AkdÄ2018

Kontaktallergie FreeStyle Libre: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das FreeStyle Libre Flash Glukose Messsystem wird zur Messung von Glukosespiegeln in der interstitiellen Flüssigkeit bei Diabetes mellitus eingesetzt. Es besteht aus einem Lesegerät und einem Einwegsensor, der bis zu 14 Tage auf der Haut getragen wird.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle von allergischen Hautreaktionen im Bereich des Sensors. Diese Reaktionen führten in den gemeldeten Fällen zu einem dauerhaften Abbruch der Anwendung.

Entgegen der Herstellerangabe, dass die Klebefolie der Auslöser sei, identifizierten Studien Isobornylacrylat (IBOA) als Hauptursache. Dieses Allergen befindet sich im Sensor selbst und wird vermutlich zum Verbinden von Plastikteilen verwendet.

Empfehlungen

Die AkdÄ-Sicherheitswarnung formuliert folgende Kernempfehlungen zum Umgang mit Hautreaktionen unter dem FreeStyle Libre Sensor:

Diagnostik und Klinik

Laut Warnung äußert sich eine Kontaktallergie (Typ-IV-Reaktion) durch Rötung, starken Juckreiz, Schwellung, Bläschen oder nässende Ausschläge. Die Symptome treten meist nach 24 bis 72 Stunden auf, können sich aber auch erst nach einer Woche zeigen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Reaktion im Epikutantest ein typisches „Crescendo“-Muster zeigt. Dies unterscheidet die echte Kontaktallergie von einer irritativen Kontaktdermatitis.

Therapiemanagement

Die Publikation empfiehlt bei Verdacht auf eine Kontaktallergie folgende Schritte:

  • Sofortige Beendigung der Anwendung des Messsystems an der betroffenen Stelle

  • Durchführung einer Epikutantestung mit IBOA 0,1 % pet. zur Diagnosesicherung

  • Lebenslange Vermeidung der Exposition gegenüber dem ursächlichen Allergen

Meldewesen

Es wird dringend empfohlen, bestätigte oder verdächtige Fälle als Vorkommnis zu melden. Die Meldung sollte an die Abteilung für Medizinprodukte des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder alternativ an die AkdÄ erfolgen.

Kontraindikationen

Bei einer nachgewiesenen Sensibilisierung gegen Isobornylacrylat (IBOA) muss die Exposition gegenüber dem Allergen zukünftig vermieden werden. Die weitere Anwendung des FreeStyle Libre Sensors ist in diesen Fällen kontraindiziert, da eine Sensibilisierung lebenslang bestehen bleibt.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass Kreuzallergien auf chemisch verwandte Substanzen, wie andere Acrylate in Klebern, möglich sind.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist der Versuch, den Sensor bei Hautreaktionen mit alternativen Pflastern oder Folien zu unterkleben. Da das Allergen Isobornylacrylat (IBOA) laut AkdÄ aus dem Sensor selbst und nicht aus der Klebefolie stammt, führt dieses Vorgehen zu keiner Besserung. Es wird stattdessen ein sofortiger Anwendungsabbruch bei allergischen Symptomen empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ-Warnung ist das Allergen Isobornylacrylat (IBOA) der Hauptauslöser für die Kontaktallergien. Dieser Stoff wird vermutlich als Klebstoff für die Plastikkomponenten im Inneren des Sensors verwendet.

Es wird berichtet, dass die Verwendung anderer Pflaster oder Folien zur Befestigung keine Besserung bringt. Das Allergen breitet sich aus dem Sensor aus und durchdringt auch alternative Unterlagen.

Die Diagnose erfolgt gemäß der Publikation durch einen Epikutantest (Patch-Test). Hierbei wird eine Testung mit IBOA 0,1 % pet. empfohlen, um die Sensibilisierung nachzuweisen.

Die AkdÄ empfiehlt, entsprechende Vorkommnisse an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden. Alternativ können die Fälle auch direkt an die AkdÄ berichtet werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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