AkdÄ2008

Frakturrisiko durch Glitazone: AkdÄ-Sicherheitswarnung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Thiazolidindione (Glitazone) wie Rosiglitazon und Pioglitazon sind zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Sie wirken als PPAR-gamma-Agonisten und senken die Blutglukose durch eine Verminderung der Insulinresistenz.

Frühere Studien zeigten bereits eine signifikant erhöhte Frakturrate bei Frauen unter diesen Medikamenten. Eine britische Fall-Kontroll-Studie untersuchte dieses Risiko genauer und lieferte neue Erkenntnisse zur Risikopopulation.

Als Ursache wird vermutet, dass der Zellkernrezeptor PPAR-gamma auch im Knochengewebe vorkommt. Die Aktivierung beeinflusst die Differenzierung von Stammzellen, was zu einer Abnahme der Knochendichte führt.

Empfehlungen

Die AkdÄ-Sicherheitswarnung formuliert folgende Kernaspekte:

Risikobewertung

  • Unter einer längerfristigen Therapie mit Glitazonen besteht ein zwei- bis dreifach erhöhtes Frakturrisiko.

  • Das Risiko steigt ab einer Einnahmedauer von zwölf bis 18 Monaten und ist nach über zwei Jahren am höchsten.

  • Im Gegensatz zu früheren Annahmen betrifft das erhöhte Risiko sowohl Frauen als auch Männer.

  • Das Frakturrisiko ist dosisabhängig und besteht unabhängig von Begleiterkrankungen oder der Diabetesdauer.

Therapieentscheidung

  • Es wird empfohlen, die Indikation zur Behandlung mit Glitazonen sorgfältig abzuwägen.

  • Laut AkdÄ sollten Therapiealternativen in Betracht gezogen werden, insbesondere bei vorbestehender Osteoporose.

  • Auch bei einem erhöhten Sturzrisiko aufgrund von Alter oder Vorerkrankungen wird zur Prüfung alternativer Behandlungen geraten.

Meldung von Nebenwirkungen

Tritt unter der Therapie mit einem Glitazon eine Fraktur nach einem Bagatelltrauma auf, wird um eine Meldung gebeten.

Die AkdÄ empfiehlt, solche Ereignisse als Verdachtsfall einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) zu melden.

Kontraindikationen

Die AkdÄ weist darauf hin, dass Glitazone nur in Ausnahmefällen zusammen mit Insulin angewendet werden sollten. Beide Wirkstoffe können zu einer verstärkten Flüssigkeitsretention führen.

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💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ warnt davor, dass das Frakturrisiko unter Glitazonen nicht nur Frauen, sondern auch Männer betrifft und dosisabhängig ansteigt. Es wird empfohlen, Frakturen nach Bagatelltraumata unter dieser Medikation stets als potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkung zu betrachten und entsprechend zu melden.

Häufig gestellte Fragen

Laut AkdÄ ist das Risiko für Frakturen bei einer Einnahme von zwölf bis 18 Monaten etwa zweieinhalbmal höher als ohne Glitazone. Bei einer Behandlungsdauer von über zwei Jahren ist das Risiko am höchsten.

Nein, neuere Daten zeigen, dass das Frakturrisiko sowohl für Frauen als auch für Männer erhöht ist. Frühere Studien hatten das Risiko zunächst nur bei Frauen nachgewiesen.

Die AkdÄ empfiehlt, bei einer vorbestehenden Osteoporose oder einem erhöhten Sturzrisiko Therapiealternativen zu prüfen. Zudem wird vor der Kombination mit Insulin gewarnt, da dies zu verstärkter Flüssigkeitsretention führen kann.

Der Rezeptor PPAR-gamma kommt auch im Knochengewebe vor. Die Aktivierung durch Glitazone beeinflusst die Stammzelldifferenzierung, was laut Studien zu einer signifikanten Abnahme der Knochendichte führt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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