtet.
Gemäß einem in der Bekanntgabe zitierten Review liegt die Behandlungsdauer bis zum Auftreten der Reaktion im Mittel bei 15,5 Monaten. Die Spanne reicht dabei von zwei Wochen bis zu 49 Monaten.
Die AkdÄ gibt hierzu keine pauschale Empfehlung ab. Es wird betont, dass die Entscheidung über eine Beendigung der Therapie nur im Einzelfall getroffen werden kann.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Sekundäres Raynaud-Syndrom nach Behandlung mit Interferon beta (AkdÄ, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.